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Kleine Dose, große Wirkung: Wie gefährlich sind Energydrinks für Kinder und Jugendliche?

  • Ob vor der langen Partynacht, zu Beginn einer Prüfung oder am Morgen: Energydrinks gehören für viele Jugendliche längst zum Alltag.
  • Dabei sind die Hauptbestandteile der Muntermacher Koffein und Zucker.
  • In Maßen ist der Konsum von Energydrinks Experten zufolge dennoch unbedenklich.
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Hannover. Sie schmecken süß und versprechen Konzentration in Prüfungssituationen oder mehr Durchhaltevermögen auf Partys. Das macht Energydrinks auch beim Nachwuchs sehr beliebt. Ein wissenschaftliches Gutachten der EFSA besagt, dass drei Milligramm Koffein pro Kilogramm Körpergewicht täglich für Kinder und Jugendliche unbedenklich sind. Wiegt ein 13-jähriger Junge also beispielsweise 42 Kilogramm, kann er laut Gutachten problemlos einen halben Liter Energydrink trinken.

Energydrinks bestehen aus Wasser und Koffein

Die meisten Energydrinks setzen sich aus Wasser, Koffein, Taurin, Glucuronolacton, Farbstoffen, Aromen und Zucker zusammen. Das Koffein sorgt schnell für eine anregende Wirkung. Es kommt innerhalb von zehn Minuten im Blut an. Dadurch steigen sowohl der Blutdruck als auch der Puls an. Die Folge: Konsumenten fühlen sich wach und konzentrationsfähig. Währenddessen wird das Belohnungssystem des Gehirns durch den hohen Zuckeranteil stimuliert. Nur 500 Milliliter eines Energydrinks können bis zu 70 Gramm Zucker enthalten. Das sind umgerechnet 24 Stück Würfelzucker. Energydrinks, die als „sugarfree“ deklariert werden, hingegen enthalten Süßstoff.

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Gesetzliche Höchstmengen für Zusätze in Energydrinks

In der Fruchtsaft- und Erfrischungsgetränkeverordnung sind die gesetzlichen Höchstmengen für Energydrinks verankert. Pro Liter dürfen demnach maximal 320 Milligramm Koffein enthalten sein. Bei Taurin sind es 4000 Milligramm.

Liegt der Koffeingehalt bei mehr als 150 Milligramm pro Liter müssen Energydrinks den Hinweis „Erhöhter Koffeingehalt: Für Kinder und schwangere oder stillende Frauen nicht empfohlen“ tragen. Wer beispielsweise auswärts essen geht und an der Bar ein Getränk ordert, dessen Koffeingehalt über dem Richtwert liegt, findet die Angabe in der Getränkekarte oder auf einem entsprechenden Schild.

Wie viel Koffein steckt in Kaffee und Co.?

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• Eine Tasse Kaffee (150 Milliliter): 50 bis 100 Milligramm Koffein, je nach Stärke

• Ein Espresso (30 Milliliter): 50 bis 60 Milligramm Koffein

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• Ein Glas Cola (200 Milliliter): 30 Milligramm Koffein

• Eine Dose Energydrink (250 Milliliter): 80 Milligramm Koffein

• Eine Vollmilchschokolade (100 Milligramm): Bis zu 35 Milligramm Koffein

Sind Energydrinks gefährlich?

Eine Dose mit 250 Millilitern enthält so viel Koffein wie eine Tasse Kaffee – in Maßen ist das Trinken von Energydrinks also nicht zwangsläufig schädlicher. „Wer hingegen übermäßig viele Energydrinks in kurzer Zeit konsumiert, dazu erhöhte Mengen Alkohol trinkt, sich körperlich intensiv betätigt und/oder wenig schläft, kann unter Umständen schwere gesundheitliche Beeinträchtigungen erleiden“, erklärt Andreas Hensel vom Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR). Dazu gehörten zum Beispiel Nervosität, Kopfschmerzen, Übelkeit oder Herzrasen.

Autofahrer neigen zu Selbstüberschätzung

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Gerade bei längeren Autofahrten greifen Fahrer gern zu Energydrinks, um der Müdigkeit den Kampf anzusagen. Die Folge: Selbstüberschätzung. Denn nach dem Hoch folgt schnell das Tief. Nach etwa einer Stunde ist der Zucker verarbeitet und ein Teil davon in Fett umgewandelt. Die Müdigkeit schlägt zurück und Sekundenschlaf wird zur möglichen Konsequenz.

Energydrinks gemischt mit Alkohol: Wodka-E und Co.

In einer Studie hat die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) mehr als 52.000 Erwachsene, Jugendliche und Kinder in 16 EU-Staaten befragt: Nirgendwo werden Energydrinks so gern mit hochprozentigem Alkohol, zum Beispiel Wodka, gemischt wie in Deutschland. Dabei ist das Ziel von vielen, den scharfen Geschmack des Alkohols zu reduzieren. Eine Nebenwirkung, die oft außer Acht gelassen wird: Durch die aufweckende Wirkung des Energydrinks kriegen Konsumenten das Gefühl, fit und nüchtern zu sein, wodurch die Situation oft unterschätzt wird.

Eine gesetzliche Altersbeschränkung gibt es hierbei nicht. Denn es gibt weder Belege für eine leistungssteigernde Wirkung von Energydrinks, noch ausreichend Studien, die einen gesundheitsgefährdenden Effekt belegen. Die Verbraucherzentrale rät jedoch dazu, den Warnhinweis „Erhöhter Koffeingehalt: Für Kinder und schwangere oder stillende Frauen nicht empfohlen“ zu beachten und ernst zu nehmen.


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