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Wie der Klimawandel die Entstehung des Coronavirus begünstigte

Die Ausbreitung verschiedener Fledermausarten in der südchinesischen Provinz Yunnan hat die Entstehung von Sars-CoV-2 begünstigt.

Die Ausbreitung verschiedener Fledermausarten in der südchinesischen Provinz Yunnan hat die Entstehung von Sars-CoV-2 begünstigt.

Wenn Krankheiten wie das Coronavirus vom Tier auf den Mensch überspringen, hat das auch mit dem Klimawandel zu tun. Das zeigt nun eine Studie von Forschern der Universität Cambridge, des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) und der University Hawai’i at Mānoa.

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Die Wissenschaftler hatten für ihre Untersuchung ausgewertet, wie sich Veränderungen des Klimas in den vergangenen Jahrzehnten auf die Lebensräume von Wildtieren in der südchinesischen Provinz Yunnan ausgewirkt haben – den vermuteten Ursprungsort von Sars-CoV-2. Ihre Ergebnisse wurden vor wenigen Tagen in der Zeitschrift „Science of the Total Environment“ veröffentlicht.

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Neue Lebensräume für Fledermäuse entstanden

Experten gehen davon aus, dass das Coronavirus Sars-CoV-2 schon länger bei Fledermäusen zirkulierte, ehe sich Menschen damit infizierten. So wurde ein eng mit Sars-CoV-2 verwandtes Virus erstmals 2013 in der Provinz Yunnan bei einer Hufeisenfledermaus entdeckt. Als Zwischenwirte vor der Übertragung von Sars-CoV-2 könnten Gürteltiere (Pangoline) gedient haben: Diese wurden auf dem Markt in Wuhan verkauft, auf dem es zum vermutlich ersten größeren Ausbruch des Virus gekommen war.

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Die Klimaforscher konnten nun zeigen, dass die Verbreitung des Virus und seine Übertragung auf den Menschen durch den Klimawandel begünstigt wurde. Veränderungen des Klimas hatten dazu geführt, dass es in Südchina heute weniger Buschland und mehr tropische Savannen und Laubwälder gibt, die Fledermäusen als Lebensraum dienen. Dadurch sei die Region zu einem „Hotspot” für Coronaviren geworden, die von Fledermäusen übertragen werden, heißt es in einer Pressemitteilung zur Studie.

Austausch von Viren zwischen verschiedenen Arten begünstigt

Etwa 40 neue Fledermausarten sollen seitdem in der Region aufgetreten sein und gut 100 neue Arten von Coronaviren eingeschleppt haben. Das Zusammenleben verschiedener Fledermäuse im gleichen Gebiet dürfte den Austausch von Viren zwischen den verschiedenen Arten begünstigt haben, schreiben die Forscher in ihrer Studie. Und schließlich zu den Veränderungen des Virus geführt haben, die es ihm leichter machten, Menschen zu infizieren.

Zudem sind auch Schuppentiere in der Yunnan-Provinz heimisch. Die Ausbreitung von Fledermäusen in der Region hatte also dazu geführt, dass sie den Lebensraum der Pangoline teilen. Dadurch könnte es zur Übertragung von Fledermäusen auf die Pangoline gekommen sein, und später zur Übertragung durch Pangoline auf den Menschen.

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Weltweit 3.000 verschiedene Coronaviren bei Fledermäusen

„Durch den Klimawandel haben sich die Lebensräume von Fledermäusen verschoben. Die Tiere breiteten sich in neue Gebiete aus – und brachten ihre Viren mit. Das veränderte nicht nur, wo die Viren vorkommen, sondern ermöglichte auch neue Interaktionen mit anderen Tieren, durch die schädliche Erreger übertragen wurden oder sich weiterentwickelten”, so Robert Beyer, einer der Studienautoren vom PIK.

Weltweit kommen geschätzt 3000 verschiedene Coronaviren bei Fledermäusen vor. Die meisten davon können nicht ohne Weiteres Menschen infizieren. Andere hingegen schon – neben Sars-CoV-2 gehörten der Erreger Sars-CoV-1 und das MERS-Virus dazu. Die Studienautoren warnen davor, dass das auch in Zukunft vorkommen könne: „Wir wissen, dass der Klimawandel die Übertragung von Viren in Wildtieren auf den Menschen beschleunigt“, heißt es. „Das sollte uns dringend dazu veranlassen, Maßnahmen zur Reduktion von Emissionen zu verbessern.”

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