„Blue Moon“ im Oktober: Zwei Vollmonde in einem Monat

  • Im Oktober 2020 steht gleich zweimal ein Vollmond am Himmel - am 1. und am 31. Oktober.
  • Dieses Phänomen wird „Blue Moon“ genannt, dabei leuchtet der Mond allerdings gar nicht blau.
  • Die Bezeichnung ist eher auf die Besonderheit der zwei Vollmonde bezogen.
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Stuttgart. Jeden Monat gibt es einen Vollmond am Himmel zu sehen. Im Oktober jedoch gibt es am Anfang und am Ende des Monats einen Vollmond zu sehen. Einmal steht am 1. Oktober der Vollmond über Deutschland. Und am 31. Oktober - passend zu Halloween (und natürlich dem Reformationstag) - zeigt sich der Mond ebenfalls in voller Pracht. Der Vollmond am 31. Oktober ist etwas Besonderes: ein „Blue Moon“.

Weil es nur selten vorkommt, dass es zwei Vollmonde im Monat gibt, wird im englischen Sprachgebrauch die Redewendung „once in a blue moon“ verwendet, was so viel bedeutet wie „alle Jubeljahre einmal“.

Warum dem Vollmond das Etikett „blue“ - zu deutsch „blau“ oder auch „traurig“ - angeheftet wird, lässt sich nicht mit Sicherheit sagen. In bläulicher Farbe ist der Mond so gut wie nie zu sehen. Allenfalls bei großflächigen Waldbränden oder Vulkanausbrüchen verändert sich die Atmosphäre so, dass andere Farbanteile des Mondes herausgefiltert werden und ein bläulicher Schimmer übrig bleibt. Aber das ist äußerst selten.

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Zu den Spekulationen über den Ursprung des Begriffs gehört auch ein antiklerikales Gedicht aus dem 16. Jahrhundert, in dem es heißt, wenn die Kirchenmänner sagten, der Mond sei blau, müssten die Menschen das glauben.

So kommt es zu Doppel-Vollmonden

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Die Worte „Mond“ und „Monat“ hören sich nicht zufällig ähnlich an. Der Mond gibt mit seinem 29,5-Tage-Zyklus den Takt für die Zeitrechnung vor. Zwölf Mondzyklen im Jahr dauern zusammen 354 Tage. Da das Jahr aber 365 Tage hat, sind noch elf Tage übrig. Ausgeglichen wird das vor allem über längere Monate mit 30 oder 31 Tagen. Dieser Ausgleich sorgt dafür, dass der Januar immer im Winter liegt und der August immer im Sommer - andernfalls käme es zu verwirrenden Verschiebungen.

Es gibt übrigens auch Zeiten, in denen ein Monat keinen einzigen Vollmond sieht. Dabei kann es sich natürlich nur um den 28-tägigen Februar handeln, weil der kürzer als der Mondzyklus ist. Der nächste vollmondlose Februar erwartet uns erst wieder im Jahr 2037 - mit der Konsequenz, dass in jenem Jahr sowohl der vorausgehende Januar als auch der nachfolgende März einen „Blue Moon“ zeigen werden. Durch die Länge eines Mondzyklus ist es daher am wahrscheinlichsten, dass ein „Blue Moon“ in einem Monat mit 31. Tagen zu sehen ist.

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„Blue Moon“ half, Quartale zu kennzeichnen

In früheren Jahrhunderten war es üblich, die drei Vollmonde einer Jahreszeit klar zu bezeichnen: etwa Frühsommermond, Mittsommermond, Spätsommermond. Kam es innerhalb einer Jahreszeit zu einem vierten Vollmond, erhielt der dritte Vollmond bei den Farmern in den USA den Namen „Blue Moon“. Die Definition war eindeutig und half, den anderen Vollmonden ihr Etikett zu belassen. Historisch gesehen kommt es beim „Blue Moon“ also nicht auf die Zahl der Vollmonde in einem Monat an, sondern in einem Quartal.

Diese Unterscheidung hat sich dann aber verwischt, was vermutlich durch ein Missverständnis ausgelöst wurde. Der US-amerikanische Amateurastronom James Hugh Pruett hatte die Definition falsch interpretiert und 1946 in einem Artikel für die Zeitschrift „Sky & Telescope“ den „Blue Moon“ irrtümlich als den zweiten Vollmond in einem Kalendermonat bezeichnet.

RND/ame/epd

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