Cannabisöl: Ein legales Wundermittel für die Haut?

  • Kokos-, Argan- und Avocadoöl: Natürliche Öle sind längst als Wunderwaffen der Kosmetikindustrie bekannt.
  • Ganz vorne dabei ist Hanföl.
  • Es trägt Ärzten zufolge zu einer gesunden, straffen und schönen Haut bei
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Hannover. Cannabis: Eine Pflanze, die viele auf Anhieb mit Drogen und ihrem Rausch verbinden. Dabei hat Hanf mehr zu bieten. Er wird zur Schmerzlinderung medizinisch eingesetzt und soll eine entzündungshemmende Wirkung mit sich bringen. Das ist auch für die Kosmetikindustrie interessant. Denn Hanföl verspricht gesunde, straffe und schöne Haut.

Hanf: Eine Pflanze, die es in sich hat

Hanf gibt es auf der Erde schon seit mehr als 30.000 Jahren. Erst in den 1930er Jahren wurde bekannt, dass einige der Inhaltsstoffe in der Pflanze eine berauschende Wirkung auf den Menschen haben. Seitdem ist der Anbau vielerorts verboten. In der Medizin werden aus Cannabis Cannabinoide gewonnen und beispielsweise bei Nervenschmerzen, multipler Sklerose oder Krebs auf Rezept verschrieben. Patienten können dadurch die Einnahme von Schmerzmitteln verringern oder vollständig einstellen.

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Der Unterschied zwischen Hanföl und CBD-Öl

„Hanföl ist üblicherweise Hanfsamenöl. Es wird aus den Samen gepresst und ist vor allem wegen der Zusammensetzung der ungesättigten Fettsäuren wertvoll“, weiß Georg Wurth, Geschäftsführer des Deutschen Hanfverbandes. „Es enthält die bekannten Cannabinoide CBD und THC, allerdings in geringer Dosierung.“ Sie wirken entzündungshemmend und beeinflussen die Produktion von Hautzellen.

CBD-Öl hingegen enthält in der Regel nur das Cannabinoid Cannabidiol, das in verschiedenen Ölen als Trägersubstanz verwendet werden kann und wenig bis überhaupt kein THC enthält. Damit verfügt es über kaum über psychoaktive Einflüsse. Es wird aus Blüten, Blättern und Stängeln der Pflanze gewonnen. In Kosmetikprodukten wird oft eine Kombination aus Hanf- und CBD-Öl verwendet. Die kristallförmige Substanz des CBD braucht einen Träger wie Öl, um als Kosmetik wirksam werden zu können.

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Was in Hanföl steckt

„Die Haut benötigt essenzielle Fettsäuren, die in Hanföl in einem ausgewogenen Verhältnis vorliegen“, erklärt auch Franjo Grotenhermen von der Association for Cannabinoid Medicines (ACM). Das stärkt den Körper sowohl von innen als auch von außen. Die für die Haut relevantesten Inhaltsstoffe sind:

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  • Omega-3-Fettsäuren
  • Omega-6-Fettsäuren
  • Gamma-Linolensäure
  • Linolsäure
  • Palmitinsäure
  • Stearinsäure
  • Vitamin B1 und B2
  • Vitamin E
  • Mineralstoffe wie Phosphor, Kalium, Calcium, Mangan, Natrium, Eisen, Magnesium, Zink und Kupfer

So wirkt Hanföl auf die Haut

Die essenziellen Fettsäuren, die im Öl der Cannabis-Samen stecken, können von der menschlichen Haut direkt aufgenommen und damit beinahe vollständig absorbiert werden. Hanföl unterstützt zudem ihre natürliche Schutzbarriere, die das Eindringen von Bakterien und Giftstoffen aus der Umwelt verhindert. So bleibt die Haut gesund und wird mit Feuchtigkeit versorgt während Fältchen reduziert werden – denn durch die Gamma-Linolensäure wird Wasser an die Hautzellen gebunden.

Die Fettsäure sei im Allgemeinen von großer Bedeutung und könne sogar positive Auswirkungen auf Neurodermitis haben, erklärt Grotenhermen. Gamma-Linolensäure ist zum Beispiel ebenso in Nachtkerzenöl enthalten, das seit einiger Zeit auch gegen Neurodermitis verwendet wird.

Wie wendet Beauty-Liebhaber Hanf- und CBD-Produkte an?

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Die meisten Produkte mit Cannabidiol sind aktuell Gesichtsöle. Sie können entweder direkt nach der Pflegeroutine auf die gereinigte Haut aufgetragen oder mit der Tages- oder Nachtcreme vermischt werden.

Verkauf von CBD-Öl gestoppt: Rossmann und dm nehmen Abstand

Auch wenn die positive Wirkung auf die Haut für einige Ärzte unumstritten ist: Vollends erforscht sind Hanf- und CBD-Öl noch nicht. Das gilt insbesondere für die Kombination mit anderen Medikamenten, etwa mit Antiepileptika.

Weiterhin sorgen sich einige Händler um die Rechtslage. Denn im Betäubungsmittelgesetz (BtMG) sind klare Richtlinien für CBD-Produkte verankert. Sie dürfen höchstens 0,2 Prozent THC enthalten. Mit Stichproben und Razzien gehen die Behörden gegen Verstöße vor. Die Drogeriemärkte Rossmann und dm haben den Verkauf deshalb eingestellt: Für sie ist wohl die Verunsicherung und die Angst vor möglichen Strafzahlungen und Imageschäden zu groß.