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  • Buß- und Bettag am 18.11.2020: Feiertag in welchem Bundesland?

Buß- und Bettag: Worum geht es bei dem Feiertag?

  • Am Mittwoch, dem 18. November, ist der evangelische Buß- und Bettag.
  • Er soll, wie der Name schon andeutet, in besonders schweren Zeiten als Tag der Buße dienen.
  • Aber in welchen Bundesländern haben Sie an dem christlichen Feiertag eigentlich frei?
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Am Mittwoch, dem 18. November 2020, findet der evangelische Buß- und Bettag statt. Anders als viele sonstige Feiertage wie Weihnachten oder Ostern bezieht er sich nicht auf eine biblische Erzählung, sondern hat eine lange und ereignisreiche Geschichte vorzuweisen. Verordnet wurde er von der staatlichen Obrigkeit und sollte in Zeiten von Krieg, Hunger und anderen Nöten als Tag der Buße dienen.

Wann ist Buß- und Bettag 2020 in Deutschland?

In diesem Jahr fällt der Buß- und Bettag auf den 18. November, einen Mittwoch. Da es sich um einen sogenannten beweglichen Feiertag handelt, fällt er jedes Jahr auf einen anderen Termin. Grund dafür ist, dass der Buß- und Bettag in jedem Jahr am Mittwoch vor dem letzten Sonntag des Kirchenjahres im November begangen wird – damit liegt er genau elf Tage vor dem Advent.

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Buß- und Bettag 2020 bis 2023

  • Buß- und Bettag 2020: Mittwoch, 18. November 2020
  • Buß- und Bettag 2021: Mittwoch, 17. November 2021
  • Buß- und Bettag 2022: Mittwoch, 16. November 2022
  • Buß- und Bettag 2023: Mittwoch, 22. November 2023

Wer hat am Buß- und Bettag frei und ist er ein Feiertag?

Von 1981 bis 1994 handelte es sich beim Buß- und Bettag um einen gesetzlichen Feiertag für ganz Deutschland, und auch in anderen Ländern mit überwiegend katholischer Bevölkerung hatten Arbeitnehmer einen freien Tag. Allerdings wurde der Feiertag 1995 gestrichen. Auf diese Weise sollte der Beitrag der Arbeitgeber zur Pflegeversicherung aufgefangen werden. Heute ist der Buß- und Bettag lediglich in einem Bundesland ein gesetzlicher Feiertag, und zwar in Sachsen.

In diesen Bundesländern haben Sie am Buß- und Bettag am 18. November 2020 frei

Wie bereits erwähnt, wurde der Buß- und Bettag als offizieller Feiertag in Deutschland beinahe überall gestrichen. Nur ein Bundesland feiert ihn auch heute noch und kann sich über einen freien Tag freuen. Darüber hinaus gibt es in einigen Bundesländern spezielle Ausnahme­regelungen:

  • Sachsen (gesetzlicher Feiertag)
  • Bayern (Durch eine Ausnahmeregelung haben alle Schülerinnen und Schüler frei.)
  • Berlin (Durch eine Ausnahmeregelung steht es evangelischen Schülerinnen und Schülern frei, an diesem Tag selbst zu entscheiden, ob sie zur Schule gehen möchten oder nicht.)

Nicht frei haben übrigens Erwachsene. Das gilt auch für Lehrer, die zwar unterrichtsfrei, aber nicht dienstfrei haben. Sie nutzen die Zeit beispielsweise für Fortbildungen oder pädagogische Tage. Alle sonstigen Arbeitnehmer müssen regulär zur Arbeit gehen.

