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Grillen und Ausflüge am 1. Mai? Was trotz Corona erlaubt ist und was nicht

  • Am 1. Mai und dem damit langen Wochenende möchten viele Menschen etwas unternehmen.
  • Aber was ist in Corona-Zeiten erlaubt und was nicht?
  • Hier finden Sie Antworten auf die wichtigsten Fragen.
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Wiesbaden. Mit den Freunden zum Maibaum-Aufstellen, eine Fahrradtour mit der Skatrunde, ein Grillfest mit der ganzen Familie oder auch zur Kundgebung gehen - sowas ist zum 1. Mai eigentlich Standard, wird dieses Jahr allerdings nur eingeschränkt möglich sein. Da kann man fast von Glück reden, dass das Wetter am langen Wochenende eher durchwachsen ist. Wegen der Corona-Pandemie ist diesmal einiges anders. Die derzeitigen Kontaktbeschränkungen gelten aktuell noch bis zum 3. Mai und sollen nach den Worten von Kanzleramtschef Helge Braun „sicherlich“ erst einmal bis zum 10. Mai verlängert werden. Auch wenn folglich auf größere Treffen und Veranstaltungen verzichtet werden muss, können Sie sich das Wochenende im Kleinen schön machen.

Sind Spaziergänge erlaubt?

Ja, unter Einhalten der Vorschriften. Wie in den vergangenen Wochen spricht nichts gegen einen kleinen Spaziergang an frischer Luft - sofern man sich maximal zu zweit mit Abstand oder im Kreis der eigenen Familie bewegt. Auch Ausflüge, etwa zum Wandern, sind nicht direkt verboten. Allerdings gelten weiterhin die Kontaktbeschränkungen. Die Spazierwege sind zwar freigegeben, allerdings ist es nicht gestattet, sich in Gruppen auf Wiesen und Bänken niederzulassen.

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Darf man grillen oder ein Picknick machen?

Jein. Im heimischen Garten, auf der Terrasse oder eventuell auch auf dem Balkon ist Grillen erlaubt, das gilt natürlich ebenso für ein Picknick. Ein größeres Picknick, Grillen oder Feiern auf öffentlichen Plätzen und Anlagen ist derzeit hingegen verboten. Auch am 1. Mai gilt das Picknick- und Grillverbot, Ordnungsämter kündigten bereits verstärkte Kontrollen an. Für Zusammenkünfte von mehr als zwei Personen können auch Bußgelder ausgesprochen werden. Je nach Bundesland können diese in der Höhe variieren, aber schnell mal mit etwa 200 Euro pro Person geahndet werden.

Darf ich eine Bollerwagentour machen?

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Ja. Oder sagen wir: grundsätzlich ja. Denn bei Einhaltung der Regeln (nur Personen aus einem Haushalt oder maximal zwei nicht zusammenlebende Personen) ist das grundsätzlich erlaubt. Die Polizei appelliert jedoch an Eltern, Jugendliche nicht auf Bollerwagentour zu lassen, da hier die Hygieneregeln oft nicht befolgt werden. Es gelte, jegliche Ansammlungen und engen Kontakte zu vermeiden.

Haben Restaurants geöffnet?

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Jein. Gaststätten und Restaurants dürfen weiterhin keine Gäste vor Ort bewirten. Allerdings dürfen sie Speisen und Getränke zum Mitnehmen anbieten oder ausliefern. In vielen Fällen gilt das mittlerweile auch für Eisdielen.

Übrigens: Vereinen ist es nicht erlaubt, am 1. Mai Speisen zum Mitnehmen anzubieten. Dies ist nach der dritten Corona-Verordnung nicht zulässig. Speisen “to go” dürften nur genehmigte Gaststätten anbieten.

Darf ich eine Radtour machen?

Ja. Ebenso wie die Spazierwege sind auch die Radwege frei. Auch hier gilt, maximal zwei Personen oder in einem Haushalt lebende Personen. Eine Studie hat übrigens festgestellt, dass bei Bewegung ein größerer Abstand als 1,5 Meter sinnvoll wäre, da sich die Infektion so über weitere Strecken verbreitet. Die Verfasser empfehlen beim Gehen in die gleiche Richtung einen Abstand von mindestens vier bis fünf Metern, beim Laufen oder langsamen Radfahren zehn Meter und bei schnelleren Bewegungen gar 20 Meter. Möchte man also eine andere Person überholen, sollte man sich bereits früh zur Seite bewegen, um der Tröpfchenwolke im Windschatten des anderen auszuweichen.

