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  • Australien: Koala-Bestände sinken dramatisch - WWF plant Hilfe per Drohnen

Stress lässt Koala-Populationen dramatisch sinken – Hilfe durch Drohnen?

  • Ständiger Stress lässt die Koala-Bestände in Australien drastisch sinken.
  • Die Tiere leiden psychisch unter den Buschbränden und der damit einhergehenden Zerstörung ihres Lebensraumes.
  • Die ergriffenen Maßnahmen reichen nicht aus – der WWF versucht deshalb, mithilfe von Drohnen neuen Lebensraum zu schaffen.
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Sydney. Koalas leiden wegen der Zerstörung ihres Lebensraumes, immer neuen Buschbränden und Hitzewellen unter ständigem Stress. Das belastet ihr Immunsystem so sehr, dass die Zahl der Beuteltiere etwa im australischen Bundesstaat New South Wales beständig abnimmt, wie eine Studie der Western Sydney University ergab. Die Forscher analysierten Aufzeichnungen der letzten drei Jahrzehnte aus den drei „Koala-Hotspots“ des Bundesstaates.

Immunsysteme der Tiere sind mit dem Stress überfordert

Dabei stellten die Wissenschaftler fest, dass die Populationen hauptsächlich aufgrund von Krankheiten - am häufigsten hervorgerufen durch Bakterien wie Chlamydien - stetig zurückgegangen sind. Anfälliger für solche Infektionen seien die Tiere aufgrund „längerer Exposition gegenüber Stressfaktoren“ geworden, so die Studie, die im Fachmagazin „Plos One“ veröffentlicht ist. Der ständige Druck führe dazu, dass das Immunsystem der Koalas überfordert sei, sagte Edward Narayan, einer der Autoren der Studie.

Auch die fortschreitende Ausbreitung der Menschen im Lebensraum der Koalas erhöhe das Risiko eines „akuten Umwelttraumas“. Dazu trügen etwa Stressfaktoren wie die Kollision der Tiere mit Fahrzeugen und Angriffe von Hunden auf die Beutelsäuger bei. Das könnte die ohnehin bedrohten Koalas bald an den Rand des Aussterbens bringen, hieß es.

Umwelt muss geheilt werden - mithilfe von Drohnen?

Zwar würden viele verletzte oder erkrankte Koalas behandelt, „aber wir müssen die Umwelt heilen, nicht ein einzelnes Tier“, sagte Narayan. Die bis heute ergriffenen Maßnahmen zum langfristigen Schutz der bedrohten Art reichten bei weitem nicht aus. Die Stressfaktoren für die Koalas müssten dringend schrittweise reduziert werden.

Ein Schritt, um dem Koalas und der Umwelt gleichermaßen zu helfen, geht derzeit die Umweltschutzorganisation WWF an – mithilfe von Drohnen. Sie sollen Samen von Eukalyptusbäumen über abgebrannte Waldgebiet Australiens verstreuen, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Momentan werden die Spezial-Drohnen im Bundesstaat New South Wales getestet. Die Drohnen könnten bis zu 40.000 Samen täglich pflanzen. So soll das verbrannte Land vergleichsweise schnell wieder aufgeforstet werden und die für Koalas einzige Nahrungsquelle - Eukalyptus - zurückgewonnen werden.

„Eine neue Vorgehensweise sieht es vor, Drohnen so einzusetzen, um große Mengen an Saatgut über Landschaften hinweg zu verteilen“, sagte Dermot O’Gorman vom WWF der Nachrichtenagentur Reuters. „Das verbessert nicht nur unsere Fähigkeit, Buschland zu regenerieren, sondern auch, unzugängliche Gebiete besser zu erreichen", so O’Gorman.

RND/dpa

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