Die Seeadler kehren zurück - dem Umweltschutz sei Dank

  • Kein anderer Greifvogel in Deutschland hat so große Flügel wie der Seeadler.
  • Lange Zeit waren die beeindruckenden Tiere vom Aussterben bedroht, nun brüten wieder viele Exemplare in Deutschland.
  • Die Rückkehr des Seeadlers ist ein Musterbeispiel für gelungenen Artenschutz.
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Berlin. Viele Menschen denken sofort an einen Adler, wenn sie einen Greifvogel am Himmel fliegen sehen. Meistens ist es aber gar keiner, sondern etwa ein Bussard oder ein Milan. Adler erkennt man vor allem an ihrer Größe: Die größten unter ihnen sind die Seeadler. Sie messen von Flügelspitze zu Flügelspitze bis zu 2,40 Meter und sind damit deutlich größer als ein erwachsener Mensch seine Arme ausbreiten kann.

Seeadler sind eher bequeme Tiere

Wer die beeindruckenden Vögel beobachten will, fährt am besten in die Nähe von Seen und Flüssen. Zum Beispiel zu Naturführer Martin Miethke im Naturpark Westhavelland. "Oft sind Seeadler dort, wo Wasservögel sich versammeln, etwa bei uns am Gülper See", sagt er. Das hängt damit zusammen, dass Seeadler zum einen gerne Fische fressen. Und zum anderen jagen sie Wasservögel wie Enten, Blesshühner und Gänse.

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Eine ausgewachsene, fitte Gans ist aber auch für einen Seeadler schwer zu bekommen. Oft schnappten sie sich verletzte oder kranke Tiere, sagt Martin Miethke. "Je weniger sie sich anstrengen müssen, desto besser." Gerade im Winter ernähren sich Seeadler auch oft von Aas, also toten Tieren. "Sie sind eher bequem", meint der Experte.

Jagd auf Seeadler führte fast zum Aussterben

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Um einen Seeadler gut zu erkennen, ist ein Fernglas wichtig. "Man kommt nicht so nah an sie heran", sagt Martin Miethke. Viele Seeadler flüchten schon, wenn Menschen noch mehrere Hundert Meter weit weg sind. "Wenn man aber ganz still steht, etwas versteckt, kann man Glück haben und einer kommt mal nah vorbei", erzählt er.

Heute brüten in Deutschland wieder ziemlich viele Seeadler-Paare. Das war einmal anders. Bis vor 50 Jahren lebten nur noch sehr wenige dieser Vögel bei uns. Damals jagten viele Menschen die Adler, da sie glaubten, die Vögel holten zu viele Fische aus den Seen. Außerdem wurde damals ein Insektengift verwendet, das die Schalen der Eier dünn werden ließ. Viele Eier zerbrachen.

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Bedrohte Paddler: Jährlich landen etwa 250.000 Tiere ungewollt in den Netzen der Fangflotten. Zudem gefährdet die zunehmende Meeresverschmutzung ihr Leben, ebenso wie die rücksichtslose Erschließung von Stränden.

Umweltschutz kann Arten retten

"Heute sind Seeadler nicht mehr gefährdet", sagt Lars Lachmann. Er ist Vogelexperte beim Naturschutzbund Nabu. Dass es wieder mehr Adler gibt, liegt auch daran, dass die Jagd auf sie verboten ist. Und dass das für die Eier schädliche Insektengift verboten wurde. "Der Seeadler ist ein ganz tolles Beispiel, dass Umweltschutz funktioniert", sagt der Experte. "Wenn man sich vornimmt, eine Art zu retten, kann das klappen."

Die Nester der Seeadler sind nur schwer zu finden. Gut beobachten kann man die Adler aber, wenn sie auf einer Sandbank am Wasser sitzen und sich ausruhen. Oder wenn sie auf einem hohen abgestorbenen Baum am Rand eines Gewässers hocken und nach Beute Ausschau halten. "Seeadler sind beeindruckende Vögel", meint Lars Lachmann. "Es lohnt sich, nach ihnen zu suchen."

RND/dpa