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Katzen lieben Boxen – auch wenn sie nur eine optische Illusion sind

  • Es ist eine altbekannte Wahrheit: Katzen und ihre Boxen sind einfach unzertrennlich.
  • Doch ein aufgeklebtes Quadrat reicht scheinbar aus, um bei Katzen Interesse zu wecken.
  • Das deutet darauf hin, dass Katzen in der Lage sind, optische Täuschungen wahrzunehmen.
Alice Mecke
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Hannover. Ob Schuhkarton, Umzugskiste oder Wäschekorb: Katzen lieben es offensichtlich, in Boxen zu sitzen. Eine Studie aus den USA hat bezüglich dieses „Drangs zur Kiste“ nun eine überraschende Erkenntnis erlangt: Auch eine illusorische Box reicht demnach aus, um das Interesse der Katzen zu wecken. Die Studie wurde im Fachjournal „Applied Animal Behavior Science“ veröffentlicht. Forscher der City University of New York und der School of Psychology and Public Health in Australien untersuchten dabei mithilfe von freiwilligen Helfern, sogenannten Citizen Scientists, ob Katzen quadratische, optische Täuschungen wahrnehmen können – und wie ein echtes Quadrat behandeln.

Katzenbesitzer mussten drei Quadrate testen

Für die Studie, die den klangvollen Namen „If I fits, I sits“ (deutsch: Wenn ich passe, sitze ich) trägt, schickten die Forscher den teilnehmenden Katzenbesitzern verschiedene Materialien zu. Damit konnten sie drei verschiedene Formen erstellen: ein geklebtes Quadrat, eine „Kanizsa-Illusion“ und eine Kontrollform – ein „falsches Quadrat“. Bei einem Kanizsa-Quadrat handelt es sich um vier Formen, die an Pacman erinnern und die so ausgerichtet sind, dass sie vier Ecken eines Quadrats bilden (siehe Bilder unten).

Die Besitzer mussten die Reaktion ihrer Haustiere dann unter kontrollierten Bedingungen filmen, ohne dabei die Wahl der Tiere zu beeinflussen. Während ursprünglich mehr als 500 Hauskatzen für die Studie eingeschrieben waren, schrumpfte der endgültige Datensatz auf 30 Bürgerwissenschaftler, denen es gelang, alle erforderlichen Versuche abzuschließen.

Katzen behandeln Klebestreifen wie eine Box

Die kognitive Ethnologin Gabriella Smith von der City University of New York stellte dabei fest: „Die Katzen in dieser Studie standen oder saßen häufiger in der Kanizsa [...]. Sie zeigten die Anfälligkeit für illusorische Konturen und unterstützten unsere Hypothese, dass Katzen ein illusorisches Quadrat wie ein echtes Quadrat behandeln.“ Auf Twitter veröffentlichte Smith ein Video, das ihre These verdeutlicht:

Die Katzen saßen auf den Kanizsa-Plätzen und den aufgeklebten Quadraten. Jedoch nicht in der Kontrollanordnung – der falsch angeordneten Kanizsa-Täuschung, die sich gedanklich nicht zu einem Quadrat vervollständigen lässt. Laut der Studie bedeutet dies, dass Katzen in der Lage sind, „illusorische Konturen wahrzunehmen“.

Doch Katzen wären nicht Katzen, wenn sie nicht ihren ganz eigenen Kopf hätten. Der Twitter-User Ben Balas postete ein Foto seines Haustiers, das den Versuch offensichtlich nicht ganz verstanden hat.

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Katzen zeigen in vertrauter Umgebung eher natürliches Verhalten

Die Forscher schränken jedoch ein, dass die Studienaussage durch die kleine Stichprobengröße begrenzt ist. Ihre Arbeit trage jedoch zu Erkenntnissen aus früheren Untersuchungen bei, in denen bereits festgestellt wurde, dass Katzen auf optische Illusionen von Konturen reagieren. Außerdem wurden für die Studie zum ersten Mal an Katzen in einer ihnen vertrauten Umgebung getestet – in der sie im Gegensatz zu Laborbedingungen vermutlich eher ihr natürliches Verhalten zeigen.

Smith und ihr Team wollen bei einer weiteren Untersuchung nun dreidimensionale Kanizsa-Quadrate verwenden, um das Phänomen weiter zu untersuchen. „Im Vergleich zu Hunden fehlt es sicherlich an Katzenerkennungsforschung und obwohl der Grund dafür unklar ist, könnte die Verwendung der Bürgerwissenschaft als Vorläufer für Laboruntersuchungen der Katzenkognition wesentlich dazu beitragen, diese Kluft zu überbrücken“, so das Team.

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