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  • Blattläuse bekämpfen: So erkennen Sie Blattlausbefall und das wirkt dagegen

Gartenplage: Befall von Blattläusen erkennen und bekämpfen

  • Blattläuse treten gerade im Frühling und Sommer vermehrt auf und bringen Gärtner an ihre Grenzen.
  • Aber wie erkennt man die Schädlinge und wie lassen sie sich möglichst natürlich bekämpfen?
  • Was Sie bei einem Blattlausbefall tun können und welche Hilfsmittel es gibt, erfahren Sie hier.
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Berlin. Sprießt das erste Grün im Garten, schlüpfen sie aus ihren Verstecken und aus den Eiern: Blattläuse machen Pflanzen vor allem im Frühling zu schaffen. “Läuse sind immer ein Zeichen dafür, dass eine Pflanze schwächelt”, erklärt Olaf Beier vom Bundesverband Einzelhandelsgärtner.

Blattlausbefall verhindern: So beugen Sie Blattläusen vor

Der Grund für schwächelnde Pflanzen kann vielfältig sein: Die Pflanze bekommt zu wenig Licht, es ist zu warm oder aber zu trocken. Die Folge kann eine Aufweichung der Zellstruktur sein. Dadurch können Blattläuse die Pflanzenhaut leichter durchstechen. Auch eine Überdüngung kann eine Ursache dafür sein, dass eine Pflanze schlapp macht – insbesondere wenn sie zu viel Stickstoff und zu wenig Kalium bekommt. “Kalium kräftigt die Zellwände und macht sie widerstandsfähiger. Zu viel Stickstoff ist eher kontraproduktiv und macht die Zellen weich”, erläutert Beier.

Möchten Sie einem erneuten Befall vorbeugen, dann reichern Sie die Erde nur leicht mit Stickstoff an. Wichtig: Hierbei vorsichtig vorgehen, damit Sie eine Überdüngung vermeiden – denn diese kann sich wiederum negativ auf den Pflanzenwuchs auswirken. Grundsätzlich gilt, dass gesunde und gut versorgte Pflanzen weniger anfällig für die Schädlinge sind. Halten Sie Ihren Garten nach Möglichkeit naturnah und vermeiden Sie größere Ansammlungen gleichartiger Pflanzen, denn diese können Schädlinge und Krankheiten schneller verbreiten.

Rosen können beispielsweise neben verschiedenen Stauden angelegt werden, bei Gemüsegärten eignet sich ebenfalls eine Mischkultur. Häufig werden Ziersträucher wie etwa Bauernjasmin oder Geißblatt von Läusen befallen – hilfreich ist es, auf diese im heimischen Garten zu verzichten.

Blattläuse als Schädlinge: Befall erkennen

Da weiche Stellen an der Pflanze den Blattläusen einen einfachen Zugang zum Pflanzensaft bieten, sind die Schädlinge im Frühjahr besonders an jungen Trieben und Blättern, auf Knospen und Blüten zu finden. Krümmen sie sich oder sehen verkrüppelt aus, gilt es genauer hinzusehen. Auch eine klebrige, silbrig glänzende Schicht auf der Blattoberfläche ist verdächtig.

Auch die Blattläuse selbst sind oft mit bloßem Auge zu erkennen, vor allem, wenn sie in größeren Gruppen auftreten. Sie sind grün, gelb, braun oder schwarz und nur wenige Millimeter groß.

Blattlausbefall erkennen: Merkmale im Überblick

  • Abfallende Knospen und Blüten
  • Schlechtes Wachstum
  • Klebriger Belag an den Pflanzen (Honigtau)
  • Sich zusammenziehende Blätter

Blattläuse schwächen Pflanzen und übertragen Krankheiten

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“Den Honigtau scheiden die Blattläuse aus, nachdem sie den Pflanzensaft durch ihren Körper gefiltert haben”, sagt Beier. Durch das Aussaugen des Pflanzensaftes schwächen Blattläuse die Pflanzen nicht nur, sondern können auch Krankheiten übertragen. “Blattläuse sind Überträger Nummer eins, wenn es um Viren und Krankheiten geht”, erklärt Gärtnermeister René Wadas. Je nach Wirtspflanze können bestimmte Arten beispielsweise den Tomatenmosaikvirus oder Baumkrebs übertragen.

Blattläuse übertragen Ruß- und Schwarzpilze: Photosynthese von Pflanzen gestoppt

Ruß- oder Schwarzpilze gehören zu den am weitesten verbreiteten Problemen, die Blattläuse verursachen können. Die Pilze siedeln sich auf dem Honigtau an, zersetzen den darin enthaltenen Zucker und überziehen nach und nach das Blatt mit einer schwarzen Schicht, die an Kohlestaub erinnert. “Breitet sich diese Schicht über alle Blätter aus, kann die Pflanze keine Photosynthese mehr betreiben, wodurch sie zusätzlich geschwächt wird”, erklärt Beier.

