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Energiewende könnte Gesundheitsrisiken um 80 Prozent reduzieren

  • Die Stromerzeugung ist einer der größten Verursacher klimaschädlicher Treibhausgase weltweit.
  • Erstmals hat jetzt ein internationales Forscherteam durch Computersimulationen die Vorteile und Nachteile der drei wichtigsten Wege zur Dekarbonisierung beziffert.
  • Das Ergebnis: Eine Energiewende hin zu Strom aus Sonne und Wind bringt die meisten Vorteile für Gesundheit und Umwelt.
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Dekarbonisierung bedeutet die Abkehr der Energiewirtschaft von der Nutzung kohlenstoffhaltiger Energieträger und ist eine Maßnahme zum Klimaschutz. "Wenn wir das Gesamtbild betrachten - die direkten Emissionen der Anlagen zur Stromerzeugung, den Abbau von Mineralien und Brennstoffen für Bau und Betrieb der Anlagen, bis hin zu den notwendigen Flächen für die Infrastruktur unserer Stromversorgung, so sehen wir: Es ist für Mensch und Umwelt am besten, hauptsächlich auf Windkraft und Sonnenenergie umzustellen", erklärt Gunnar Luderer vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK), unter dessen Leitung die Studie stand.

"Der größte Gewinner der Dekarbonisierung ist die menschliche Gesundheit. Ein Umsteuern hin zur erneuerbaren Energien könnte die negativen Auswirkungen der Stromerzeugung auf die Gesundheit um bis zu 80 Prozent reduzieren", so Luderer. Dies sei vor allem auf eine Verringerung der Luftverschmutzung durch das Verbrennen von Kohle und Öl zurückzuführen. Zudem seien die Lieferketten für Wind- und Solarenergie viel sauberer als der Abbau von Kohle und das Bohren nach Öl, und auch sauberer als die Erzeugung von Bioenergie. Die Studie ist aktuell im Fachmagazin "Nature Communications" erschienen.

Forscher vergleichen drei Szenarien

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Dafür verglichen die Autoren drei Szenarien zur Dekarbonisierung des Stromsektors bis 2050: Ein Szenario konzentrierte sich auf Solarenergie und Windkraft, ein zweites Szenario auf die Beibehaltung der konventionellen Kraftwerke mit Umstellung auf Abscheidung und Speicherung von CO2 und Bioenergie, und ein drittes Szenario enthielt eine Mischung der Technologien.

Alle Szenarien zeigten laut PIK, dass der Flächenbedarf für die Stromerzeugung steigt. Die mit Abstand am meisten Fläche verschlingende Methode zur Stromerzeugung sei naturgemäß die Bioenergie, also die Energie, die aus nachwachsenden Rohstoffen wie Getreide oder Holz gewonnen wird.

"Pro Kilowattstunde Strom aus Bioenergie braucht man hundertmal mehr Land als für die gleiche Menge Energie aus Solarmodulen", sagt Alexander Popp, Leiter der Arbeitsgruppe Landnutzungsmanagement am Potsdam-Institut. "Landflächen sind eine begrenzte Ressource auf unserem Planeten. Angesichts der wachsenden Weltbevölkerung mit Hunger nach mehr Nahrung und mehr Strom wird auch der Druck auf die Landnutzung und die Ernährungssysteme zunehmen." Die Studie liefere nun noch mehr Argumente für einen schnelleren Übergang zu einer erneuerbaren Energieerzeugung, resümiert PIK-Forscher Luderer.