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Klimawandel bedroht bis zu 45.000 Jahre alte Höhlenkunst in Indonesien

  • Der Klimawandel macht vor nichts halt – auch nicht vor den Kunstwerken unserer Vorfahren.
  • Die veränderten Bedingungen bringen eine beschleunigte Alterung der Wandmalereien auf der indonesischen Insel Sulawesi mit sich.
  • Einige der ältesten bekannten Felsmalereien der Mensch­heits­geschich­te sind dadurch laut Forschern gefährdet.
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Sulawesi. Der Klimawandel gefährdet einige der ältesten bekannten Felsmalereien der Menschheitsgeschichte. Zunehmend häufigere Wechsel zwischen Dürre und extremer Feuchtigkeit lieferten ideale Bedingungen für eine beschleunigte Alterung der Wand­male­reien auf der indonesischen Insel Sulawesi, schreibt eine australische Forschergruppe im Fachmagazin „Scientific Reports“. Für die Studie hatten die Forscher Gesteinsstückchen analysiert, die sich bereits von den Wänden gelöst hatten.

Bei einer Untersuchung der Wandmalereien auf der indonesischen Insel Sulawesi stellten Forscher fest: Der Klimawandel bedroht die bis zu 45.000 Jahre alte Kunst. © Quelle: Rustan Lebe

Die Malereien finden in sich in zahlreichen Höhlen der Region Maros-Pangkep und wurden auf ein Alter zwischen 45.000 und 20.000 Jahren datiert. Sie zeigen Jagdszenen, Tiere oder auch Handnegative – also Abdrücke von Händen, über die Ockerfarbe gesprüht wurde. Bisher habe es laut dem Forscherteam um Studienleiter Adam Brumm von der Griffith-Universität (Brisbane/Australien) nur Anhaltspunkte für eine schnellere Alterung in den letzten Jahrzehnten gegeben, die genauen Ursachen dafür waren aber bisher unklar.

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Forscher: Klimawandel ist die „akuteste Bedrohung“ für Wandmalereien auf Sulawesi

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Die Forscher sammelten nun Gesteinsproben in elf Höhlen und untersuchten diese genauer. Sie fanden darin verschiedene Salze, darunter Kalziumsulfat und Natriumchlorid, die den Forschern zufolge für die Zersetzung der Felsen samt der Malereien verantwortlich sind. Das gelöste Salz lagert sich demnach in den Gesteinsschichten ab. Beim Trocknen kristallisiert es und sprengt die Oberfläche, auf der die Malereien liegen, ab. Verstärkt werde dieser Prozess durch die wechselnde Temperatur und die hohe Feuchtigkeit der Umgebung.

Dieser natürliche Prozess sei laut Huntleys Forschungsgruppe in der Region weit verbreitet, doch durch den menschen­gemachten Klimawandel gebe es mehr extrem trockene und extrem nasse Jahre. Ein klarer Trend sei in den letzten Jahr­zehn­ten im Vergleich zu den Jahrtausenden davor zu erkennen: Die Häufigkeit von Extremwetterbedingungen, die mit dem Wetterphänomen El Nino in Verbindung stehen, nehme im Pazifik zu.

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Die verschlechterten Bedingungen seien die „akuteste Bedrohung für den Erhalt von Wandmalereien in der Region“, heißt es. Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass langfristige Überwachungs- und Erhaltungsmaßnahmen erforderlich sind, um die Felskunst in der tropischen Region zu schützen, ähnlich denen vergleichbarer europäischer Fundstätten, etwa in der Höhle von Lascaux in Frankreich.

RND/dpa

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