Elche kommen nach Deutschland zurück

Deutschland wird als Urlaubsziel immer beliebter - zumindest bei den Elchen. Besonders Brandenburg scheint den Tieren zu gefallen. Immer häufiger kommen Elche aus Polen auch nach Deutschland.

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Brandenburg. Nach dem Wolf kehrt nun ein weiteres Wildtier in seine Heimatregionen zurück: Der Elch ist im Anmarsch und er hält Kurs auf Brandenburg. Dort werden immer häufiger Elche gesichtet. “Wir gehen davon aus, dass gegenwärtig drei bis fünf Elche durch Brandenburg streifen, sich hier eine gewisse Zeit aufhalten und dann weiter westwärts oder zurück nach Osten wandern”, sagte Kornelia Dobiás vom Landeskompetenzzentrum Forst im Juni der dpa. Wahrscheinlich werde die Zahl der aus Polen zuwandernden Tiere steigen, sagte die Wissenschaftlerin.

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Brandenburg als idealer Lebensraum für Elche

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Die Tiere kommen größtenteils aus Polen, entweder direkt oder mit Umwegen über Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen. Denn im spärlich besiedelten Brandenburg mit seinen Feuchtwiesen und weitläufigen Moor- und Bruchwäldern finden die Tiere ideale Lebensbedingungen, weiß der Naturschutzbund Nabu. Seitdem die Elch-Population in Polen nicht mehr durch Jagd verringert wird, haben sich die Tiere dort auf etwa 4000 Exemplare vermehrt. Auf der Suche nach Partnerinnen überqueren die jungen Elchbullen deshalb sogar Landesgrenzen und wurden in Brandenburg scheinbar fündig: Dort soll es bereits Nachwuchs gegeben haben.

Zuletzt wurde beispielsweise am vergangenen Freitag im brandenburgischen Nationalpark Unteres Odertal ein Elch gesichtet. Der Elchbulle mit bereits gut ausgebildetem Geweih sei in den frühen Morgenstunden bei Criewen nahe Schwedt Richtung Südwesten unterwegs gewesen und habe eine Landesstraße passiert, teilte das Umweltministerium in Potsdam mit.

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Elche werden in Datenbank erfasst

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Weil immer mehr Tiere aus Polen zurückkehren, hat das Land Brandenburg reagiert: In einer Elch-Datenbank werden alle gesichteten Tiere registriert. Wem also beim Spaziergang solch ein langbeiniges Exemplar vor die Füße läuft, kann diese Begegnung einfach per Online-Formular melden. Weil die Zahl der zuwandernden Elche in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen ist, hat das Land Brandenburg außerdem einen Management-Plan für den Umgang mit den Wildtieren entwickelt. Darin aufgeführt sind Erkennungsmerkmale, typische Verhaltensweisen, sowie jagdrechtliche Grundlagen. Das Schießen von Elchen ist in Deutschland zwar grundsätzlich erlaubt, allerdings gilt einen ganzjährige Schonung: Das heißt, dass Elche praktisch nicht gejagt werden dürfen, Ausnahmen werden nur bei verletzten Tieren gemacht.

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Verkehrsunfälle durch Elche

Für den Menschen stellen Elche keine direkte Gefahr dar, denn die bis zu 2,30 Meter großen Pflanzenfresser leben als Einzelgänger in lichten Wäldern. Dort ernähren sich die Wiederkäuer von Wasserpflanzen, Rinde und Blättern, im Winter auch von Zweigen, Sträuchern und Nadelbäumen. Ihre übergroße Oberlippe, die auch Muffel genannt wird, ermöglicht es den Tieren, Zweige von den Bäumen zu brechen und die Rinde abzustreifen.

Nur im Straßenverkehr werden die bis zu 800 Kilogramm schweren Tiere zur Gefahr. Denn Elche laufen bei Gefahr nicht einfach weg, sondern bleiben wie angewurzelt stehen. Dieses Verhalten führt häufig zu Verkehrsunfällen. In ihrem Heimatland Schweden werden jedes Jahr bis zu 5000 Unfälle mit dem Großhirsch gemeldet. Bei einer Population von etwa 400.000 Tieren sei das aber nicht ungewöhnlich, relativiert der Naturschutzbund. Die wenigen in Deutschland lebenden Elche stellen deshalb noch kein Problem dar.

RND/mf