In diesen Bundesländern ist der Buß- und Bettag kein gesetzlicher Feiertag

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  • Baden-Württemberg
  • Bayern
  • Berlin
  • Brandenburg
  • Bremen
  • Hamburg
  • Hessen
  • Mecklenburg-Vorpommern
  • Niedersachsen
  • Nordrhein-Westfalen
  • Rheinland-Pfalz
  • Saarland
  • Sachsen-Anhalt
  • Schleswig-Holstein
  • Thüringen

Ausnahmeregelungen am Buß- und Bettag

Die Ausnahmeregelungen in Bayern und Berlin sorgen immer wieder für Diskussionen. Während sich die Schüler über ihren freien Tag freuen, müssen die Eltern nicht nur ganz normal arbeiten, sondern in vielen Fällen auch für eine alternative Kinder­betreuung sorgen – denn zahlreiche Kitas und Horte haben an schulfreien Tagen ebenfalls geschlossen. Aus diesem Grund ist der Buß- und Bettag nicht selten auch mit einer ganzen Menge Planung und Stress verbunden. Um für Entlastung zu sorgen, helfen viele Kirchen­gemeinden und Unternehmen mit speziellen Kinder­betreuungen aus.

Was ist der Buß- und Bettag überhaupt?

Ursprünglich geht der evangelische Buß- und Bettag auf Notzeiten zurück, es handelt sich also um kein konkretes biblisches Ereignis, das an einem speziellen Tag im Kalender stattfand. In regelmäßigen Abständen wurden diese Tage ausgerufen, um die Bevölkerung zu Umkehr und Gebet aufzurufen, wenn es zu Notständen und Gefahren kam. Schon seit dem Ende des 19. Jahrhunderts findet ein allgemeiner Buß- und Bettag am Mittwoch vor dem Ewigkeitssonntag, also dem letzten Sonntag des Kirchenjahres, statt. Thematisch geht es beim Buß- und Bettag um Reue für begangene Sünden und eine Rückbesinnung auf den Gottesglauben.

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Bußzeiten fanden bereits in der Antike statt – in Rom gab es beispielsweise die „feriae piaculares“, um Not und Kriegsgefahr abzuwenden. Im Mittelalter waren vor allem zwei Bußtage präsent: Die einen wurden von der Obrigkeit angeordnet und die anderen ergaben sich aus der kirchlichen Ordnung.

In den deutschen Territorien des 19. Jahrhunderts gab es viele unterschiedliche Termine für Buß- und Bettage – laut der evangelischen Landeskirche in Baden gab es 1878 in 28 deutschen Ländern 47 verschiedene Buß- und Bettage, die an 24 Tagen stattfanden. Diese große Anzahl entstand, weil jedes Kirchengebiet seine eigenen Bußtage einrichtete.

Ausgehend von der sogenannten Eisenacher Konferenz Mitte des 19. Jahrhunderts wurde schließlich ein einheitlicher Bußtag eingerichtet. In Deutschland setzte sich dieser aber erst 1934 durch. Von dort an fand er am Mittwoch vor dem letzten Sonntag des Kirchenjahres statt. Lediglich während des Zweiten Weltkriegs wurde er zeitweise auf einen Sonntag verlegt.

Was hat die Pflegeversicherung mit dem Buß- und Bettag zu tun?

Seit 1994 ist der Buß- und Bettag außer in Sachsen kein gesetzlicher Feiertag mehr in Deutschland. Abgeschafft wurde er zugunsten der Mitfinanzierung der Pflegeversicherung, die 1995 als Pflichtversicherung eingeführt wurde. Arbeitgeber wurden aufgrund dessen finanziell stärker belastet. Um diese Belastung auszugleichen, entschied sich die Politik trotz Widerstands der Kirche dazu, den Buß- und Bettag als gesetzlichen Feiertag abzuschaffen.

Lediglich die sächsische Landesregierung hatte sich dafür eingesetzt, den arbeitsfreien Tag aufrecht­zu­erhalten. Dafür müssen die sächsischen Arbeitnehmer zum Ausgleich 0,5 Prozent mehr ihres Bruttogehaltes in die Pflegeversicherung einzahlen.

von RND/do

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