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Junge Weiße Haie zieht es wegen des Klimawandels in nördlichere Gewässer

  • Der Klimawandel sorgt dafür, dass sich die Meere schneller erwärmen.
  • Damit schrumpfen die Lebensräume für junge Weiße Haie, die besonders temperaturabhängig sind.
  • Die Tiere wandern folglich in nördlichere Gewässer, wo sie jedoch zur Gefahr für andere Arten werden.
Laura Beigel
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Monterey. Der Klimawandel wirkt sich auf alle Ökosysteme aus – auch auf die Meere. So haben Forscher des Monterey Bay Aquariums in Kalifornien festgestellt, dass seit 2014 junge Weiße Haie vor der Küste Kaliforniens 600 Kilometer nach Norden gewandert sind.

Grund dafür sei die Erwärmung des Meerwassers, heißt es in der Studie, die im Fachmagazin „Scientific Reports“ erschienen ist. Für die Haie werde es immer schwieriger, Lebensräume mit Wassertemperaturen innerhalb ihres bevorzugten Temperaturbereichs zu finden. Doch gerade Jungtiere sind temperaturabhängig und schaffen es deshalb nur schwer, sich an Temperaturschwankungen anzupassen.

Forscher statten Jungtiere mit Peilsendern aus

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„Diese Haie – indem sie sich in Gebiete wagen, in denen sie in der Vergangenheit nicht zu finden waren – sagen uns, wie der Ozean durch den Klimawandel beeinflusst wird“, sagte Kyle Van Houtan, Chefwissenschaftler des Monterey Bay Aquariums.

Um den Aufenthaltsort der Jungtiere zu bestimmen, bringen die Meeresbiologen seit 19 Jahren Peilsender an den Tieren an. Die seitdem entstandenen Datensätze von 14 Haien werteten sie aus und verglichen sie mit den Messungen der Ozeantemperaturen der vergangenen 38 Jahre.

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Haie bedrohen in neuen Lebensräumen andere Arten

Dabei zeigte sich, dass sich die Jungtiere zwischen 1982 und 2013 vermehrt in der Nähe von Santa Barbara (Breitengrad: 34 Grad nördlich des Äquators) aufhielten. Dann kam es von 2014 bis 2016 zu einer marinen Hitzewelle, die mehreren Meerestieren das Leben kostete. Der Lebensraum der Haie verlagerte sich nach Norden in die Bodega Bay (Breitengrad: 38,5 Grad nördlich des Äquators) und reicht aktuell bis in die Nähe von Monterey (Breitengrad: 36 Grad nördlich des Äquators).

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Die Forscher beobachteten, dass mit der Verschiebung des Lebensraums ein dramatischer Anstieg bei von Weißen Haien getöteten Seeottern einherging. Ob es zukünftig auch verstärkt zu Begegnungen zwischen Menschen und Haien kommen wird, ist unklar.

Für Van Houtan steht jedenfalls fest: „Die Haie sind nicht das Problem. Unsere Emissionen sind das Problem.“ Es sei an der Zeit, auf „diesen Chor der Natur“ zu hören und fossile Brennstoffe zu reduzieren.

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