„Hubble“ zeigt gigantischen Sturm auf dem Neptun

Das Weltraumteleskop „Hubble“ hat über Jahre die Entstehung eines Sturms auf dem Neptun dokumentiert. Forscher verfolgten, wie sich der Sturm mit einem Durchmesser von rund 11.000 Kilometern bildete – nun könnte er bis zu sechs Jahre toben.

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New York. Auf dem Planeten Neptun tobt ein seltener Sturm. Die Entstehung dieses Spektakels wurde jahrelang dokumentiert, Weltraumteleskop Hubble lieferte die Bilder. Forscher analysierten die Aufnahmen des Planeten und verfolgten, wie sich der 2018 sichtbar gewordene Sturm von rund 11.000 Kilometern bildete. Das teilte die US-Raumfahrtbehörde Nasa am Dienstag mit. Den Berechnungen zufolge kommt es wahrscheinlich alle vier bis sechs Jahre zu solchen gewaltigen Stürmen auf Neptun, die etwa zwei, mitunter wohl auch bis zu sechs Jahre andauern.

Dunkle Flecken als Anzeichen für Sturm

Stürme auf Neptun, die – anders als auf der Erde – in Regionen mit hohem atmosphärischen Druck entstehen, zeigen sich auf den Aufnahmen als große dunkle Flecken. Bislang haben Wissenschaftler insgesamt sechs solcher Flecken ausmachen können, die ersten beiden im Jahr 1989 mit der Raumsonde „Voyager 2“. Mit „Hubble“ gelang 1993 eine erste Sturm-Aufnahme, drei weitere folgten.

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Auch auf Jupiter tobt Sturm – seit 350 Jahren

Auf dem Jupiter gibt es eine ähnliche Erscheinung, den mehr als 20.000 Kilometer langen Großen Roten Fleck, der sich sogar mit Amateurteleskopen erkennen lässt. Forscher vermuten, dass dieser Wirbelsturm schon seit rund 350 Jahren toben könnte. Er rotiert gegen den Uhrzeigersinn, ohne sich nach Norden oder Süden zu bewegen.

Neptun gehört zu wenig erforschten Eisriesenplaneten

Die neuen Erkenntnisse geben den Wissenschaftlern Einblicke in das Innenleben der wenig bekannten Eisriesenplaneten (Uranus und Neptun), haben aber auch Auswirkungen auf die Untersuchung von Exoplaneten ähnlicher Größe und Zusammensetzung.

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"Wenn Sie die Exoplaneten studieren und verstehen möchten, wie sie funktionieren, müssen Sie zuerst unsere Planeten verstehen", sagte Amy Simon, eine Wissenschaftlerin am Goddard Space Flight Center der Nasa in Greenbelt.

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Forscher beobachten die Geburt eines neuen Planeten

Von RND/dpa

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