Kinderlähmung: Gefahr in Deutschland noch nicht gebannt

Um 99 Prozent sind die Fallzahlen bei Kinderlähmung seit 1988 weltweit gesunken. Besteht damit in Ländern wie Deutschland kein Grund mehr zur Impfung?

Anzeige
Anzeige

Berlin. Trotz weltweit gesunkener Fallzahlen von Kinderlähmung halten Experten die Gefahr neuer Polio-Infektionen in Deutschland nicht für gebannt. "Das Risiko einer Wiedereinschleppung ist vorhanden", sagte Kathrin Keeren vom Robert Koch-Institut in Berlin (RKI) der Deutschen Presse-Agentur vor dem Welt-Polio-Tag am 24. Oktober. Gründe dafür sieht die Leiterin der Geschäftsstelle der Nationalen Kommission für die Polioeradikation in Deutschland in sinkenden Impfquoten bei Kindern sowie in der Migration aus Ländern mit Polio-Vorkommen.

Weltweit gab es laut Global Polio Eradication Initiative in diesem Jahr rund 19 Neuinfektionen bis Mitte Oktober, im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es nur 11. Am stärksten betroffen ist Afghanistan mit 15 Fällen. Eine in Deutschland erworbene Ansteckung mit Wildpolioviren wurde zuletzt 1990 erfasst, 1992 waren letztmalig importierte Fälle hierzulande bekannt geworden.

Von dpa/RND

“Staat, Sex, Amen”
Der neue Gesellschaftspodcast mit Imre Grimm und Kristian Teetz
  • Laden Sie jetzt die RND-App herunter, aktivieren Sie Updates und wir benachrichtigen Sie laufend bei neuen Entwicklungen.

    Hier herunterladen