• Startseite
  • Wissen
  • Bundesamt für Naturschutz: Immer weniger Vögel auf Wiesen und Äckern

Bundesamt für Naturschutz: Immer weniger Vögel auf Wiesen und Äckern

  • Eine aktuelle Behörden-Studie zeigt, dass die Anzahl der Brutvögel in Deutschland immer mehr abnimmt.
  • Alarmierend: Heute gibt es etwa sieben Millionen Brutvögel weniger, als noch vor 24 Jahren.
  • . Gerade die Bestände der Wiesen- und Ackervögel nimmt ab. Dabei zeigen Artenschutzprogramme, wie es gehen kann.
Anzeige
Anzeige

Bonn. Der deutliche Rückgang heimischer Vögel auf Wiesen, Weiden und Äckern hält weiter an. In den Wäldern zeichnen sich hingegen nach Angaben des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) Zunahmen der Bestände ab. "In den offenen Agrarlandschaften ist der Bestand an Brutpaaren über ein Vierteljahrhundert um etwa zwei Millionen zurückgegangen", erklärte BfN-Präsidentin Beate Jessel am Mittwoch in Bonn. Eine Trendwende zeichne sich bislang nicht ab. Dies unterstreiche erneut die Dringlichkeit von Reformen in der Landwirtschaftspolitik.

Vogelbestand um acht Prozent zurückgegangen

Weiterlesen nach der Anzeige
Anzeige

Jessel verwies auf die neu erschienene Publikation "Vögel in Deutschland - Übersichten zur Bestandssituation". Die Gesamtschau biete Informationen zu Bestandsgrößen, Bestandstrends und der Verbreitung aller Brut- und der rastenden Wasservogelarten.

Sie wurde vom Dachverband Deutscher Avifaunisten (DDA), der Länderarbeitsgemeinschaft der Vogelschutzwarten und dem Bundesamt für Naturschutz (BfN) erarbeitet. Der Bestand an Brutpaaren ist demnach von 1992 bis 2016 in Deutschland um mehr als sieben Millionen Paare zurückgegangen. Somit lebten heute etwa acht Prozent weniger Brutvögel in Deutschland als noch vor 24 Jahren.

Abnahme von 90 Prozent: Rebhuhn und Kiebitz

Mit Blick auf Ackerlandschaften mahnte Jessel, dass die Bestände von Rebhuhn und Kiebitz seit 1992 um fast 90 Prozent abgenommen hätten. Ähnlich dramatisch sei die Entwicklung bei Uferschnepfe, Bekassine und Braunkehlchen, die als Lebensraum Feuchtwiesen und wenig intensiv genutzte Weiden benötigen. Manche Arten seien mittlerweile kaum noch anzutreffen, wie zum Beispiel der Vogel des Jahres 2020, die Turteltaube, erläuterte der DDA-Vorsitzende Bernd Hälterlein.

Anzeige

Auch ehemals häufige Arten wie die Feldlerche zeigten inzwischen größere Verbreitungslücken. Erfolgreiche Artenschutzprogramme für Großtrappe und Wiesenweihe zeigten, wie ein wirksamer Schutz der Artenvielfalt erreicht werden könne, erklärte Stefan Jaehne von der Arbeitgemeinschaft der Vogelschutzwarten.

Mehr Vögel in Wald- und Siedlungsbereichen

Anzeige

Im Gegensatz zur Agrarlandschaft haben sich dem Bericht zufolge die Vogelbestände im Wald und in Siedlungen in den vergangenen Jahren deutlich erholt. Im Zeitraum 2005 bis 2016 sind den Erhebungen zufolge etwa 1,5 Millionen Waldvögel und eine halbe Million Vögel in den Siedlungsbereichen dazugekommen. Auffällig sei beispielsweise die deutliche Zunahme der Bestände von Waldvogelarten seit 2010, hieß es. Eine wichtige Rolle dürften das Älterwerden der Wälder und auch höhere Totholzanteile durch naturnähere Forstwirtschaft spielen.

RND/epd

“Staat, Sex, Amen”
Der neue Gesellschaftspodcast mit Imre Grimm und Kristian Teetz
  • Laden Sie jetzt die RND-App herunter, aktivieren Sie Updates und wir benachrichtigen Sie laufend bei neuen Entwicklungen.

    Hier herunterladen