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Studien untersuchen: Wo hat man die besten Chancen, die Apokalypse zu überleben?

  • Der Klimawandel hinterlässt immer häufiger katastrophale Spuren: Überschwemmungen in Europa, China und Indien, beispiellose Hitzewellen und Waldbrände in Kanada und in den USA.
  • Forschende wollten wissen, wo sich ein völliger Kollaps der Zivilisation am ehesten überleben ließe.
  • Neben der australischen Insel Tasmanien, Irland, Island und Großbritannien gilt Neuseeland ihrer Studie nach als sicherer Ort.
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Sydney. Wohin, wenn alle Stricke reißen oder „when shit hits the fan“, wie man auf Englisch so schön sagt? Laut britischen Forschenden gibt es nur einige wenige Orte auf der Welt, wo sich solch ein Szenario gut überleben lässt. Einer dieser ist – trotz Erdbebengefahr und aktiver Vulkane – Neuseeland. Aber auch die australische Insel Tasmanien, Irland, Island und Großbritannien schneiden in der aktuellen Studie gut ab.

All diese Orte haben gemeinsam, dass es sich um Inseln handelt, für die es leichter ist, ihre Grenzen zu überwachen und Migration damit erfolgreich zu begrenzen. Außerdem weisen alle fünf derzeit eine geringe Temperatur- und Niederschlagsvariabilität auf. Das heißt, dass dort trotz der Auswirkungen des Klimawandels vermutlich relativ stabile Bedingungen bestehen bleiben. Außerdem sind sie alle groß genug, um sich im Hinblick auf Energie und Landwirtschaft selbst zu versorgen.

Schon seit Längerem: Fluchtziel für Superreiche

Vor allem Neuseeland wird unter den Superreichen schon lange als idealer Zufluchtsort in der Pandemie gehandelt. Gary Lynch, Chef des texanischen Bunkerherstellers Rising S, berichtete im April 2020 im Interview mit dem US-Medium Bloomberg bereits von einem reichen Manager aus New York, der im März 2020, noch bevor Neuseeland seine Grenzen für Ausländer schloss, einreiste, um die Pandemie in seinem unterirdischen Bunker in Neuseeland auszusitzen. „Er wollte die Kombination für die Tür überprüfen und stellte Fragen zur Stromversorgung und zum Warmwasser­bereiter und ob er zusätzliche Wasser- oder Luftfilter benötigen würde“, berichtete Lynch, dessen Firma den Bunker gebaut hat. Der Manager sei nach Neuseeland geflüchtet, um alldem zu entkommen, was gerade in der Welt vor sich gehe.

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Der Trend, sich für den Ernstfall zu wappnen, begann nicht erst mit der Pandemie. Bereits 2017 berichteten Medien über reiche Unternehmer, die sich in Neuseeland einkauften, wie beispielsweise den Paypal-Gründer und Techmilliardär Peter Thiel. Die Superreichen kauften Bauernhöfe und Land, vor allem im idyllischen Queenstown auf der Südinsel. Neuseelands geografische Isoliertheit mache es zu einem perfekten Zufluchtsort, hieß es schon damals.

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Lebenszeichen der Erde werden schwächer

Angesichts der Pandemie und zahlreicher Natur­katastrophen in Europa, Asien und Nordamerika erscheint der Kollaps der Menschheit vielen inzwischen aber noch mal deutlich präsenter als noch vor einigen Jahren. Auch eine Studie, die Forschende Ende Juli im Fachmagazin „Bioscience“ veröffentlichten, zeichnete ein düsteres Bild. Sie kam zu dem Schluss, dass sich die „Lebenszeichen“ unserer Erde in den vergangenen zwei Jahren nochmals verschlechtert haben, und das, obwohl die Hoffnung groß war, dass die Pandemie trotz all ihrer Negativfolgen zumindest dem Klima helfen könnte. Schließlich hat sich der Flugverkehr seit Anfang 2020 deutlich reduziert und Millionen Menschen arbeiten nach wie vor zu Hause. Doch die Studie bestätigte erneut den Klimanotstand, auf den 2019 bereits über 11.000 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in einer gemeinsamen Erklärung eindringlich aufmerksam gemacht hatten.

Kommt es irgendwann zum völligen Kollaps der Zivilisation – also dem Zusammenbruch von Lieferketten, internationalen Abkommen und globalen Finanzstrukturen –, so lässt sich diese apokalyptische Situation an nur wenigen Orten weltweit auf Dauer überleben, wie Forschende der Anglia Ruskin University (ARU) in Großbritannien in einer weiteren aktuellen Studie schrieben.

Klimawandel als „Risikomultiplikator“

Solch ein Szenario könnte entstehen, wenn ökologische Zerstörung mit begrenzten Ressourcen und Bevölkerungs­wachstum zusammentreffen und der Klimawandel als „Risikomultiplikator“ diese Trends noch mal verschärft, wie es in der im Fachmagazin „Sustainability“ veröffentlichten Studie heißt. „In den kommenden Jahren und Jahrzehnten sind erhebliche Veränderungen möglich“, sagte Aled Jones vom Global Sustainability Institute an der Anglia Ruskin University, der an der Studie beteiligt war.

Eine derartige apokalyptische Situation könnte langsam über Jahre oder Jahrzehnte entstehen oder aber auch sehr schnell innerhalb von weniger als einem Jahr, glauben die Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen. Die Schwere dieser Veränderungen würde auch von den Auswirkungen des Klimawandels bestimmt. Dazu gehören häufige und intensive Dürren und Überschwemmungen wie auch extrem hohe Temperaturen, die beispielsweise Bevölkerungs­migrationen zur Folge haben könnten.

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