Grafiken zeigen das Ausmaß

Nicht nur der wärmste Tag: Diese unrühmlichen Klimarekorde wurden 2023 schon gebrochen

Die Erderwärmung lässt sich an vielen verschiedenen Faktoren ablesen – zum Beispiel am Antarktiseis.

Die Erderwärmung lässt sich an vielen verschiedenen Faktoren ablesen – zum Beispiel am Antarktiseis.

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Der 6. Juli 2023 war ein außergewöhnlicher Tag. An diesem Tag wurden gleich zwei Rekorde aufgestellt. Wie das Flügeportal Flightradar 24 auf Twitter schrieb, flogen am 6. Juli 2023 insgesamt 134.386 Passagiermaschinen um die Welt. So viele waren es bis dahin noch nie. Gleichzeitig war der 6. Juli 2023 der bis heute wärmste Tag seit Beginn der Aufzeichnungen. Bereits am 3. Juli 2023 überschritt die globale Durchschnittstemperatur erstmals in der Geschichte die 17-Grad-Schwelle. Drei Tage später waren es sogar 17,23 Grad Celsius. Neben der globalen Erwärmung gilt das Phänomen El Niño als Ursache.

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Erstmals mehr als 17 Grad im globalen Durchschnitt

Zuletzt wurde das Klimaereignis El Niño 2016 beobachtet. In diesem Jahr wurden gleich mehrere Klimarekorde aufgestellt, die seitdem Bestand hatten. Ein Beispiel: Am 13. August 2016 betrug die globale Durchschnittstemperatur der Luft zwei Meter über dem Boden 16,92 Grad, hat die University of Maine gemessen, so viel wie niemals zuvor seit Beginn der Messungen.

In den Jahren darauf war ein gegenteiliger Mechanismus namens La Niña am Werk, mit kühlender Wirkung auf das Weltklima. Dieser Effekt fällt nun weg. Nach sieben Jahren ist El Niño zurückgekehrt und mit ihm die Temperaturrekorde.

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In den globalen Durchschnittswert von 17,23 Grad fließen sowohl die extreme Hitze in einigen Ländern der Nordhalbkugel ein als auch die gemäßigten Temperaturen im winterlichen Süden der Erde.

Neben der allgemeinen Erderwärmung gilt vor allem El Niño als Ursache für die Rekorde dieses Jahres. Das Wetterphänomen kehrt alle paar Jahre zurück und bleibt für neun bis zwölf Monate. Kennzeichnend ist die Erwärmung der Oberfläche des zentralen und östlichen tropischen Pazifiks.

Weitere Rekorde in diesem Jahr wahrscheinlich

Den Begriff El Niño prägten erstmals peruanische Fischer, die die regelmäßigen Temperaturschwankungen ihrer Gewässer bemerkten. Die wärmeren Wassermassen vor der Küste Südamerikas haben Folgen für alle Teile der Welt. Während damit an der Westküste Nord- und Südamerikas mehr Niederschlag einhergeht, kommt es in Südostasien, Ostafrika und Australien häufiger zu Dürren. Zudem steigt die Gefahr von Wirbelstürmen im Pazifik.

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Vermutlich hat der Rekord vom 6. Juli jedoch nicht allzu lange Bestand, denn El Niño hat seinen Höhepunkt noch nicht erreicht und auf der Nordhalbkugel ist der Sommer noch eine Weile präsent. „Deshalb wäre es nicht überraschend, wenn der Rekord in den kommenden Tagen und Wochen erneut gebrochen wird”, schätzt Paulo Ceppi, Klimawissenschaftler am Imperial College London.

Für den globalen Durchschnittswert sind die Jahreszeiten der Nordhalbkugel bestimmend, wie die folgende Grafik zeigt, denn dort befindet sich der Großteil der Landmassen.

Um sich die Abweichung vom Durchschnitt der Jahre 1982 bis 2010 anzeigen zu lassen, klicken Sie oberhalb der Kurven auf „Abweichung“. Dort können Sie sich auch den Verlauf eines anderen Jahres in der Grafik hervorheben lassen.

Der bekannteste Indikator für den Klimawandel ist die Lufttemperatur. Das Ziel der Staatengemeinschaft ist es, eine Erwärmung von mehr als 1,5 Grad gegenüber der vorindustriellen Zeit zu verhindern.

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Meere erstmals über 21 Grad

Darüber hinaus lässt sich die Erwärmung des Planeten an der Wassertemperatur ablesen. Die durchschnittliche Temperatur der Meere schwankt im Jahresverlauf weniger stark als in der Luft, wie die mittlere Kurve in der Grafik oben verdeutlicht. Auch dort wurde in diesem Jahr eine symbolische Schwelle überschritten: Im März stieg die Temperatur erstmals über 21 Grad. Der neue Höchstwert von 21,05 Grad wurde am 1. April 2023 gemessen.

Weniger als 1,8 Millionen Quadratkilometer Eis

Unter umgekehrten Vorzeichen verdeutlicht die Kurve des antarktischen Meereises den klimatischen Trend. Erstmals wurde im Jahr 2022 eine Ausdehnung von weniger als zwei Millionen Quadratkilometern gemessen. Im Jahr 2023 folgten weitere Tiefstände. Am 19. Februar 2023 wurde der bisherige Negativrekord von 1,8 Millionen Quadratkilometern aufgestellt.

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Daten

Die Daten stammen vom Climate Reanalyzer, einem Tool der University of Maine. Es verwendet Daten, die das National Center for Environmental Prediction (NCEP) mithilfe von Bodenmessungen, Wetterballons und Satellitenbeobachtungen erhoben hat. Die Ergebnisse des Climate Reanalyzers werden von der amerikanischen Klimabehörde NOAA allerdings nicht offiziell anerkannt. Die Behörde selbst veröffentlicht ebenfalls Daten, aber nicht täglich, sondern auf Basis von Monaten und Jahren.

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