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Impfstoffe gegen Corona: Das sind die wichtigsten Ansätze

  • Weltweit arbeiten Wissenschaftler in mehr als 100 Forschungsprojekten an Impfstoffen gegen das neuartige Coronavirus.
  • Zehn Impfstoffkandidaten sind bereits in der klinischen Erprobung.
  • Die Forschung konzentriert sich auf drei Methoden: Vektorimpfstoffe, Totimpfstoffe und die hochmodernen mRNA-Verfahren.
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Hannover. Rund um den Globus arbeiten Wissenschaftler unter Hochdruck an einem Impfstoff gegen das neue Coronavirus Sars-CoV-2: 110 Projekte zählt die Weltgesundheitsorganisation WHO derzeit. Und das sind offenbar noch nicht mal alle – der Verband der Forschenden Arzneimittelhersteller weiß noch von mindestens 13 weiteren. Insgesamt zehn befinden sich sogar schon in der klinischen Prüfung, das heißt, sie werden bereits an Menschen getestet. Der Präsident des Paul-Ehrlich-Instituts, der Zulassungsbehörde in Deutschland, Klaus Cichutek, deutete zuletzt an, dass bereits Ende dieses Jahres ein Impfstoff zur Verfügung stehen könnte. Die große Mehrheit der Experten rechnet allerdings erst für das kommende Jahr mit einem Wirkstoff gegen das Virus – was auch schon deutlich schneller wäre je zuvor: Bislang galten 10 bis 15 Jahre für die Entwicklung eines Impfstoffs als realistisch.

So groß die Zahl der Projekte allerdings auch ist – es sind vor allem drei verschiedene Ansätze, die die Wissenschaftler in Universitäten und Biotech-Unternehmen bei der Suche nach einem Impfstoff verfolgen:

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Die Hochmodernen: mRNA-Impfstoffe

Bei den sogenannten Messenger-RNA-Impfstoffen setzen die Forscher auf ein raffiniert anmutendes Prinzip: Den Patienten wird eine Art Botenstoff mit dem Bauplan der Virusoberfläche gespritzt, der die Zellen zur Bildung von Antigenen anregt, die wiederum die Produktion von Antikörpern gegen das Coronavirus provozieren – ein Spiel über Bande sozusagen. Auf dieses Prinzip setzen sowohl die deutschen Biotechunternehmen BioNtech aus Mainz und CureVac aus Tübingen sowie die US-Firma Moderna. Die Vorteile: mRNA-Impfstoffe sind schnell und in großer Menge kostengünstig herzustellen. Der Nachteil: Die Erfahrungen sind gering, bislang wurde noch kein Impfstoff auf der Basis dieser Technik zugelassen.

Die Klassiker: Tot-Impfstoffe

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Sie bilden die Basis vieler Impfungen: Für die sogenannten Tot-Impfstoffe werden die Erreger zunächst vermehrt und dann so abgeschwächt oder inaktiviert, dass sie im Körper des Patienten keine Krankheit auslösen, wohl aber vom Immunsystem als fremd erkannt werden und dann die Produktion spezifischer Antikörper anregen. Unter anderem fußen Tetanus und Hepatitis-B-Impfstoffe auf diesem Prinzip. Gegen Sars-CoV-2 setzen zwei chinesische Unternehmen auf diese Methode – in Tierversuchen sollen sie bereits vielversprechende Ergebnisse erzielt haben.

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Die Universellen: Vektor-Impfstoffe

Bei dieser Methode dient ein abgeschwächtes anderes Virus als Träger, als Vektor also, der in diesem Fall mit Ausschnitten aus dem charakteristischen Spike-Protein des neuartigen Coronavirus verkleidet wird. Das Immunsystem reagiert dann – wenn es funktioniert – wiederum mit der Produktion spezifischer Antikörper. Unter anderem nutzen britische Forscher in Oxford dieses Modell, sowie auch das deutsche Konsortium unter dem Dach des Deutschen Zentrums für Infektionsforschung. Die Produktion ist etwas langwieriger als bei den neuen mRNA-Impfstoffen, dafür fällt die Immunantwort des Körpers vergleichsweise stark aus. Impfstoffe gegen Ebola sowie gegen das Mers-Coronavirus basieren auf diesem Prinzip.


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