Forschung: Hunde werden als Freund des Menschen geboren – im Gegensatz zu Wölfen

  • Der Hund gilt als bester Freund des Menschen: Sein Interesse an ihm ist offenbar angeboren, wie Versuche zeigen.
  • Bei Wolfswelpen ist das ganz anders – selbst wenn sie mit Menschen aufgewachsen sind.
  • Forscherinnen und Forscher haben die Beziehung zwischen den Tieren und dem Menschen untersucht.
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Durham/USA. Schon als Welpen unterscheiden sich Hunde und Wölfe grundlegend in ihrer Beziehung zu Menschen. Selbst wenn Hundewelpen kaum Kontakt zu Menschen hatten, sind sie spontan weit zutraulicher als gleichaltrige Wölfe, die an Menschen gewöhnt sind. Das berichten Forscherinnen und Forscher nach etlichen Experimenten im Fachblatt „Current Biology“. Es gebe ein „ungewöhnliches Interesse an Menschen, dass die früh einsetzenden sozialen Fähigkeiten von Hunden anrege“, schreibt das Team um Hannah Salomons von der Duke University in Durham (US-Staat North Carolina).

Forschende untersuchen Einfluss von menschlichem Kontakt auf die kommunikativen Fähigkeiten

Von Hunden ist bekannt, dass sie Gesten und Mimik von Menschen verstehen können – im Gegensatz etwa zu unseren nächsten Verwandten, den Schimpansen und anderen Menschenaffen. Das deuten manche Forscherinnen und Forscher als Resultat ihrer Domestizierung, die vor etwa 14.000 Jahren begann. Andere glauben, dass die kommunikative Fähigkeit von Hunden von einem Ahnen herrührt, den sie mit Wölfen teilen.

In diesem Fall sollten Wölfe soziale Beziehungen mit Menschen ähnlich erlernen können wir Hunde. Das testeten die Forscherinnen und Forscher an gut 80 Hunde- und Wolfswelpen im Alter von fünf bis 18 Wochen. Dabei hatten die in Gefangenschaft geborenen Wölfe sogar einen deutlichen Vorteil: Sie waren ab dem 11. Tag nach der Geburt mit Menschen zusammen, wurden von Hand gefüttert und durften sogar im Bett ihrer Betreuerinnen und Betreuer schlafen. Die Hunde dagegen blieben bis zum Alter von acht Wochen bei ihren Geschwistern und hatten wenig Kontakt zu Menschen.

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Hunde reagieren vertrauter auf Menschen

In den ersten Versuchen näherte sich den Welpen entweder ein unbekannter oder aber ein vertrauter Mensch: Handelte es sich um eine unbekannte Person, war die Wahrscheinlichkeit bei den Hunden, ihn zu berühren, um gut den Faktor 30 höher als bei den Wölfen. Auch vertraute Menschen berührten die Hunde um das Fünffache eher als die Wölfe.

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In einem weiteren Experiment wurde Futter in einer von zwei Boxen versteckt. Zeigte ein Mensch auf diese Box, verstanden die jungen Hunde die Geste in 78 Prozent der Fälle, bei den Wölfen lag die Trefferquote nur knapp über der Zufallswahrscheinlichkeit.

In einem dritten Versuch legte ein Mensch Futter in eine Box, die die Tiere zwar zuvor bereits einmal geöffnet hatten, die diesmal aber fest verschlossen war: Hundewelpen blickten bei dem 30-sekündigen Versuch dem Menschen durchschnittlich gut vier Sekunden lang in die Augen, bei Wolfswelpen dauerte der Augenkontakt nur knapp 1,5 Sekunden.

Umgang mit Menschen hat nichts mit Intelligenz zu tun

„Hunde- aber nicht Wolfswelpen werden von Menschen angezogen und zeigen schon früh die Fähigkeit, menschliche Gesten zu verstehen, obwohl die Wolfswelpen stärker mit Menschen sozialisiert waren“, schreibt das Team.

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Tests ohne Menschen zeigten, dass die Wölfe nicht weniger intelligent waren, sondern dass die Unterschiede nur den Umgang mit Menschen betrafen. „Es geht nicht darum, welche Art klüger ist“, wird Erstautorin Salomons in einer Mitteilung ihrer Universität zitiert. „Tiere entwickeln ihre Fähigkeiten so, dass sie in ihrer jeweiligen Umgebung erfolgreicher sind.“

Die Autorinnen und Autoren erklären die Unterschiede damit, dass die frühen Jäger und Sammler in der Anfangsphase der Domestizierung gezielt jene Tiere selektierten, die sich von Menschen angezogen fühlten. Mit der Zeit habe die Anziehung zu Menschen dann die bei Wölfen übliche Fluchtreaktion ersetzt.

RND/dpa

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