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Klimaerwärmung: Wildtiere werden häufiger krank – Amphibien besonders betroffen

  • Aufgrund des Klimawandels sind Wildtiere mittlerweile häufiger von Erregern wie Viren befallen.
  • Laut neuen Erkenntnissen betrifft das vor allem Amphibien, da sie sich nur schlecht an Temperaturänderungen anpassen können.
  • Je wärmer die Umgebung, desto häufiger erkranken Frösche, Echsen und Co.
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Tempa. Mit der fortschreitenden Klimaerwärmung steigt Modellrechnungen zufolge für viele Wildtiere die Gefahr durch Infektionskrankheiten. Insbesondere für wechselwarme Tiere wie Reptilien und Amphibien dürfte das Infektionsrisiko bei höheren Temperaturen zunehmen, schreiben US-Forscher in der Fachzeitschrift „Science“. Zudem seien an gemäßigte und kühle Umweltbedingungen angepasste Tiere stärker betroffen als Tiere aus warmen Klimazonen.

„Krankheitsausbrüche bei Wildtieren haben in den letzten Jahrzehnten im Zuge des Klimawandels zugenommen, wobei unklar bleibt, wie der Klimawandel die Krankheitsdynamik in verschiedenen geografischen Regionen verändert“, schreiben die Wissenschaftler um Jeremy Cohen von der University of South Florida in Tampa (Florida, USA).

Frösche, Echsen und Schlangen besonders stark betroffen

Sie trugen Daten von 2021 Tier-Erreger-Beziehungen aus weltweit 7346 Wildtierpopulationen sowie dazugehörige Wetter- und Klimadaten zusammen und erstellten auf dieser Basis Computermodelle. Damit simulierten sie für unterschiedliche Ausprägungen des Klimawandels in den kommenden Jahrzehnten, wie sich das Risiko verschiedener Tiergruppen verändert, von Erregern wie Viren, Bakterien, Pilzen und Würmern befallen zu werden.

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Den Modellen zufolge werden wechselwarme Tiere wie Frösche, Echsen und Schlangen besonders stark von einem erhöhten Infektionsrisiko betroffen sein. Die Antwort des Immunsystems auf eine Infektion hängt den Forschern zufolge bei wechselwarmen Tieren sehr stark von der Umgebungstemperatur ab. Bei ihnen steigt auch das Infektionsrisiko, wenn Tiere aus warmen Klimazonen vergleichsweise kühle Klimabedingungen erleben. In den Tropen dürfte das Infektionsrisiko bei wechselwarmen Tieren bei zunehmender Klimaerwärmung hingegen leicht zurückgehen.

Amphibien können sich bei Temperaturänderungen schlecht anpassen

Die Studie bestätigt die Hypothese, nach der Amphibien sich weniger gut an Temperaturänderungen anpassen können als ihre Krankheitserreger. Demzufolge könnten Parasiten mit kleinerem Körper mit größerer Wahrscheinlichkeit ihre Leistungsfähigkeit über einen größeren Temperaturbereich erhalten als ihre Wirte mit größerem Körper. Extreme Bedingungen jedoch begrenzen demzufolge die Krankheitserreger stärker als die Tiere.

Weitere Faktoren als Klimabedingungen entscheidend

Trotz der aufgezeigten Tendenzen seien nicht die Veränderungen für jede Tier-Erreger-Beziehung aus ihren Modellrechnungen abzuleiten, schreiben die Forscher. „Wir geben zu bedenken, dass unsere Vorhersagen stark verallgemeinert sind und nur eine allgemeine Erwartung für globale Veränderungen des Krankheitsrisikos bei Erwärmung sind.“ Denn wie sich das Verhältnis zwischen Tieren und ihren Parasiten entwickelt, hänge meist noch von weiteren Faktoren als nur der Temperatur oder anderen Klimabedingungen ab.

RND/dpa

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