Hundefutter selber machen: Tolle Rezepte für Vierbeiner

  • Wer seinen Hund liebt, kocht ihm sein Fressen selbst.
  • Tierärztin Liviana Prola hat deswegen ein Kochbuch für Vierbeiner geschrieben.
  • In „Fütter mich“ zeigt sie, welche Pasta und Polenta dem Hund besonders schmecken. Hier gibt es einige Rezept-Ideen.
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Hannover. Wenn es um Futter für Haustiere geht, kennt sich Liviana Prola aus: Die italienische Tierärztin, die an der Universität Turin forscht und lehrt, ist auf Ernährungswissenschaften spezialisiert. Ob Hund, Katze oder Leguan: Prola kennt die Zusammenhänge zwischen Ernährung, Verhalten und Gesundheit. Deswegen hat sie ein Kochbuch speziell für Hunde geschrieben. Hier einige der Rezepte zum Nachmachen, die die Vierbeiner lieben werden.

Rezept für Hunde: Lamm und Kabeljau mit Ei

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Bei einer ausgewogenen Hundeernährung steht selbstverständlich auch Fisch auf dem Speiseplan. Kabeljau macht dieses Rezept zu einem besonderen Leckerbissen und liefert, neben den Eiern, reichlich Proteine. Kürbiskerne versorgen den Vierbeiner mit ausreichend Zink und Magnesium – das ist gut für Haut, Fell und Muskeln.

Wer seinen Hund ausgewogen ernähren möchte, sollte auch Fisch verfüttern.

So geht's: Den Kabeljau in einen Dampfgarer geben oder in ein Sieb, das in einen gut abgedeckten Topf mit kochendem Wasser eingehängt wird. Acht bis zehn Minuten dünsten, bis der Fisch gar ist. Abkühlen lassen und fein schneiden. Das Lamm ohne Fett in einer Grillpfanne anbraten, dabei nicht braun werden lassen. Abkühlen lassen und fein schneiden. Das geschnittene Fleisch und den Fisch vermengen. Das Lachsöl, die Spirulina und die gemahlenen Kürbiskerne dazugeben. Die gesamte Mischung zu Klößchen formen. Die Karotten zusammen mit den Erbsen kochen. Die Eier weich kochen, sodass das Eiweiß fest und das Eigelb flüssig ist. Die Pinienkerne zu den Erbsen und Karotten geben, dann etwas Nahrungsergänzung hinzufügen und das Maiskeimöl untermischen. Die Eier schälen und auf eine Schicht Gemüse mit den Klößchen in den Napf geben.

Das wird für ein Kilogramm gebraucht: 180 g Kabeljau (in kleine Stücke geschnitten), 105 g Lamm, 1 EL Lachsöl, 1 geh. EL/18 g Spirulina-Pulver, 3 EL Kürbiskerne (geröstet und gemahlen), 250 g Karotten (gewürfelt), 180 g Erbsen, 190 g Eier, 3 EL/18 g Pinienkerne, 1 EL Maiskeimöl.

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Gewicht Hund und Futtermenge: 5 kg: 280 g, 10 kg: 475 g, 15 kg: 640 g, 20 kg: 790 g, 30 kg: 1,1 kg, 40 kg: 1,34 kg.

Rezept für Hunde: Haferflocken mit Pute und Kartoffeln

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Ähnlich wie beim Menschen kann schlechte Ernährung auch beim Hund zu Problemen führen. Wer das Futter selbst kocht, kann nicht nur vorbeugen, sondern auch heilen. Dieses Getreidegericht beispielsweise hilft bei Verstopfung, denn die untergemischten Dinkel-, Hafer- oder Hirseflocken versorgen den Hund mit reichlich Ballaststoffen.

Wer für seinen Hund selbst kocht, kann Krankheiten vorbeugen.

So geht's: Die Haferflocken in reichlich Wasser mindestens fünf Minuten länger kochen als angegeben, bis sie sehr weich sind. Das meiste Wasser abgießen, bis ein Brei übrig bleibt. Abkühlen lassen. Die Putenbrust ohne Fett in einer Grillpfanne anbraten, dabei nicht braun werden lassen (bei Bedarf etwas Wasser hinzufügen). Abkühlen lassen, fein schneiden und zu den Haferflocken geben. Die Kartoffeln in einen Dampfgarer geben oder in ein Sieb, das in einen gut abgedeckten Topf mit kochendem Wasser eingehängt wird. Zehn Minuten dünsten, bis sie gar sind. Abkühlen lassen und mit dem Kefir zerdrücken. Das Öl und etwas Nahrungsergänzung zu den Haferflocken und zur Pute geben und mit den Kefirkartoffeln verfüttern.

