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Die Saturnmonde strahlen außergewöhnlich hell: Jetzt ist klar, warum

  • Der Saturn ist der zweitgrößte Planet des Sonnensystems – und birgt noch viele Rätsel.
  • Planetenforscher haben jetzt herausgefunden, warum die Saturnmonde außergewöhnlich hell im Radarlicht leuchten.
  • Auch die Debatte über das Alter der Saturnringe wurde durch neue Daten wieder entfacht.
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Genf. Eine Art Schneekanone ist nach Analysen eines französischen Forschungsteams mitverantwortlich für die außergewöhnliche Helligkeit der inneren Saturnmonde im Radarlicht. Die Eisgeysire auf dem Mond Enceladus beschneien demnach den kleinen Trabanten und seine Nachbarn Mimas und Tethys so stark, dass sie regelmäßig für eine frische und besonders gut reflektierende Schicht aus sehr reinem Wassereis sorgen, wie die Gruppe um Alice Le Gall von der Universität Paris-Saclay auf der gemeinsamen Tagung der europäischen und amerikanischen Planetenforscher in Genf berichtete. Sie hatte Radarmessungen der Saturnsonde Cassini der US-Raumfahrtbehörde Nasa ausgewertet.

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Schnee vom Saturnmond Enceladus sorgt für Helligkeit

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Die inneren Saturnmonde sind im Bereich der Radarstrahlung die hellsten Objekte unseres ganzen Sonnensystems. Bisherige Analysen hätten die Radarhelligkeit der Monde sogar noch um den Faktor zwei unterschätzt, berichtete Le Gall. „Die superhellen Radarsignale, die wir beobachten, erfordern eine Schneedecke, die mindestens einige zehn Zentimeter dick ist“, erläuterte die Forscherin in einer Mitteilung der europäischen Planetenforschergesellschaft EPSC. Da eine Schneedecke auf den atmosphärlosen Himmelskörpern durch hinabregnenden kosmischen Staub vergleichsweise schnell verschmutzen würde, gehen die Wissenschaftler davon aus, dass sie regelmäßig durch die bereits früher entdeckten Eisgeysire von Enceladus erneuert wird.

Allerdings zeigten die Analysen Le Gall zufolge auch, dass die Schneedecke allein nicht ausreicht, um das auffällige Reflexionsvermögen der Monde im Radarbereich zu erklären. Die Forscher spekulieren, dass tiefer liegende natürliche Strukturen als eine Art Reflektor für Radarstrahlung fungieren könnten. Welche Strukturen dies sein könnten und wie sie entstanden sind, ist aber noch ungeklärt. Mit Computermodellen testen die Wissenschaftler, welche Art von Eisformationen infrage kommen.

Mosaik der Eceladus-Oberfläche, aufgenommen aus 25 Kilometer Entfernung von der Raumsonde Cassini. © Quelle: NASA/JPL/Space Science Institute

Neue Debatte über Alter der Saturnringe

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Unterdessen hat ein anderes, französisch-amerikanisches Team die seit langem schwelende Debatte über das Alter der majestätischen Ringe des Saturn erneut angefacht. Zuletzt hatte eine Auswertung von Cassini-Daten den Saturnringen ein in kosmischen Maßstäben geringes Alter von zehn bis 100 Millionen Jahren attestiert. Das Sonnensystem ist rund 4,5 Milliarden Jahre alt. Das Team um Aurelien Crida vom Observatorium der Cote d'Azur verwies nun auf Modellrechnungen, nach denen sich Planetenringe unabhängig von ihrem Anfangsgewicht nach rund vier Milliarden Jahren stets dauerhaft bei der heute gemessenen Masse einpendeln sollten.

Zwar schließe das nicht grundsätzlich aus, dass die Ringe tatsächlich erst vor Kurzem mit zufällig genau dieser Masse entstanden seien, räumte Crida ein. „Allerdings wäre das ein ziemlicher Zufall“, betonte der Forscher in einer EPSC-Mitteilung. Seine Gruppe, die ihre Argumentation auch im Fachblatt „Nature Astronomy“ veröffentlicht hat, sieht gewichtige Indizien dafür, dass die Saturnringe sehr viel älter sind als die jüngsten Analysen ergeben haben. Da sich das Alter der Ringe nicht direkt messen lässt, wird die Debatte allerdings voraussichtlich andauern.

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RND/dpa

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