Beginn der Fastenzeit

Ist Aschermittwoch ein Feiertag?

Mit dem Aschermittwoch beginnt die rund 40-tägige Fastenzeit vor Ostern.

Mit dem Aschermittwoch beginnt die rund 40-tägige Fastenzeit vor Ostern.

Hannover. Im Christentum markiert Aschermittwoch den Beginn der vierzigtägigen Fastenzeit vor Ostern – Sonntage nicht mitgezählt. In vielen Regionen Deutschlands handelt es sich zudem um den letzten Tag der Karnevalswoche. Was hat es mit dem kirchlichen Festtag auf sich?

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Was wird an Aschermittwoch gefeiert?

An Aschermittwoch wird an die Vergänglichkeit des Menschen erinnert. Für die Fastenzeit als besonderes Zeichen der Bußbereitschaft und des Verzichts dient die Geschichte Jesu als Vorbild. Jesus soll 40 Tage und Nächte in der Wüste verbracht und den Versuchungen des Teufels durch Fasten und Beten widerstanden haben.

Der Verzicht auf Fleisch und andere Dinge in der Fastenzeit soll Gläubigen dabei helfen, sich auf das geistliche Leben zu besinnen und Gott näher zu kommen. Mit dem Gründonnerstag, dieses Jahr am 14. April, endet die sogenannte liturgische Fastenzeit, allerdings ist der Begriff irreführend. Das eigentliche Fastenbrechen beginnt nämlich erst in der Osternachtfeier von Karsamstag auf Ostersonntag.

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Was hat Aschermittwoch mit Karneval und Fastnacht zu tun?

„Am Aschermittwoch ist alles vorbei“ – so besang Jupp Schmitz einst den Schluss des Karnevals. Pünktlich um Mitternacht zwischen Fastnachtsdienstag (oder auch Veilchendienstag) und Aschermittwoch endet nämlich die sogenannte fünfte Jahreszeit offiziell. Bis zur nächsten Session sagen Narren und Jecken dem sündigen Karnevalstreiben Lebewohl.

Nach den bunten Festumzügen und der ausgelassenen Stimmung der Karnevals- beziehungsweise Fastnachtswoche, die mit der Weiberfastnacht startet, kehrt der Alltag in die Karnevalshochburgen zurück. Um den Abschied von der närrischen Zeit ehrwürdig zu feiern, werden vielerorts Strohpuppen verbrannt und ein symbolisches Fischessen abgehalten.

Wann ist Aschermittwoch?

Der Aschermittwoch gehört zu den Festen des Kirchenjahres und wird nach der sogenannten Osterformel berechnet. Das bedeutet, dass sich das Datum nach dem beweglichen Osterfest richtet. Da Ostersonntag in diesem Jahr auf den 17. April fällt, findet Aschermittwoch somit am 2. März 2022, also 46 Tage vorher, statt. Die christliche Fastenzeit von 40 Tagen (Passionszeit) ergibt sich daraus, dass die Sonntage bis Ostern in der Formel nicht mitgerechnet werden.

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In den nächsten Jahren fällt Aschermittwoch auf folgende Daten:

  • 22. Februar 2023
  • 14. Februar 2024
  • 5. März 2025
  • 18. Februar 2026
  • 10. Februar 2027
  • 1. März 2028
  • 14. Februar 2029
  • 6. März 2030

Aschermittwoch: Was bedeutet der Name?

Die Bezeichnung Aschermittwoch geht auf den Brauch zurück, Gläubigen ein Kreuz aus Asche auf die Stirn zu zeichnen. Als Zeichen der Buße findet sich das Verstreuen von Asche bereits im Alten Testament. Ursprünglich wurde Männern das Aschekreuz auf das Haupt, bei Frauen auf die Stirn gelegt. Die Tradition, die Asche der verbrannten Palmzweige des Vorjahres-Palmsonntag zu nehmen, stammt aus dem zwölften Jahrhundert.

Ende des elften Jahrhunderts führte Papst Urban II. den Brauch des Aschekreuzes für die ganze Kirche ein, um so auf die beginnende Buß- und Fastenzeit hinzuweisen. In der römisch-katholischen Kirche findet die Spendung des Aschekreuzes am Aschermittwoch in der Heiligen Messe statt. Doch auch in der evangelischen Kirche haben sich Gottesdienste an Aschermittwoch erhalten.

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Übrigens gehen Redensarten wie „Asche auf mein Haupt“ oder „In Sack und Asche gehen“ direkt auf die Symbolik des Aschermittwochs zurück.

Ist Aschermittwoch ein Feiertag?

Aschermittwoch zählt in Deutschland nicht zu den gesetzlichen Feiertagen, es handelt sich aber um einen christlichen Feiertag. Das bedeutet, dass gläubige Christen zumindest für die Dauer des Gottesdienstes von der Arbeit oder Schule befreit werden dürfen.

Politischer Aschermittwoch – was ist das?

Beim sogenannten politischen Aschermittwoch handelt es sich um eine besondere Tradition in Deutschland, an dem sich die großen Parteien in Deutschland einen rhetorischen Schlagabtausch liefern. Im Gegensatz zum üblichen Parteiengeplänkel stehen Polemik und eine mitunter deftige Wortwahl im Vordergrund. Die meisten Parteien nutzen den politischen Aschermittwoch auch, um die Motivation in den eigenen Reihen zu stärken und das Parteiprogramm vorzustellen.

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Woher kommt der politische Aschermittwoch?

Als ursprünglich rein bayerische Veranstaltung blickt der politische Aschermittwoch im Freistaat auf eine lange Tradition zurück. So kamen Bauern bereits im 16. Jahrhundert auf dem Viehmarkt in Vilshofen an der Donau zusammen, um über politische Themen zu diskutieren.

Der Bayerische Bauernbund griff die in Vergessenheit geratene Tradition auf und veranstaltete 1919 erstmals wieder eine große politische Kundgebung am ursprünglich rein religiösen Aschermittwoch.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der politische Aschermittwoch zunächst vor allem für Rededuelle von Spitzenpolitikern der beiden regionalen Kontrahenten CSU und Bayernpartei genutzt. Besonders die CSU um ihren ehemaligen Parteichef Franz Josef Strauß machte den politischen Aschermittwoch dabei über Bayern hinaus bekannt.

Im Laufe der Zeit übernahmen andere Parteien die Tradition, sodass es heute Veranstaltungen mehrerer Landes- und Ortsverbände zum politischen Aschermittwoch in ganz Deutschland gibt.

RND/pf

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