Variante: Statt Haferflocken können Gerstenflocken verwendet werden.

Das wird für ein Kilogramm gebraucht: 120 g Haferflocken, 440 g Putenbrust ohne Haut, 245 g Kartoffeln (geschält und gewürfelt), 145 ml Kefir, 5 TL Sonnenblumenöl.

Gewicht Hund und Futtermenge: 5 kg: 205 g, 10 kg: 345 g, 15 kg: 465 g, 20 kg: 580 g, 30 kg: 785 g, 40 kg: 975 g.

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Rezept für Hunde: Nudeln mit Kürbis und Polenta

„Man ist, was man isst“: Das gilt nicht nur für den Menschen, sondern auch für Hunde. Auch der Vierbeiner liebt es, wenn seine Nahrung ausgewogen, gut verdaulich, verträglich und appetitlich ist – so wie dieses Nudelrezept. Das gesunde Plus bei diesem Rezept: Kalbfleisch enthält weniger Spurenelemente als Rindfleisch, ist aber sehr fettarm.

Nudeln mit Kürbis und Polenta schmeckt auch den Vierbeinern.

So geht's: Nudeln und Kürbis in reichlich Wasser fünf Minuten länger kochen als angegeben, bis alles sehr weich ist. Den Polentagrieß mindestens fünf Minuten länger kochen als angegeben. Abkühlen lassen. Das Kalbfleisch in einen Dampfgarer geben oder in ein Sieb, das in einen gut abgedeckten Topf mit kochendem Wasser eingehängt wird. Acht bis zehn Minuten dünsten, bis das Fleisch gar ist. Abkühlen lassen, zur Polenta geben und etwas Nahrungsergänzung hinzufügen. Nudeln und Kürbis mit dem Öl vermengen und mit der Polenta in den Napf geben.

Variante: Im Sommer kann der Kürbis durch die gleiche Menge Zucchini ersetzt werden.

Das wird für ein Kilogramm gebraucht: 115 g Hartweizennudeln, 235 g Kürbis (gewürfelt), 115 g Polentagrieß, 465 g mageres Kalbfleisch (fein geschnitten), 2 TL Maiskeimöl.

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Gewicht Hund und Futtermenge: 5 kg: 170 g, 10 kg: 290 g, 15 kg: 395 g, 20 kg: 485 g, 30 kg: 655 g, 40 kg: 820 g.

Infos:

• In selbst gemachtes Hundefutter gehören immer Nahrungsergänzungsmittel, um Defizite auszugleichen, die sich aus dem Nährstoffverlust beim Kochen ergeben. Man kann die Produkte im Fachhandel kaufen.

• Soll das Futter eingefroren werden, werden Nudeln und Kürbis nach dem Kochen in Stücke und das gedünstete Fleisch fein geschnitten. Alles zur Polenta geben und erst vor dem Füttern das Öl und die Nahrungsergänzung hinzufügen.

• Gekochte Eier halten sich mehrere Tage im Kühlschrank, sodass es kein Problem ist, das Futter gekühlt zu lagern. Soll es jedoch eingefroren werden, werden die Eier direkt vor dem Füttern gekocht.

Kochbuch für Hunde: Autorin Prola im Interview

Als Tierärztin und Ernährungsberaterin spricht Liviana Prola den ganzen Tag mit Hundebesitzern über die Ernährung ihrer Haustiere. Schätzungsweise 80 Prozent der Tierbesitzer, die sie in der Praxis besuchen, möchten ihren vierbeinigen Liebling nicht mit Trockenfutter füttern, sondern das Futter speziell für den Hund zubereiten und selbst kochen. In ihrem neuen Kochbuch „Fütter mich“ geht die Tierärztin und Autorin auf viele Ernährungsfragen der Hundebesitzer mit Rezept-Vorschlägen ein. Im Interview erzählt sie unter anderem, was an ihrem Kochbuch so besonders ist.

Liviana Prola hat selbst Hunde, für die sie so oft wie es geht selbst kocht.