Meisen, Marienkäfer und Co.: Gegen Blattläuse Fressfeinde einsetzen

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Dennoch empfehlen die Fachleute, nicht gleich bei der ersten Blattlaus in Panik zu verfallen. “Meisen, Marienkäfer, Florfliegen und viele andere Tiere ernähren sich von Blattläusen. Daher sollte man zunächst abwarten, ob die Fressfeinde den Bestand regulieren”, sagt Marja Rottleb, Gartenexpertin beim Naturschutzbund Deutschland (Nabu). Auch Wadas rät dazu, erst einzuschreiten, wenn die Läuse so sehr überhandnehmen, dass sie Pflanzen sichtlich schaden.

Um natürliche Feinde der Blattlaus wie Schlupfwespen, Schwebfliegen und Co. im heimischen Garten zu halten, sollten Sie auf ausreichend Nistmöglichkeiten achten – zum Beispiel in Form von Totholzhecken, Florfliegenkästen oder Insektenhotels. Sind genügend Fressfeinde im Garten, dann wird der Blattlausbefall nach einer ersten Welle im Frühling bereits merklich abnehmen. Im Sommer herrscht dann ein angenehmes Gleichgewicht zwischen Nütz- und Schädlingen.

Hausmittel gegen Blattläuse

Lässt eine Pflanze ihre Blätter hängen, verfärben sie sich schwarz oder ist das Gewächs vor lauter Blattläusen kaum noch zu erkennen, besteht laut Wadas Handlungsbedarf. “Die Blattläuse sollte man dann aber nicht mit der chemischen Keule vollständig vernichten. Auch eher harmlose Hausmittel wie Milch oder Rapsöl können helfen, Blattläuse zu reduzieren.” Sein Tipp: Zehn Milliliter Rapsöl und einem Spritzer Spülmittel mit warmen Wasser vermischen und aufsprühen.

Natürliche Ölpräparate und Seifenlaugen gegen den Blattlausbefall

Auch Beier vom Bundesverband Einzelhandelsgärtner setzt auf natürliche Ölpräparate: “Unter der Ölschicht ersticken Blattläuse und auch Schildläuse und Wollläuse wird man damit los.” Bei grünen Blattläusen kann auch Seifenlauge helfen. “Die Lauge wäscht den Läusen die Fettschicht vom Körper, wodurch sie in der Sonne austrocknen”, erklärt er.

Rottleb empfiehlt dennoch, Seifenlauge eher sparsam einzusetzen, denn sie schädigt auch Nützlinge und zerstört ab einem gewissen Punkt den Boden.

Ihr Tipp: Die Blattläuse mit Hilfe eines Pinsels, einer Zahnbürste oder Wasser entfernen. Später kann man neben Pflanzenöl auch einen Sud aus Rainfarn oder Efeu aufbringen.

Weitere natürliche Mittel gegen Blattläuse

  • Waschnüsse gegen Blattläuse: Waschnüsse sind in Drogerien und Bioläden erhältlich, eigentlich dienen sie als biologische Alternative zu herkömmlichen Waschmitteln. Zehn Stück in Wasser auskochen und die Pflanzen dann mit dem abgekühlten Sud besprühen.
  • Rainfarn gegen Blattläuse: Rainfarn gilt als biologischer Pflanzenschutz. Als Sud aufgekocht hilft er gegen Blattläuse und viele andere klassische Schädlinge, zum Beispiel Raupen oder weiße Fliegen.
  • Milch gegen Blattläuse: Dank der enthaltenen Milchsäure wirkt Milch effektiv gegen Blattläuse. Dafür Milch und Wasser im Verhältnis 1:2 mischen. In eine Sprühflasche füllen und die betroffenen Pflanzen damit besprühen.
  • Kaffeesatz oder schwarzer Tee gegen Blattläuse: Auch Kaffee hilft gegen Blattläuse, insbesondere das enthaltene Koffein. Hierfür wird der aufgebrühte Kaffeesatz mit Wasser nochmals heiß aufgegossen, sodass ein Sud entsteht. Die Flüssigkeit auffangen und zum Beispiel mit einer Sprühflasche auf den betroffenen Pflanzen verteilen. Alternativ bietet sich auch ein Sud aus schwarzem Tee an.

Blattläuse bekämpfen: Nicht alle Hausmittel sind empfehlenswert

Es gibt aber auch Hausmittel, von denen Gärtnermeister Wadas entschieden abrät: Einen Tabaksud zum Beispiel. “Nikotin ist hochgiftig und schadet den Pflanzen.” Das gilt auch für Spiritus. “Das ist wie mit Kanonen auf Spatzen schießen”, so der Experte.

RND/dpa/jo/do

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