Kaminholz: Gut gerüstet für den Winter

Sobald die kalte Jahreszeit beginnt, werden die ersten Kamine angefeuert. Doch dafür braucht es gutes Holz. Was ist rund um den Kauf zu beachten? Antworten auf die wichtigsten Fragen.

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Hannover. Angesichts steigender Öl- und Gaspreise und des Klimawandels erlebt das Heizen mit Holz eine Renaissance. Aber ist es tatsächlich die kostengünstigere und nachhaltigere Alternative? "Es kommt drauf an", sagt Hans Eiber, Forstwirt und Autor des Sachbuchs "Brennholz" (BLV-Verlag) im Hinblick auf den Kostenvorteil. Für Waldbesitzer sei es sicher die kostengünstigere Alternative. Für diejenigen, die das Holz gegen eine Gebühr aus dem Wald beziehen und sich obendrein die Ausrüstung kaufen müssen, sei es mitunter günstiger, das Brennholz fertig zu kaufen.

Kein befürchteter Kahlschlag in deutschen Wäldern

Die nachhaltigere Lösung ist es in jedem Fall. „Holz wächst in überschaubaren Zeiträumen nach und setzt bei der Verbrennung nur das Kohlendioxid frei, das der Baum zuvor im Wachstum gebunden hat“, sagt Hermann Hansen, Berater bei der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR). Hinzuzurechnen sei lediglich der energetische Aufwand zur Waldbewirtschaftung und Holzernte. Kurzum: „Die Klimabilanz ist also weitgehend ausgeglichen.“ Und auch vom befürchteten Kahlschlag in deutschen Wäldern kann derzeit keine Rede sein: „In einer nachhaltigen Forstwirtschaft, wie sie in Deutschland üblich ist, wird nur so viel Holz aus dem Wald entnommen, wie nachwachsen kann.“ Tatsächlich habe die jüngste Bundeswaldinventur gezeigt, dass aktuell im deutschen Wald mehr Holz nachwächst, als geerntet wird.

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Und was ist mit fossilen Rohstoffen?

Bei Kohle, Heizöl und Erdgas sieht es ganz anders aus. So sei das frei werdende CO2 vor Jahrmillionen gebunden worden und gelange nun seit Beginn der Industrialisierung in einer relativ kurzen Zeitspanne wieder in die Atmosphäre. Hansen: „Es reichert damit deren CO2-Gehalt weiter an und trägt zum Klimawandel bei.“

Welche Holzarten haben einen guten Brennwert?

„Grundsätzlich sind alle Baumarten gut als Brennholz geeignet“, sagt Heizexperte Hansen. Viel entscheidender für die Verbrennung sei, dass das Holz gut getrocknet ist. Eiber bevorzugt für den heimischen Kamin dichtporige Laubhölzer wie Buche und Eiche. Wobei die Buche, so der Fachmann, noch sauberer verbrenne. Die Eiche enthalte viele Gerbstoffe, sprich Säure, die den Ofen bei häufiger Nutzung beschädigen könnten. Bei Nadelhölzern wie Fichte und Kiefer müsse man bedenken, dass das enthaltene Harz beim Verbrennen verruße. Die Folge: „Wer einen Kamin mit Glastür hat, muss öfter die Scheibe putzen.“ Hansen betont, dass Harze äußerst energiereich seien und ein Scheit Fichtenholz daher mehr Wärme liefere als ein gleich großer Scheit Buchenholz.

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Bei dieser Methode wird das Feuer von oben angezündet. Das hat zur Folge, dass es gleichmäßig und ohne große Schadstoffemissionen, also energetisch optimal, abbrennt. Doch bevor es so weit ist, werden zunächst zwei Holzscheite parallel und mit etwas Abstand zueinander auf die Grundplatte gelegt. Quer darüber kommen zwei kleinere Scheite, diesmal mit den Spaltseiten nach oben. Obendrauf kommt eine Gitterlage aus relativ klein gespaltenen Hölzern (etwa einen Zentimeter dick), gespickt mit einem Kaminanzünder. Nach dem Anzünden beginnt der Gitterstapel ruhig und ohne große Rauchentwicklung zu brennen. Die zunehmende Hitze stößt den Ausgasungsvorgang in den unten liegenden Hölzern an, bis auch diese zu brennen beginnen. Da die aufsteigenden Gase durch das Feuer müssen und dabei weitgehend verbrennen, entsteht nur wenig Rauch. Nachgelegt werden später zwei Stücke in die Glut mit der Schnittseite nach unten.