Frau Prola, warum sollte man Hundefutter selbst kochen, statt es zu kaufen?

Das Zubereiten und Hinstellen von Futter ist einer der wichtigsten Faktoren, die Beziehung zu seinem Hund zu verbessern. Denn das Füttern sorgt für eine klare Hierarchie – und die braucht ein soziales Tier wie der Hund unbedingt. Natürlich kann man das auch mit Fertigfutter erreichen, aber manche Besitzer ziehen es vor, für ihr Tier zu kochen.

Was passiert, wenn sich ein Hund falsch ernährt?

Er wird krank. Wenn man seinem Hund das falsche Futter gibt, wird sich das irgendwann rächen.

Treten Darmerkrankungen oder Stoffwechselprobleme bei Hunden heute tatsächlich verbreitet auf, oder sind das eher Modeerscheinungen?

Darmerkrankungen und Stoffwechselstörungen sowie dermatologische Erkrankungen sind heute sicherlich die häufigsten Probleme beim Hund. Manchmal werden sie chronisch und stellen ein lebenslanges Problem für den Besitzer dar – und natürlich für seinen Hund.

Was sind die Gründe für solche Erkrankungen?

Das ist genau die Frage,über die jeder Tierarzt tagtäglich nachdenkt. Die richtige Antwort gibt es noch nicht, wahrscheinlich spielen verschiedene Ursachen eine Rolle, zum Beispiel Genetik, Umfeld, Immunsystem, Ernährung, Aufwachsen.

Gefüllte Reisbällchen, Enten-Quinoa-Salat oder Surf-and-Turf-Polenta: Ihre Rezepte könnten auch auf der Speisekarte eines guten Restaurants stehen. Ist so viel Aufwand für Hunde gerechtfertigt?

Anfang des Jahres erhielt ich eine ­E-Mail von einem berühmten Londoner Restaurant, das beschlossen hatte, einige meiner Rezepte für seine vierbeinigen Gäste auf die Karte zu setzen. Fragt man den dortigen Koch, ist der Aufwand also gerechtfertigt. Für mich als Italienerin steht sowieso fest: Liebe geht durch den Magen. Es gibt keinen besseren Weg, jemandem seine Zuneigung zu zeigen, als für ihn zu kochen. Das gilt für Menschen wie für Hunde. Aber klar: Sollte jemand partout nicht am Herd stehen wollen, ist mein Buch nichts für ihn.

Worauf kommt es beim selbst gemachten Futter an?

Das Wichtigste ist, genau zu sein. Das heißt: Schummeln Sie nicht bei den Mengenangaben, wiegen Sie die Zutaten zur Not ab und achten Sie darauf, dass die Futtermenge zur Körpergröße des Hundes passt.

Was gehört auf keinen Fall in Hundefutter?

Ich habe dem Thema „zu vermeidende Lebensmittel“ ein ganzes Kapitel gewidmet. Zu den No-Gos gehören beispielsweise Zwiebeln, Knoblauch, Trauben, Macadamianüsse, Avocado und Schokolade. Aber auch Xylit und Laktose sind nicht gut für Hunde.

Muss Hundefutter immer frisch sein?

Nein, es ist nicht notwendig, jeden Tag frisch zu kochen. Selbst gemachtes Hundefutter kann auch, gut verpackt in Vakuumbeuteln, tiefgefroren oder im Kühlschrank aufbewahrt werden.

Wenn Hunde merken, dass man für sie kocht, stehen sie dann ständig bettelnd neben dem Herd?

Ja, die ganze Zeit. Aber gibt es ein besseres Kompliment, als sabbernd und wippend neben mir zu stehen, während ich koche? Das zeigt doch, mein Essen macht glücklich.

Sie haben drei Hunde. Was ist deren Lieblingsgericht?

Meine Hunde sind Retriever – denen schmeckt eigentlich alles. Aber ich sehe zu, dass ich sie ausgewogen ernähre und möglichst oft für sie koche, meistens gemeinsam mit meiner Tochter. Doch auch bei uns kommt mal Fertigfutter in den Napf.

Im Kochbuch „Fütter mich“ (220 Seiten, 29,80 Euro, erschienen im Zabert-Sandmann-Verlag) stehen Rezepte sowohl für Welpen als auch für erwachsene Hunde.

Von RND / Sophie Hilgenstock