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Hightech für 23 Millionen Dollar: Nasa stellt neue Weltraumtoilette vor

  • Die Nasa hat eine neue Weltraumtoilette entwickelt – für schlappe 23 Millionen Dollar.
  • Dafür kann die Toilette Urin als Trinkwasser aufbereiten – und ist auch ansonsten ein Hightechprunkstück.
  • Auch auf die Wünsche der Astronauten wurde eingegangen.
Alice Mecke
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Hannover. Auch Astronauten müssen auf die Toilette – klar. Doch wie kann der Prozess trotz fehlender Schwerkraft angenehm werden? Daran tüfteln ständig Ingenieure und Techniker der Nasa und stellen nun das neueste Modell vor: Die Weltraumtoilette Universal Waste Management System (UWMS). Diese wird in den kommenden Tagen ins All geschossen und in der Internationalen Raumstation (ISS) installiert. Die Hightechtoilette soll amerikanischen Medien zufolge 23 Millionen Dollar gekostet haben. Und das, obwohl sie 65 Prozent kleiner und 40 Prozent leichter ist als die derzeitige Toilette der ISS.

Ein Teammitglied demonstriert das Anheben des Urinschlauchs aus seiner Position, wie es ein Besatzungsmitglied tun würde. Ein Trichter (nicht gezeigt) ist am offenen Ende dieses Schlauchs angebracht und kann dann zur Desinfektion leicht ausgetauscht oder entfernt werden. © Quelle: James Blair - NASA - JSC
Aus Gründen der Privatsphäre befindet sich die Toilette in einer Kabine wie in einer öffentlichen Toilette auf der Erde. Die hier gezeigte Dual-Stall-Konfiguration wurde bereits auf der Raumstation installiert und beherbergt das Abfallhygienefach, das derzeit auf der Raumstation und UWMS während dieser Technologiedemonstration verwendet wird. © Quelle: Nasa
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Flüssiges Gold: Im All wird recycelt

Klogänge im All haben es in sich, die erste Besonderheit: Die Hinterlassenschaften werden in den meisten Fällen nicht weggespült. Das gilt natürlich auch für das neue UWMS: So wird der Urin als Trinkwasser wiederaufbereitet, denn Trinkwasser ist ein rares Gut im All und kann nur begrenzt mitgebracht werden. “Wir recyceln etwa 90 Prozent aller wasserbasierten Flüssigkeiten auf der Space Station, inklusive Urin und Schweiß”, wird Astronautin Jessica Meir zitiert.

Ziel sei es, den natürlichen Wasserkreislauf der Erde auf der Raumstation nachzuahmen. Mit Blick auf den Urin gelte daher der Grundsatz: “Der Kaffee von heute ist der Kaffee von morgen.”

Stützen und Haltegriffe gegen das Wegschweben

Auf der Unisextoilette kommt je nach Geschäft ein Schlauch oder ein kleiner Schlitz zum Einsatz, um alles einzusaugen. Neu sei auch eine Lüftungsanlage, die bei der Geruchsregulierung helfen soll.

Feste Ausscheidungen werden in einzelnen wasserdichten Beuteln abgefangen. Eine kleine Anzahl der Kotbeutel wird zur Auswertung auf die Erde zurückgebracht, die meisten werden jedoch verbrannt. Derzeit werden Fäkalien auch nicht zur Wasserrückgewinnung verarbeitet, aber die NASA untersuche die Möglichkeit.

Das UWMS hält weiteren Komfort bereit – etwa Fußstützen und Haltegriffe für Astronauten, damit diese nicht wegschweben. Eine Neuerung, die auf ausdrücklichen Wunsch der Astronauten installiert wurde, da die bis dato üblichen Oberschenkelgurte als nicht angenehm empfunden wurden.

Wenn der Test auf der ISS erfolgreich verläuft, sollen die Toiletten auf den Artemis-Mondmissionen und auch bei möglichen bemannten Flügen zum Mars zum Einsatz kommen.

RND/Alice Mecke


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