Corona-Verdacht im Eurocity: Hat das Virus Auswirkungen auf den Zugverkehr?

  • Das Coronavirus breitet sich derzeit in Italien aus. Mehrere Städte sind abgeriegelt.
  • In der Nacht zu Montag stoppten die österreichischen Behörden zwei Eurocity-Züge aus Italien am Brenner.
  • Die Deutsche Bahn ergreift vorerst keine Maßnahmen.
Michèle Förster
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Der Zugverkehr zwischen Italien und Deutschland stand am Sonntagabend mehrere Stunden still. Die österreichischen Behörden hatten den Eurocity aus Venedig auf seinem Weg nach München am Brenner angehalten. Auslöser dafür waren zwei deutsche Fahrgäste an Board des Zuges, die mit Fieber und Husten Symptome des Coronavirus zeigten.

Der Test auf das neuartige Coronavirus Sars-CoV-2 fiel jedoch negativ aus. Nach rund vier Stunden konnten die Eurocitys 86 und 1288 ihre Fahrt zum Münchener Hauptbahnhof fortsetzen. Die EC-Züge auf der Strecke München – Kufstein – Innsbruck – Verona – Venedig/Bologna verkehren am Montag nach Angaben der Deutschen Bahn wieder normal.

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Deutsche Bahn ergreift vorerst keine Maßnahmen

Von Venedig, Verona und Bologna aus verkehren täglich EC-Züge nach München. Nachdem die kurzzeitige Sperrung der Strecke wieder aufgehoben wurde, können die heutigen Fahrten wie geplant stattfinden. “Derzeit gibt es keine Einschränkungen im Bahnverkehr von und nach Italien”, teilte ein Bahn-Sprecher dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) mit.

Zur Bewertung der Entwicklungen zum Corona-Virus stehe der Bahnkonzern jedoch in ständigem Austausch mit den relevanten Organisationen und Gesundheitsbehörden. Vorbeugende Maßnahmen wegen der chinesischen Lungenkrankheit würden jedoch nicht getroffen. “Die Entscheidung über Maßnahmen zur Eindämmung des Virus obliegt den Behörden”, betonte der Konzern.

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Lage in Italien weiterhin kritisch

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In Italien breitet sich das ansteckende Coronavirus zunehmend aus. Mit mehr als 150 Infizierten und drei Toten ist Italien das Land mit den meisten Fällen des Coronavirus in Europa. Ein Blick auf die weltweite Verbreitung zeigt, dass Italien mit seinen Infektionszahlen direkt hinter China und Südkorea liegt. Aus Furcht vor einer Verbreitung des Virus stellte die Österreichische Bundesbahn kurzzeitig sogar den Regionalverkehr ins angrenzende Italien ein.

Um eine weitere Verbreitung des Covid-19-Virus zu verhindern, ergriff die italienische Regierung drastische Maßnahmen. Elf der am stärksten betroffenen Städte im Norden des Landes wurden abgeriegelt. Mehr als 50.000 Einwohner dürfen die Gebiete für mindestens 14 Tage nicht verlassen. Auch ein Betreten der abgeriegelten Städte sei verboten und würde notfalls durch Sicherheits- und Streitkräfte verhindert, sagte Regierungschef Giuseppe Conte.


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