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Bär aus Bayern ist verschwunden – Umweltamt vermutet Winterruhe oder Abwanderung

  • Vor rund zwei Monaten ist ein Braunbär in eine Fotofalle in Bayern getappt.
  • Es war der erste in Deutschland seit Problembär Bruno vor 13 Jahren.
  • Jetzt scheint er verschwunden zu sein.
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Garmisch-Partenkirchen. Zwei Monate nach dem Braunbären-Schnappschuss einer Wildtierkamera in Bayern ist unklar, ob das Tier noch in Deutschland ist. Seit der vermutlich aus Italien stammende Bär im Landkreis Garmisch-Partenkirchen in die Fotofalle tappte, gibt es von ihm keine Spur. Er sei offenbar so unauffällig unterwegs wie von Anfang an, sagte eine Sprecherin des bayerischen Landesamtes für Umwelt (LfU) in Augsburg.

Braunbär könnte in Richtung Heimat gezogen sein

Die Kamera hatte das Tier in der Nacht zum 23. Oktober abgelichtet. Es war die erste Sichtung eines Braunbären auf deutschem Boden seit dem Abschuss von Bär Bruno vor gut 13 Jahren. Vermutet wird, dass es sich um einen männlichen Bären handelt, der wie sein berühmter Vorgänger aus dem italienischen Trentino über Tirol nach Bayern kam.

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„Es kann sein, dass er in Richtung Heimat gezogen ist oder dass er hier irgendwo Unterschlupf gesucht hat", so die Sprecherin. Sollte er Richtung Süden gelaufen sein, könne es sein, dass er schon sein Winterquartier bezogen habe - im Süden der Alpen liege schon viel Schnee. Bären halten übrigens keinen kompletten Winterschlaf, sondern nur eine Winterruhe. Daher schlafen sie nicht die kompletten Wintermonate durch, sondern erwachsen gelegentlich, um eine kleine Menge Nahrung aufzunehmen oder Blase und Darm zu entleeren.

Das LfU hatte stets betont, es gebe bei diesem Bären keinen Grund zur Sorge. Er verhalte sich wildtiertypisch, unauffällig und scheu.

Braunbär Bruno war seit 170 Jahren wieder der erste Bär in Deutschland

Braunbär Bruno war im Sommer 2006 der erste Bär, der nach 170 Jahren seine Tatzen nachweislich auf bayerischen Boden setzte. Wochenlang hatten die Behörden damals versucht, den streng geschützten Bären zu fangen, der Schafe riss, Bienenstöcke plünderte und sogar durch Ortschaften marschierte. Im Juni wurde der „Problembär" schließlich im oberbayerischen Rotwandgebiet abgeschossen. Heute steht Bruno ausgestopft im Münchner Museum „Mensch und Natur" in Schloss Nymphenburg.

RND/dpa

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