Rosenmontag: Ein Feiertag in Deutschland?

Karnevalszug in Duisburg am Opernplatz vor dem Theater der Stadt im Jahr 2020.

Karnevalszug in Duisburg am Opernplatz vor dem Theater der Stadt im Jahr 2020.

Hannover. Der Rosenmontag gilt in Deutschland als Höhepunkt des Straßenkarnevals. Vor allem die großen Rosenmontagszüge in Köln, Düsseldorf, Aachen oder Mainz begeistern Menschen über die klassischen Karnevalshochburgen hinaus. Doch was hat es mit der Tradition überhaupt auf sich?

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Wann ist Rosenmontag?

Rosenmontag findet immer zwei Tage vor Aschermittwoch und der damit beginnenden Fastenzeit vor Ostern statt. Der früheste Rosenmontag fällt demzufolge auf den 2. Februar, der späteste findet am 8. März statt. In diesem Jahr fällt Rosenmontag auf Montag, den 28. Februar 2022.

Ist Rosenmontag ein Feiertag?

Rosenmontag zählt in keinem Bundesland in Deutschland zu den gesetzlichen Feiertagen. Dennoch ist es üblich, dass an dem Festtag vielerorts – allen voran in den Karnevalshochburgen – nicht gearbeitet wird. Sofern Arbeitgeber der Belegschaft nicht ausdrücklich freigeben, handelt es sich um einen gewöhnlichen Werktag.

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Schulfrei an Rosenmontag?

Auch wenn Schulen am Rosenmontag vereinzelt geschlossen bleiben, ist Rosenmontag grundsätzlich kein schulfreier Tag. Schulleitungen haben jedoch die Möglichkeit, auf sogenannte bewegliche Feiertage zurückzugreifen. Insbesondere in den Karnevalshochburgen ist es daher nicht unüblich, dass ein solcher für den Rosenmontag eingesetzt wird.

Karnevalsumzüge am Rosenmontag

Mit Rosenmontag verbinden viele vor allem die großen Umzüge in den rheinischen Karnevalshochburgen Köln, Düsseldorf oder Mainz – auch wenn man hier Fastnacht sagt. Üblicherweise werden die Rosenmontagszüge mit mehreren hunderttausend Teilnehmerinnen und Teilnehmern live im Fernsehen übertragen. Pandemiebedingt fallen die Umzüge aber auch in diesem Jahr größtenteils aus oder werden durch andere Veranstaltungen ersetzt.

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Auch wenn Köln heute die Stadt mit dem größten und international bekanntesten Rosenmontagsumzug ist, zog der erste urkundlich erwähnte Faschingszug durch das bayerische Nürnberg. Bereits Ende des 14. Jahrhunderts wurde hier mit den sogenannten Schembartläufern der Grundstein für das maskierte Treiben gelegt.

Karneval oder Fastnacht – was sagt man wo?

Was unspezifisch häufig als fünfte Jahreszeit tituliert wird, trägt je nach Region die Bezeichnung Karneval, Fasching, Fastnacht, Fasnacht oder Fassenacht. Vereinzelt sind auch die Begriffe Fasnet, Fastabend, Fasteleer oder Fastelovend geläufig.

Während Karneval sich vor allem in Köln, Bonn, Aachen, Düsseldorf und dem restlichen Ruhrgebiet etabliert hat, spricht man in Bayern, Sachsen und Teilen von Baden-Württemberg von Fasching. Fastnacht oder Fasnacht heißt das bunte Treiben hingegen vielerorts in Hessen, Rheinland-Pfalz, dem Saarland, in Franken und der Oberlausitz.

Wieso heißt der Rosenmontag Rosenmontag?

Dass „Rosenmontag” etwas mit Rosen zu tun hat, scheint offensichtlich, und lässt sich zumindest durch eine der zwei gängigen Theorien zum Ursprung erklären. So soll der Papst im 11. Jahrhundert Personen oder Organisationen, die sich besonders um die Kirche verdient gemacht haben, eine goldene Rose (die sogenannte Tugendrose) am „Rosensonntag“ überreicht haben. Der Rosensonntag (lateinisch „Laetare“) wiederum bezeichnet in der römisch-katholischen Liturgie den vierten Fastensonntag, mit dem die Mitte der Fastenzeit überschritten wird.

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Die Bezeichnung „Rosenmontag“ kam erst sehr viel später auf und ist gewissermaßen dem französischen Kaiser Napoleon zu verdanken. Dieser sah in dem spöttischen Charakter des rheinischen Straßenkarnevals eine Gefahr für seine Besatzung des Gebiets und verbot das närrische Treiben kurzerhand. Nach dem Wiener Kongress 1815 und Napoleons Verbannung sollte auch der Karneval reformiert werden. Zu diesem Zweck gründete sich 1822 in Köln das sogenannte Festordnende Kommitee, dessen Hauptversammlung am Montag nach Rosensonntag stattfand. Alsbald setzte sich für das Komitee der Name „Rosenmontagsgesellschaft“ durch. Der Erfolg des durch das Komitee organisierten ersten Maskenzuges mit dem Motto „Thronbesteigung des Helden Carneval“ fand Nachahmer in anderen Städten der Region, wo der mittlere Karnevalstag kurzerhand als Rosenmontag bezeichnet wurde.

2G plus und Abstandsregeln: Feiern unter Corona-Bedingungen

Auch in den Kneipen darf ohne Maske gefeiert werden. Allerdings müssen die Gäste geimpft oder genesen und zusätzlich geboostert und getestet sein.

Die zweite Erklärung zur Namensherkunft des Rosenmontags stützt sich auf das zu Lebzeiten unvollendet gebliebene Deutsche Wörterbuch der Gebrüder Grimm. Demnach ist der Begriff auf das mittelhochdeutsche Wort „Rasenmontag“ zurückzuführen, was sich von „rasender Montag“ ableite und zumindest im Hinblick auf die ausgelassene Stimmung am Karneval durchaus naheliegend erscheint.

Zukünftige Termine von Rosenmontag

  • 20. Februar 2023
  • 12. Februar 2024
  • 3. März 2025
  • 16. Februar 2026
  • 8. Februar 2027
  • 28. Februar 2028
  • 12. Februar 2029
  • 4. März 2030

RND/tr/jok/pf/do

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