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Forscher: Tiere können nur überleben, wenn Menschen sie akzeptieren

Menschen fühlen sich häufig durch Tiere bedroht – so auch beim Wolf.

Menschen fühlen sich häufig durch Tiere bedroht – so auch beim Wolf.

Hildesheim. Das Überleben vieler bedrohter Tierarten hängt einer Studie zufolge stark von der Akzeptanz der Menschen ab, die mit ihnen eine Lebensraum teilen. Forschungen eines madegassisch-deutschen Teams an Lemuren in den Regenwäldern Madagaskars zeigen diesen Zusammenhang am sogenannten Fingertier oder Aye-aye, wie die Universität Hildesheim mitteilte. Das Tier gelte als Unheilsbringer, sagte der Hildesheimer Biologe Torsten Richter. „Es wird deshalb getötet, wenn man es antrifft, um großen Schaden vom Dorf abzuhalten. Das ist eine der Haupttodesursachen des Aye-ayes und bedroht dessen Überleben.“

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Wenn Mensch und Tier einen Lebensraum teilen

Allerdings habe die Forschung ein differenziertes Bild ergeben, ergänzte der Biologe. So hätten in einigen Dörfern im Nordosten Madagaskars die Menschen eine neutrale, zuweilen sogar positive Einstellung zum Aye-aye. Das sei vor allem dort der Fall, wo die Menschen beobachtet hätten, dass das Aye-aye als Insektenfresser auf Nelkenbäumen Schädlinge frisst und somit eine Ökosystemleistung für die Menschen erbringe. Der Nelkenanbau ist eine wichtige Einnahmequelle in jener Region.

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Die Forschungsergebnisse sind auch für Deutschland relevant. Unter anderem hat Richter am Beispiel der Rückkehr der Wölfe in die deutsche Kulturlandschaft bereits den von Menschen und Wildtieren geteilten Lebensraum und die soziale Tragfähigkeit untersucht. Eine Forschungsfrage dabei sei gewesen, wie viele Wölfe „wir Menschen mit uns zusammen in unserem Lebensraum leben lassen und ob diese Zahl an Tieren und der Platz, den wir Menschen ihnen zugestehen, ausreicht, um ihr Überleben zu sichern“, hieß es.

RND/epd

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