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Gab es früher wirklich öfter weiße Weihnachten? Der Faktencheck

  • Der Deutsche Wetterdienst spricht nur von weißen Weihnachten, wenn zusätzlich zu Heiligabend auch am ersten und zweiten Weihnachtsfeiertag Schnee fällt.
  • Dieses Ereignis ist selten, zuletzt gab es 2010 flächendeckend weiße Weihnachten.
  • Früher war es zwar etwas kälter, aber der Klimawandel ist laut Meteorologen nicht Schuld daran, dass zu Weihnachten kein Schnee liegt.
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Berlin. Viele Geschenke unter dem Tannenbaum, leckeres Essen, dazu eine schneebedeckte Landschaft. So stellen sich viele die perfekten Weihnachtsfeiertage vor. Doch diese Kombination erleben die Deutschen relativ selten. Aber stimmt das wirklich? Vier Behauptungen im Faktencheck.

Behauptung 1: Früher gab es häufiger weiße Weihnachten

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Stimmt nicht. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) spricht von weißen Weihnachten, wenn an allen Festtagen, also Heiligabend und am ersten und zweiten Weihnachtsfeiertag, morgens um 7.00 Uhr mindestens ein Zentimeter Schnee liegt.

"Das Ereignis war immer relativ selten", erklärt DWD-Meteorologe Andreas Friedrich. Seit 1961 gebe es für Deutschland flächendeckende Wetterdaten, von einzelnen Orten reichen diese laut DWD bis 1881 zurück. An den Feiertagen 2010 gab es fast flächendeckend in Deutschland weiße Weihnachten. In den 1960er Jahren gab es mehrere Jahre hintereinander an vielen Orten in Deutschland weiße Weihnachten. Daraus lasse sich aber kein genereller Trend ableiten, sagt Friedrich.

Behauptung 2: Die Winter waren früher noch kälter

Das stimmt. Die Winter waren früher oft kälter, sagt Friedrich. Nach DWD-Angaben ist es in Deutschland seit 1881 im Dezember um 1,7 Grad wärmer geworden. Im Dezember 2018 lag die Durchschnittstemperatur bundesweit demnach bei 3,9 Grad.

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"Jedes Kinderbuch und jede Werbung zeigen eher die weiße Weihnacht als die in Deutschland viel realistischere grüne Weihnacht", sagt Professor Joachim Curtius vom Institut für Atmosphäre und Umwelt der Universität Frankfurt/Main. An weiße Weihnachten erinnert man sich eben lieber als an mildwarme Feste bei schlechtem Wetter und Regen.

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Behauptung 3: Im Flachland schneit es seltener

Das stimmt. Da gibt es mehrere Faktoren, zum Beispiel die Höhenlage. Für einige Regionen spielt auch der Abstand zum Meer eine Rolle. Auf Helgoland liegt die Wahrscheinlichkeit für ein Fest mit Schnee nach DWD-Angaben bei 2 Prozent.

In Berlin und Brandenburg gibt es eher weiße Weihnachten als in Niedersachsen. "Auf der Zugspitze hat es seit Beginn der dortigen Wetteraufzeichnung 1880 immer weiße Weihnachten gegeben", sagt Friedrich. Darunter sinke die Wahrscheinlichkeit dafür.

Behauptung 4: Der Klimawandel ist Schuld daran, dass kein Schnee liegt

Stimmt nicht. Die kältesten Abschnitte im Jahr sind in der Regel von Ende Januar bis Anfang Februar, sagt DWD-Experte Friedrich. "Wenn man Weihnachten auf diese Jahreszeit schieben könnte, wäre es besser, um weiße Weihnachten erleben zu können." Nach DWD-Angaben schneit es zwar manchmal Mitte Dezember, doch kurz vor Weihnachten ströme oft milde atlantische Luft vom Westen nach Deutschland. "Das berüchtigte Weihnachtstauwetter stellt sich ein", schreibt der DWD. Die warme Luft zehre die Schneedecke auf. Dieser Ablauf sei typisch für Deutschland.

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Der Traum von weißen Weihnachten wird nach Ansicht von Professor Curtius weiterhin nur selten in Erfüllung gehen: "Allgemein ist es sicherlich richtig, dass im Zuge des Klimawandels zumindest für die nächsten Jahrzehnte zu erwarten ist, dass die Wahrscheinlichkeit für weiße Weihnachten noch weiter abnimmt, weil die Temperaturen immer seltener unter null Grad fallen werden."

RND/dpa/mf

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