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Gründerin von Omas for Future: „Die Älteren wissen, wie nachhaltiges Leben geht“

  • In der Bewegung Fridays for Future engagieren sich vor allem junge Menschen.
  • Doch der Klimawandel geht auch alte Menschen etwas an, findet die Gründerin von Omas for Future, Cordula Weimann.
  • Sie sagt im RND-Interview: „Die meisten Senioren können es sich leisten, bei der Ernährung auf Nachhaltigkeit zu achten.“
Katrin Schreiter
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Leipzig. Die Leipzigerin Cordula Weimann hat Omas for Future gegründet. Die Organisation hat bundesweit mittlerweile mehr als 40 aktive Gruppen. Mit dem neuen Projekt Klimabänder wollen die Senioren eine große Gemeinschaft formieren, die für den Erhalt der Erde eintritt. Im Interview spricht die 62-jährige Initiatorin über ihre Motivation, ihre Hoffnungen und Ziele.

Frau Weimann, war für Sie heute Morgen die Klimakrise schon ein Thema?

Sie ist natürlich immer ein Thema. Aber wenn ich mir meinen Alltag anschaue, wird mir jeden Morgen schon bewusst, dass es derzeit noch unmöglich ist, CO₂-neutral zu leben. Auch wenn man es unbedingt möchte. Das beginnt beim Nutzen der digitalen Medien und reicht bis zum Biokaffee, der ja auch ins Geschäft transportiert wurde.

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Sie haben die Organisation Omas for Future gegründet. Was war Ihr persönlicher Antrieb?

Da gab es schon so eine Situation, in der ich gedacht habe: Ich bringe meinem Enkel das Fahrradfahren bei, beobachte mit ihm Insekten – und gleichzeitig zerstöre ich seine Zukunft, indem ich sorglos in den Tag hineinlebe. Erderwärmung, Artensterben, Unruhen und Kriege – das hängt ja alles miteinander zusammen. Plötzlich war da ein Moment der Ohnmacht. So wollte ich nicht weitermachen. Ich wollte aktiv werden, andere mitziehen.

Wie wollen Sie andere Omas für den Klimaschutz begeistern?

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Mir geht es nicht um die große Politik, sondern um jeden Einzelnen. Es geht um Aufklärung: Wie schade ich durch meine Alltagsgewohnheiten dem Klima? Wie zerstöre ich damit die Zukunft unserer Kinder und Enkel? Und vor allem: Was kann ich tun?

Das klingt nach komplizierter Überzeugungsarbeit.

Das ist es aber gar nicht. Hier hilft es zum Beispiel, sich an früher zu erinnern. Schließlich sind die Älteren in einer Zeit aufgewachsen, in der es nicht immer nur ums Konsumieren ging. Dinge wurden früher anders wertgeschätzt, wurden nicht sofort weggeschmissen, sondern repariert. Kleidung wurde weitergegeben. Die Älteren wissen also, wie nachhaltiges Leben geht. Waren sie deshalb damals unglücklich? Und dann müssen wir verstehen, dass das heutige Konsumverhalten die Natur und am Ende jegliche Zukunft zerstört.

Kommt dann nicht gleich das Argument: Das ist aber teuer …?

Was ist teurer? Für ein Bioei wollen die Leute nur ein paar Cent zahlen, aber für die Kugel Eis legen sie problemlos 1,50 Euro auf den Tisch. Die meisten Senioren können es sich leisten, bei der Ernährung auf Nachhaltigkeit zu achten. Am Ende ist es auch immer eine Frage der Gewichtung: Was gebe ich fürs Auto, für Reisen aus? Ein Umdenken kann glücklich machen – vor allem, wenn man verstanden hat, dass man damit dazu beiträgt, ein Stück Natur zu erhalten.

Erreichen Sie damit auch alle in Ihrem Freundeskreis?

Einige ja, andere nicht. Da versuche ich zu trennen. Dabei merke ich schon, dass sich unser Alltagsleben mehr und mehr unterscheidet. Das heißt nicht, dass ich den Kontakt gleich abbreche, aber es bedeutet auch, dass es andere Kompromisse geben muss: Ich würde nicht mehr mit einer Freundin in den Urlaub fliegen, freue mich aber über eine Radtour mit ihr.

Cordula Weimann (62) hat Wirtschaftswissenschaften studiert und später für die Denkmalpflege gearbeitet. Vor zwei Jahren gründete die gebürtige Duisburgerin Omas for Future. © Quelle: Schwurack

Sind bei den Omas for Future eigentlich auch Opas dabei?

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Ja, natürlich. Opas sind auch oft Ansprechpersonen der Gruppen.

Sie haben jetzt das Projekt „Klimabänder“ gestartet. Worum geht es dabei?

Die nächsten drei Jahre entscheiden über unsere Zukunft – Klimaschutz muss jetzt das große Thema sein. Mit der Aktion Klimabänder wollen wir zeigen, dass wir eine große Gemeinschaft sind, die sich für den Erhalt der Erde einsetzt.

Wie funktioniert die Aktion?

Jeder, der sich engagieren will, schreibt seinen Klimawunsch auf ein Stoffband. Dieses soll wochenlang sichtbar zum Beispiel am eigenen Fahrrad, im Vorgarten, in der Schule, der Kirche wehen. So werden diese Bänder zu Botschaftern – sie zeigen unsere große Gemeinschaft. Anschließend sammeln wir die Bänder und wollen dann damit ab Mitte August klimaneutral Richtung Berlin radeln. So soll am Ende ein wachsender Strom den Weg in die Hauptstadt finden. Die Klimabänder werden dann öffentlich aufgehängt. Sie sollen als Stimmen Tausender Menschen wochenlang in Berlin wehen – denn wir sind viele. Die Sammelstellen vor Ort findet man auf unserer Website klimabaender.de. Dort gibt es auch alle weiteren Infos zur Aktion.

Was haben Sie auf Ihr erstes Klimaband geschrieben?

„Bio um jeden Preis. Ohne Insekten können wir nicht leben!“

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