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Forscher sind sich sicher: Pflanze sicherte die Ernährung des frühen Menschen

Schon vor mindestens 170.000 Jahren ernährten sich Menschen von Pflanzen der Gattung Hypoxis.

Schon vor mindestens 170.000 Jahren ernährten sich Menschen von Pflanzen der Gattung Hypoxis.

Johannesburg. Schon vor mindestens 170.000 Jahren haben die frühen Menschen Wurzeln gesammelt und zubereitet. In Südafrika haben Forscher den ältesten Hinweis für das Erhitzen stärkehaltiger Wurzelstöcke entdeckt. In einer Höhle im Nordosten des Landes fand das internationale Forscherteam Dutzende verkohlte Rhizome, also Wurzelstöcke, von Pflanzen der Gattung Hypoxis. Die in Afrika weit verbreiteten Pflanzen seien schon damals für umherziehende Jäger und Sammler eine ganzjährige Kohlenhydrate-Quelle gewesen, schreibt das Team im Fachblatt „Science“.

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Pflanzliche Kost nahm der frühe Mensch in der Trockenzeit zu sich

Bei Studien zur Ernährung der frühen Menschen hätten sich Paläontologen bislang auf Fleisch konzentriert, weil Pflanzenrückstände an Fundstellen eher selten seien, schreiben die Forscher um Lyn Wadley von der Witwatersrand-Universität in Johannesburg. Allerdings sei pflanzliche Kost vor allem in der Trockenzeit und dem damit verbundenen spärlichen Wildangebot wichtig gewesen. Das habe insbesondere für jene Pflanzen gegolten, die in Knollen, Zwiebeln oder im Wurzelstock Stärke speichern.

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Studie: Vorgestellte Funde mindestens 50.000 Jahe älter als die vorherigen Belege

Zu den ältesten Belegen für das Erhitzen stärkehaltiger Pflanzen zählten den Forschern zufolge bislang verkohlte Reste von unidentifizierten Pflanzen, die am Klasies River im Süden Südafrikas entdeckt wurden und etwa 120.000 Jahre alt sind. Die nun vorgestellten Funde seien mindestens 50.000 Jahre älter und stammten von der Gattung Hypoxis, schreibt das Team unter Verweis auf Analysen per Elektronenmikroskop. Vermutlich handele es sich um die Art H. angustifolia. Diese unscheinbare, immergrüne Pflanze mit gelben Blüten wächst in Afrika südlich der Sahara sowie im Jemen und bildet einen kleinen möhrenartigen Wurzelstock.

Forscher finden 55 verkohlte Hypoxis-Sprossen

In der Border Cave, einer Felshöhle nahe der Grenze zu Swasiland, fanden die Forscher 55 verkohlte Hypoxis-Sprossen, überwiegend in Ascheschichten. Deshalb gehen sie davon aus, dass die Wurzeln bewusst zum Verzehr geröstet wurden. Hypoxis-Sprossen seien auch roh genießbar, könnten aber gekocht werden und enthielten bei hohem Energiegehalt viele Nährstoffe, darunter Vitamine und Mineralien. „Das Erhitzen der faserreichen Rhizome erleichterte das Schälen und die Verdauung, sodass mehr davon gegessen werden konnte, was den Nährstoffnutzen erhöhte“, wird die Archäologin Wadley in einer Mitteilung ihrer Universität zitiert.

In der Border Cave, einer Felshöhle nahe der Grenze zu Swasiland, fanden die Forscher 55 verkohlte Hypoxis-Rhizome.

In der Border Cave, einer Felshöhle nahe der Grenze zu Swasiland, fanden die Forscher 55 verkohlte Hypoxis-Rhizome.

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Das Resultat einer früheren Studie, derzufolge die Menschen schon damals das Enzym Amylase bildeten, wertet das Team als Beleg für eine zu jener Zeit gängige stärkehaltige Ernährung. H. angustifolia gedeihe in vielen Lebensräumen, wachse büschelartig und sei das ganze Jahr hindurch essbar. Sie habe den damaligen Menschen eine zuverlässige und leicht zu findende Nahrungsquelle geboten.

RND/dpa

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