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Studie: Brave Hunde sind Underdogs bei ihresgleichen

Zwei Hunde spielen am Strand von Westerland. Die Hierarchie zwischen den Tieren hängt laut einer Studie von ihrem Verhältnis zu ihren Herrchen oder Frauchen ab.

Verstehen sich Hunde mit ihrem menschlichen Rudel prächtig, so sinken sie in der Hierarchie ihrer Artgenossen. Das ist das Ergebnis einer Studie der ungarischen Eötvös Loránd University in Budapest. Das Forschungsteam um die Wissenschaftlerin Kata Vékony hatte einen Fragebogen entwickelt, mit dem die Persönlichkeitsmerkmale von Haushunden mit deren hierarchischem Rang bei anderen Haushunden verglichen wurden. Die zugrunde gelegten Haupteigenschaften der Tiere waren:

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  • Extraversion/Energie: Hunde mit hohen Werten in dieser Kategorie sind aktiv und extravertiert. Diese Extraversion kann sich darin äußern, dass das Tier ziemlich gesellig ist oder im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit steht, aber auch durchsetzungsfähig, bisweilen etwas aufdringlich ist – abhängig von anderen Eigenschaften des Hundes.
  • Verträglichkeit/Zuneigung: Diese Charakterisierung zeigt, wie locker und kooperativ der Hund ist. Hunde mit hohen Werten sind freundlich, suchen keinen Ärger mit anderen und sind einfühlsam.
  • Gewissenhaftigkeit: Hunde mit hohen Werten in dieser Gruppe sind zuverlässig. Sie sind hartnäckig und zielorientiert, man kann sich immer auf sie verlassen. Sie sind immer bereit zu arbeiten, bis ihre Aufgabe erledigt ist.
  • Offenheit/Intelligenz: Diese Einstufung misst die Offenheit gegenüber Neuem und Umweltreizen. Hunde mit Highscores sind neugierig, erfinderisch und schlau, sie lieben neue Herausforderungen. Sie lernen schnell und finden normalerweise neue Wege, um Probleme zu lösen.
  • Neurotizismus: Hunde mit hohen Werten sind nervös und emotional reaktiv, normalerweise instabil. Sie finden es schwierig, mit Stresssituationen umzugehen und werden leicht ängstlich. Ruhige, selbstbewusste Hunde schneiden in dieser Bewertung schlecht ab.

Der Fragebogen wurde an Besitzer und Besitzerinnen von mindestens zwei Hunden ausgegeben. Hunde die extravertiert, offen und gewissenhaft waren, waren gleichzeitig auch die dominanten Tiere in ihrer Gruppe. Ihren Haltern gegenüber besonders liebenswürdige und umgängliche Tiere hingegen waren anderen Hunden in ihrer Bezugsgruppe hierarchisch unterlegen. Einzig der Neurotizismus spielte bei der hierarchischen Positionierung der Tiere zu anderen Hunden keine Rolle.

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Da allerdings bei Haushunden das wichtigste hierarchische Argument von Wildtieren, die Beschaffung von Futter, wegfällt, sind die Unterschiede innerhalb ihrer Gruppe auch nicht so stark ausgeprägt. Die befragten 615 Hundehalter gaben Auskunft über insgesamt 1082 Tiere.

Ältere Hunde sind dominanter

Ein weiteres Ergebnis der Umfrage: Bei der Frage der hierarchischen sozialen Position der Tiere untereinander spielt auch das Alter der Hunde eine Rolle. Die älteren Tiere waren dominanter unter ihresgleichen, während sie weniger anhänglich und umgänglich ihren Herrchen und Frauchen gegenüber waren.

Studienleiter Péter Pongrácz fasst die Studienergebnisse so zusammen. „Die Persönlichkeiten von Familienhunden stehen in einer komplexen Beziehung zur Gruppenhierarchie und dem individuellen Rang einzelner Hunde darin. Es bedarf weiterer Forschungen, um herauszufinden, welche kausalen Beziehungen zwischen Persönlichkeitsmerkmalen und Rang bestehen.“

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