Wissenschaftler empfehlen nationalen Shutdown bis Ostern

  • Die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina in Halle rät dazu, bis Ostern das öffentliche Leben komplett runterzufahren.
  • Das sei aus wissenschaftlicher Sicht empfehlenswert.
  • Allerdings müssten Spaziergänge weiterhin möglich bleiben.
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In einer aktuellen Stellungnahme zur Corona-Pandemie rät die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina, das öffentliche Leben bis nach Ostern einzufrieren. Grund dafür sei, dass sich das Coronavirus Sars-CoV-2 und die damit einhergehende Atemwegserkrankung Covid-19 weltweit mit hoher Dynamik ausbreitet. Deshalb habe die Leopoldina Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in einer interdisziplinären Arbeitsgruppe zusammengerufen, die sich mit der aktuellen Situation befasst hat. Das meldete zunächst tagesschau.de.

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In der Stellungnahme heißt es: “Die von der Bundesregierung und den Bundesländern ergriffenen Maßnahmen zur Eindämmung der aktuellen Coronavirus-Pandemie sind derzeit dringend erforderlich und entsprechen der durch die Pandemie ausgelösten Bedrohung. Sie bestehen aus dem Dreiklang: Eindämmung der Epidemie, Schutz der vulnerablen Bevölkerung sowie einer gezielten Kapazitätserhöhung im öffentlichen Gesundheitswesen und im Versorgungssystem. Für die Wirksamkeit und Notwendigkeit einiger dieser Maßnahmen gibt es wissenschaftliche Hinweise, andere werden aufgrund von Hochrechnungen und politischen Überlegungen vorgeschlagen.”

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Zudem müsse die Entwicklung von Medikamenten und Impfstoffen unter Berücksichtigung medizinethischer Aspekte mit höchster Priorität verfolgt werden. “Es deutet sich an, dass zum jetzigen Zeitpunkt ein deutschlandweiter temporärer Shutdown (circa drei Wochen) mit konsequenter räumlicher Distanzierung aus wissenschaftlicher Sicht empfehlenswert ist. Dabei müssen notwendige und gesundheitserhaltende Aktivitäten weiterhin möglich bleiben.”

Die Arbeitsgruppe der Leopoldina kommt zu dem Schluss, dass ein Shutdown mit einer bundeseinheitlich stringenten Ausgangsbeschränkung bis mindestens nach Ostern sinnvoll sei. Allerdings weisen die Wissenschaftler darauf hin, dass dieser Shutdown kein Arbeitsverbot, kein Einkaufsverbot von Lebensmitteln und auch keine Unterbindung von Spaziergängen im Familienkreis bedeute. Ziel seien die konsequente Nutzung von Homeoffice und eine disziplinierte räumliche Distanzierung von Personen von zwei Metern, insbesondere, wenn sie nicht in einem Haushalt wohnen.

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Die 13 Millionen Menschen, die in Bayern leben, sollen seit Samstag das Haus oder die Wohnung nur noch im Notfall verlassen. Bisher scheint das gut zu klappen.  © Reuters



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