Holzkauf: Das müssen Sie wissen

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Wichtig ist, dass man sich über die gängigen Verkaufsgrößen im Klaren ist, damit man auch einschätzen kann, was man für sein Geld bekommt. Mitunter komme es da zu Missverständnissen, weiß Eiber. Üblich sind Festmeter (ein Kubikmeter Holz ohne Hohlräume), Raummeter (ein Kubikmeter lose gestapeltes Holz einschließlich der Hohlräume) und Schüttraummeter (ein Kubikmeter lose geschüttetes Holz einschließlich der Hohlräume). Übliche Scheitholzlängen sind 25, 33 oder 50 Zentimeter. Für die ideale Breite (Umfang) lässt sich das sogenannte Merkelmaß heranziehen, das sich von der favorisierten Handhaltung der Kanzlerin (Daumen und Zeigefinger zu einer Raute zusammengelegt) ableitet. Scheite, die sich damit umfassen lassen, haben ein Idealmaß. Wer sein Holz direkt verfeuern will, muss zudem darauf achten, dass es nicht zu feucht ist. Der gesetzlich vorgeschriebene Grenzwert liegt bei 25 Prozent Feuchtegehalt. Zur Überprüfung gibt es Messgeräte, die allerdings – wenn sie zuverlässige Ergebnisse liefern sollen – ihren Preis haben. „Der kann durchaus bei an die 100 Euro liegen“, weiß Forstwirt Eiber. Von preisgünstigen Geräten rät er ab. Wer darauf Wert legt, dass Brennholz aus nachhaltiger Forstwirtschaft stammt, bei dem überwiegenden Teil in Deutschland ist das ohnehin der Fall, kann auf das RAL-Gütezeichen achten.

Das Buch "Brennholz“ von Hans Eiber ist im BLV-Verlag erschienen, 160 Seiten, 20 Euro.

Woher beziehe ich mein Holz?

Hansen: „Holz kann man als sogenannter Selbstwerber nach Erlaubnis des zuständigen Forstamtes im Wald selbst aufbereiten und abtransportieren. Für manchen Holzwerber ist die schweißtreibende Arbeit mit Motorsäge und Axt ein willkommener Ausgleich zum Bürojob.“ Bequemer ist der Bezug von ofenfertigem Holz über Biomassehöfe, Baumärkte, Waldbesitzer oder Brennstoffhändler. Wem ökologische Aspekte am Herzen liegen, dem empfiehlt Eiber zudem, auf regionale Produkte zu setzen, dann könne man auch sicher sein, woher das Holz stamme. Mitunter bezögen Brennholzhändler große Mengen Holz aus Osteuropa, wo es vor dem Transport in einer Trockenkammer heruntergetrocknet werde, um es für den Lkw leichter zu machen. „Dieser Prozess erfordert zusätzlichen Energieeinsatz für die Trocknung, für die oft obendrein Kohle eingesetzt wird, hinzu kommen die langen Transportwege.“

Holz-Spalten: Tipps und Tricks vom Profi

Eiber empfiehlt beim Kauf darauf zu achten, dass sich die Stücke mit einer Axt gut zerkleinern lassen. Um den Rücken zu schonen, rät er, die Stücke in einen Autoreifen auf den Hackeklotz zu stellen und darin zu spalten, dann fallen sie nicht herunter. Denjenigen, die etwas mehr investieren wollen, empfiehlt Hansen einen automatischen Holzspalter mit einer Spaltkraft von bis zu zehn Tonnen. Sie benötigen einen Starkstromanschluss und sind für einige Hundert Euro erhältlich. Schutzkleidung nicht vergessen!

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Holz-Lagerung: Auf was muss geachtet werden?

„An einem sonnigen und vor allem gut durchlüfteten Ort“, rät Hansen – wichtig sei, dass die Luft zirkulieren kann. Im Winter solle der Holzstapel zudem mit einer Plane abgedeckt und vor Feuchtigkeit geschützt werden. „Wer feuchtes Holz jetzt aufstapelt, muss mit einer Trocknungszeit von etwa neun Monaten rechnen, bei Eiche mitunter etwas länger“, schätzt Eiber. Trocknungszeiträume von zwei bis drei Jahren, die häufig kommuniziert würden, hält der Experte hingegen für völlig übertrieben.

Von Carolin Burchardt