Kann ich mit Bus und Bahn fahren?

Ja. Die öffentlichen Verkehrsmittel fahren auch am 1. Mai. Jedoch gilt in Bussen und Bahnen des öffentlichen Nahverkehrs in allen Bundesländern die Maskenpflicht. Fahrgäste müssen Mund und Nase abdecken, um die Ansteckungsgefahr zu mindern. Neben einer sogenannten Alltagsmaske sind aktuell auch Schals oder Tücher erlaubt.

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Sind Kundgebungen und Demonstrationen erlaubt?

Jein. Grundsätzlich sind Kundgebungen mit größeren Menschenansammlungen verboten, was auch die traditionellen 1. Mai-Kundgebungen betrifft. Um jedoch dem Recht auf Versammlungsfreiheit stattzugeben, sind vereinzelte Kundgebungen, zum Beispiel in Hamburg und Berlin, genehmigt worden. In gewohnter Form können sie jedoch nicht stattfinden. Maximal sind Gruppen mit bis zu 20 Teilnehmern erlaubt, der Abstand muss gewahrt werden. Im Vorfeld nicht genehmigte Kundgebungen sind verboten und werden von der Polizei aufgelöst. Der DGB verzichtet erstmals in seiner Geschichte auf Sternmärsche oder Demonstrationen, er ruft stattdessen zu Online-Aktionen auf.

Finden “Tanz in den Mai”-Veranstaltungen statt?

Nein. “Tanz in den Mai”-Veranstaltungen müssen in diesem Jahr ausfallen. Das gilt auch, wenn die Veranstaltungen unter freiem Himmel stattfinden. Diskotheken und Clubs bleiben ebenfalls dicht.

Kann ich einen Ausflug unternehmen?

Jein. Viele touristische Ziele sind derzeit für Besucher gesperrt, da dort die behördlich vorgegebenen Abstandsregelungen nicht eingehalten werden können. Größere Menschenansammlungen an Touristen-Hotspots sollen vermieden werden. So werden Sehenswürdigkeiten gesperrt, Ausflugsfahrten mit einem größeren Schiff sind untersagt. Freizeiteinrichtungen und auch Zoos sind am 1. Mai und dem folgenden Wochenende weitgehend noch geschlossen. In den meisten Bundesländern öffnen sie erst ab der folgenden Woche ihre Tore. In Berlin zum Beispiel ist der Zoo bereits seit dem 27. April geöffnet, wenn auch nur eingeschränkt. Die Polizei hat vielerorts bereits angekündigt, verstärkt im Einsatz zu sein, um gemeinsam mit den Ordnungsämtern die Einhaltung der Corona-Schutzverordnung zu kontrollieren.

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Trotz Corona-Beschränkungen viele Aktionen für 1. Mai geplant

Abstand, wenige Teilnehmer und feste Orte für Kundgebungen: Die Regeln für den 1. Mai sind in der Corona-Krise streng. Dennoch planen vor allem linke Gruppen Protestaktionen. Trotz der Corona-Pandemie und der deswegen geltenden Abstandsregelungen sind in Berlin und Hamburg für den Tag der Arbeit am 1. Mail zahlreiche Kundgebungen angemeldet worden. In Hamburg sind es bislang 47 Versammlungen und Aufzüge, wie die Polizei am Mittwoch mitteilte. Sechs seien bislang genehmigt worden, vier habe die Versammlungsbehörde unter Hinweis auf den Infektionsschutz untersagt.

Bei der Polizei in Berlin lagen am Mittwoch insgesamt 30 Anträge für kleinere Demonstrationen vor. Erlaubt sind in der Hauptstadt nur Kundgebungen an einem festen Ort mit höchstens 20 Teilnehmern und genug Abstand zwischen ihnen. Die Polizei in Berlin bereitet sich trotz der Corona-Beschränkungen auf Einsätze vor - und will 5000 Polizisten schicken. Im vergangenen Jahr waren es 5500. Denn linke und linksradikale Gruppen kündigten bereits an, man wolle statt einer großen Demonstration am Abend des Maifeiertages auf spontane Protestaktionen setzen. Ansammlungen und selbst kleinere Gruppen sind durch die Corona-Verordnungen allerdings verboten. Innensenator Andreas Geisel (SPD) kündigte an, die Polizei werde Absperrungen aufstellen, frühzeitig eingreifen und konsequent gegen Straftaten wie verbotene Versammlungen und Gruppenbildungen vorgehen.

RND/dpa

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