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Coronavirus: Hat das Pangolin den Erreger auf den Menschen übertragen?

  • In einem Pangolin wurde ein Erreger gefunden, der dem Coronavirus stark ähnelt.
  • Weil das Fleisch der Schuppentiere in China als Delikatesse gilt, rätseln Forscher nun darüber, ob sie die ursprünglichen Wirte sind.
  • Chinesische Behörden haben vorerst einen Bann über den Verzehr von Wildfleisch verhängt.
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Des einen Leid, des anderen letzter Rettungsschimmer: Was Tausenden von Menschen zum Verhängnis zu werden droht, könnte eine der am akutesten bedrohten Tierarten dieser Welt vor dem Aussterben bewahren: Das archaisch anmutende Pangolin, das seiner einzigartigen Schuppen und seines zarten Fleisches wegen zu den am meisten geschmuggelten Spezies dieser Erde gehört. Tierschützern zufolge sollen jährlich mehr als 2,5 Millionen Exemplare der Schuppentiere illegal gehandelt werden. Allein 2019 wurden 97 Tonnen der rund acht Zentimeter langen Schutzplättchen der Pangoline von Afrika in den Fernen Osten verfrachtet, vor allem nach China und Vietnam.

Zu Puder zerrieben sollen die – wie menschliche Fingernägel – aus Keratin bestehenden Schuppen Wunder gegen Krebs und Asthma bewirken, heißt es im Reich der Mitte. Bei Frauen mit Säuglingen werde damit außerdem die Produktion von Muttermilch angeregt. Nachdem Forscher des „Baylor Cottage of Medicine“ im US-Staat Texas nun allerdings in einem Schuppentier einen fast identischen Erreger wie das für die derzeitige Corona-Seuche verantwortlich gemachte Virus nCoV-2019 gefunden haben, könnten die Pangoline eine Überlebenschance bekommen. Chinesische Behörden haben bereits einen – allerdings bislang nur vorübergehend geltenden – Bann über den Verzehr von Wildfleisch verhängt.

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Illegaler Handel: Das Fleisch der Pangoline gilt in China als Leckerbissen

Wuhan, das Zentrum der Epidemie in der chinesischen Hubei-Provinz, gilt auch als Zentrum des Wildtier-Konsums. Vieles deutet darauf hin, dass die ersten Chinesen auf dem Wuhaner Markt für Wildfleisch mit dem Coronavirus angesteckt wurden. Das Fleisch der Pangoline gehört in China zu den Leckerbissen: Die vier asiatischen Unterarten der „Tannenzapfentiere“ befinden sich ganz oben auf der roten Liste des Washingtoner Artenschutzabkommens (Cites). Illegale chinesische Händler begaben sich deshalb auf Pangolin-Suche nach Afrika. Auch dort sind die bis zu 1,50 Meter großen Säugetiere inzwischen nirgendwo mehr sicher. Seit Anfang 2020 stehen alle vier afrikanischen Unterarten auf der roten Cites-Liste. Für ein Gramm der zerriebenen Schuppen sind chinesische Schmuggler bereit, bis zu vier US-Dollar zu bezahlen. Dazu vermag kaum ein afrikanischer Landbewohner Nein zu sagen.

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Pangolin: Wissenswertes über das Schuppentier

Schuppentiere sind phänomenal an ihre Umwelt angepasst. Sie ernähren sich vor allem von Ameisen, wofür sie keine Zähne brauchen. Dafür pflegen sie kleine Steine zu essen, die die Insekten im Magen zerreiben. Pangoline verfügen über eine bis zu 40 Zentimeter lange Zunge, die mit klebrigem Speichel bedeckt ist. Nachdem sie die Ameisen- oder Termitenhügel mit ihren starken Krallen aufgerissen haben, schieben sie ihre dünne Zunge, an der ihre Opfer kleben bleiben, in die Gänge der Insekten. Bei Gefahr rollen sich die Schuppentiere zusammen und schützen sich mit dem Kopf im Zentrum und dem breiten Schwanz als gepanzerter Umhüllung. So haben nicht einmal Löwen eine Chance. In Not geraten, pflegen die Pangoline auch ein übelriechendes Sekret – wie Stinktiere – auszusondern. Doch nicht einmal das kann sie vor menschlichen Zugriffen retten.

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Coronavirus: Sind Pangoline Wirte oder Überträger?

Unklar ist bislang noch, ob die Pangoline die eigentlichen Wirte des Coronavirus „nCoV-2019“ sind, oder ob sie nur als Überträger dienen. Chinesische Forscher gehen nach wie vor davon aus, dass die Erreger in Fledermäusen leben, von denen die Schuppentiere ihrerseits angesteckt werden. Das könne entweder bei der Fleischverarbeitung auf den Wildtiermärkten geschehen oder bereits, wenn lebende Schuppentiere mit den Insekten auch den verseuchten Kot von Fledermäusen aufnehmen. Tierschützer in Afrika hoffen nun, dass die chinesische Regierung den vorübergehenden Bann des Wildtierfleisches in einen dauerhaften verwandelt – die letzte Chance einer archaischen Tierart.

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