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Klimawandel: Auch in Deutschland könnte langfristig das Grundwasser knapp werden

  • Noch vor wenigen Jahren hätte kaum jemand gedacht, dass man sich in Deutschland über knappes Wasser Gedanken machen muss..
  • Aber der Klimawandel bringt dieses Thema auf die Agenda
  • Schon jetzt seien Konflikte zwischen Landwirtschaft, Industrie und Bürgern absehbar, wenn das Wasser knapp wird, betonen Fachleute.
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Osnabrück. Die Sommer werden in Deutschland trockener – diese Folge des Klimawandels hat auch Auswirkungen auf das Grundwasser. Rund 200 Fachleute beschäftigen sich bei einer Tagung der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) in Osnabrück am Dienstag mit Grundwasser-Nutzungsansprüchen und -Konflikten sowie am Mittwoch mit dem Schutz von Grundwasser-Ökosystemen. „Wir wollen uns mit dieser Tagung klar werden, was sind die Herausforderungen, was sind die wichtigsten Akteure in Deutschland“, sagte Organisator Maximilian Hempel.

Besonders die vergangenen drei Jahre war der Klimawandel sichtbar

Die vergangenen drei Sommer waren regional von großer Trockenheit geprägt. In diesem Sommer hatte der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) vor einer schwierigen Versorgungssituation mit Trinkwasser in einigen Regionen gesprochen. „Die letzten drei Jahre war der Klimawandel für viele von uns ganz persönlich wahrnehmbar“, sagte Hempel.

Es gebe noch einigen Forschungsbedarf, erklärte der DBU-Experte. So habe der im Sommer geringere Wasserstand der Flüsse und Bäche auch Auswirkungen auf das Grundwasser, etwa was seine chemische Zusammensetzung angehe. Was das für die Ökologie des Grundwassers bedeute, sei noch nicht umfassend erforscht.

Regionale Regeln für die Wasserverteilung nötig

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Absehbar seien Konflikte zwischen Landwirtschaft, Industrie und Bürgern, wenn Wasser knapp wird. Die DBU wisse aus Projekten, dass es ein gutes Verfahren sei, wenn alle Betroffenen eines bestimmten Gewässerabschnitts an einem Tisch säßen und gemeinsam Regeln zur Wasserverteilung aufstellten. „Das muss man regional organisieren“, sagte Hempel. Im Zweifel müssten Landwirte auch auf die Entnahme von Wasser verzichten, wenn sonst die Grundwasserbildung gestört werde. „Klar ist aber auch, dass die Landwirte für diese Aufgaben eine Aufwandsentschädigung oder eine Honorierung bekommen sollten.“

Noch vor kurzem habe die Landwirtschaft vor der Aufgabe gestanden, Wasser über Gräben aus den Wirtschaftsflächen abzuleiten, damit etwa große Maschinen fahren oder die Flächen bearbeitet werden können. „Mittlerweile ist das Gegenteil der Fall: Wasser ist immer weniger vorhanden, es muss mit Mühe im Gelände gehalten werden“, betonte Hempel. Die Gräben könnten nun dazu dienen, Wasser aufzustauen. Aber auch hier seien Abstimmungen notwendig.

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Wasser sparen durch moderne Technik

Auch mit moderner Technik lasse sich Wasser sparen. In der Landwirtschaft könnte man über Tröpfchen-Bewässerung nachdenken. Die Industrie sollte mehr auf Kreislauf- und Zweitnutzung von Wasser setzen. „Für viele Anwendungsfälle brauchen wir gar nicht die hohe Qualität unseres Trinkwassers.“ Hier könne Deutschland noch viel von der Wirtschaft in anderen Ländern lernen, wo man schon lange viel sparsamer mit Trinkwasser umgehe.

Grundsätzlich gebe es noch keine Knappheit beim Wasser in Deutschland, aber über die Verteilung müsse neu nachgedacht werden. So habe sich die Niederschlagsmenge im Großen und Ganzen nicht verändert. Allerdings seien die Sommer inzwischen trocken und die Winter nass. „Das heißt, den Pflanzen fehlt genau dann, wenn sie in der Wachstumsphase sind, das wichtige Wasser.“ Und wenn es Niederschläge gebe, dann oft kurze und heftige Sturzregen-Ereignisse. „All diese Zusammenhänge müssen nun in den Blick genommen werden, und dann kriegen wir das auch hin“, sagte Hempel.

RND/dpa

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