Adidas – woher kommt der Kult um die drei Streifen?

Mit einem Bekanntheitsgrad von 97 Prozent hierzulande besteht kaum Verwechslungsgefahr: Trägt ein Sportschuh die drei ledernen Streifen auf der Seite, muss der Markenname gar nicht mehr erwähnt werden. Klar, die Rede ist von Adidas. Doch woher kommt der Kult um den Schuh? Ein Streifzug.

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Hannover. Stan Smith, David Beckham, Lionel Messi – wer Schuhe für Siegertypen produziert, ist gut beraten, selbst stets auf der Erfolgsspur zu bleiben. Das wird sich Adi Dassler gedacht haben, als er bei den Olympischen Spielen 1952 entdeckte, dass die finnische Sportmarke Karhu als Markenzeichen drei Streifen verwendete. So wie er selbst für seine 1948 gegründete Firma Adidas. Dassler handelte schnell und kaufte Karhu die Rechte ab – angeblich für seinerzeit umgerechnet 1600 Euro und zwei Flaschen Whiskey.

Rechtsstreitigkeiten um die Marke

Billig davon gekommen ist Dassler dennoch nicht. Denn im Laufe der Unternehmensgeschichte von Adidas gab es immer wieder Rechtsstreitigkeiten um das ikonische Logo, wie jüngst vor dem EU-Gericht in Luxemburg. Dort hatte Adidas das Recht an einer seiner Drei-Streifen-Marken verloren. Bis heute entwickelte Adidas mehr als ein Dutzend Logos, darunter auch das sogenannte Trefoil oder auch Dreiblatt. Die drei Blätter sollen die Weltgemeinschaft symbolisieren. Bis heute aber definiert sich Adidas selbst als "Die Marke mit den drei Streifen". Der Slogan prangt beispielsweise auf den Zungen der Sportschuhe und zeigt, dass die Angst vor Verwechslung offenbar groß ist. Doch ist sie auch begründet?

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Bekanntheitsgrad liegt bei 97 Prozent

In der Vergangenheit gab es auch Rechtsstreitigkeiten, in denen es darum ging, dass andere Schuhhersteller Modelle mit zwei parallel verlaufenden Balken auf den Markt gebracht hatten. Adidas befürchtete Verwechslungsgefahr, dürfte damit aber seine Träger unterschätzt haben. Statistiken zufolge ist Adidas die beliebteste Marke der Deutschen: 2018 kauften rund zwölf Millionen Bundesbürger Schuhe des Sportartikelherstellers. Bei einem Bekanntheitsgrad von rund 97 Prozent dürfte auch jeder wissen, dass ein Schuh mit zwei Streifen nicht von Adidas stammt. Und wohl auch keine Konkurrenz ist. Wie der Swoosh von Nike, kommen auch die drei Streifen von Adidas ohne Namensnennung aus. Die Bildmarke spricht für sich. Doch im Gegensatz zu Nikes Logo wirkt sie nicht besonders dynamisch, geschweige denn schick. Eine entscheidende Rolle beim Streifensymbol mag vielmehr der Heritage-Gedanke spielen. Die drei ledernen Balken gehören von jeher zu Adidas, wurden von Dassler aber nicht etwa als modisches Detail ersonnen, sondern sollten seinen Sportschuhmodellen mehr Halt geben. Sie wurden deshalb zur Verstärkung der Seiten aufgenäht.

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Ein Synonym für Ruhm und Ehre

Schützen ließ sich Dassler seine Idee endgültig 1949, nachdem er noch einen anderen Vorteil erkannt hatte: Auf dem Spielfeld und der Aschenbahn waren die drei Streifen, im Gegensatz zum Firmennamen, weithin sichtbar. Und noch eine Tatsache spricht für die Streifen als Synonym für Ruhm und Ehre: In der Geschichte der Uniform repräsentieren Streifen hierarchische Ränge. Die meisten Streifen gebühren stets demjenigen, der das Sagen hat. Im Sport gibt es bislang nichts, was über drei Streifen hinausgeht.

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Von RND/kh