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Verminderter Auto- und Flugverkehr: CO2-Ausstoß sinkt 2020 um knapp sechs Prozent

  • Laut Internationaler Energieagentur (IEA) sank der Ausstoß von Kohlendioxid durch Energieverbrauch im Corona-Jahr 2020 deutlich.
  • Die CO2-Emissionen nahmen im Vergleich zum Vorjahr um 2000 Megatonnen ab.
  • Das entspricht etwa der Gesamtmenge des CO2-Ausstoßes der EU.
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Wien. Der Ausstoß von Kohlendioxid durch Energieverbrauch ist infolge der Corona-Pandemie im vergangenen Jahr deutlich gesunken. Wie die Internationale Energieagentur (IEA) am Dienstag in Wien mitteilte, nahmen die CO2-Emissionen 2020 im Vergleich zum Vorjahr um 2000 Megatonnen ab. Das entspricht einem Rückgang um 5,8 Prozent und in etwa der Gesamtmenge des CO2-Ausstoßes der EU. Der Rückgang der energiebedingten Kohlendioxid-Produktion war der größte, der jemals seit dem Zweiten Weltkrieg verzeichnet wurde.

Allerdings nahmen den Angaben zufolge die Emissionen nach Abklingen der ersten Infektionswelle ab Mitte des Jahres wieder zu. Der Anstieg setzte sich bis Ende des Jahres fort: Im Dezember 2020 wurden zwei Prozent mehr Kohlendioxid durch den Energieverbrauch emittiert als im Vorjahresmonat.

Verminderter Straßen- und Flugverkehr hauptursächlich

Laut IEA sank 2020 die Nachfrage nach Treibstoffen um 8,6 Prozent und nach Kohle um vier Prozent. Durch den geringeren Öl-Verbrauch wurden 1100 Megatonnen CO2 weniger emittiert als 2019. Zu ungefähr 50 Prozent ist dieser Rückgang auf den verminderten Straßenverkehr zurückzuführen. Die Einschränkung des Flugverkehrs trug mit 35 Prozent zu dieser Entwicklung bei.

Der Verbrauch von Energie aus Quellen, die wenig oder gar keinen CO2-Ausstoß verursachen, erreichte derweil einen Rekordwert: Der Anteil an der gesamten Energieproduktion, wuchs um einen Prozentpunkt auf über 20 Prozent. Zu den nachhaltigen Energieträgern zählen etwa Wind- und Solarenergie.

Größerer Rückgang von CO2-Ausstoß in Industrieländern

Der Kohlendioxid-Ausstoß bei der Stromerzeugung sank um 3,3 Prozent, der höchste je gemessene Rückgang, wie es weiter hieß. Neben der Corona-Pandemie, die zu einer geringeren Stromnachfrage führte, trug der Ausbau der Erneuerbaren Energien zu dieser Entwicklung bei.

Beim Rückgang der Emissionen stellte die Energieagentur Unterschiede zwischen den Weltregionen fest. Am stärksten sank demnach der CO2-Ausstoß in Industrieländern (minus zehn Prozent), während er in Schwellen- und Entwicklungsländern geringer ausfiel (minus vier Prozent). Die einzige große Wirtschaftsmacht, die 2020 einen Anstieg der Emissionen verzeichnete, war China: Das Wachstum des CO2-Ausstoßes in der Volksrepublik verringerte sich im Vergleich zum Durchschnitt der Jahre 2015 bis 2019 lediglich um ein Prozent.

RND/epd

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