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Schockierender UN-Bericht: 50 Prozent aller Minderjährigen sind Gewalt ausgesetzt

  • Es sind dramatische Zahlen, die die Vereinten Nationen veröffentlichten.
  • Fast die Hälfte aller Minderjährigen weltweit erlebt körperliche, sexuelle oder psychologische Gewalt.
  • In der Corona-Krise könnte sich die Lage noch verschlimmert haben, fürchten Experten, da sichere Räume, wie die Schule, fehlten.
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Genf. Eine Milliarde Kinder weltweit sind nach Angaben der Vereinten Nationen körperlicher, sexueller oder psychologischer Gewalt ausgesetzt. Das sei praktisch die Hälfte aller Minderjährigen, berichteten am Donnerstag mehrere UN-Organisationen, darunter die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und das UN-Kinderhilfswerk Unicef. Viele erlitten Verletzungen oder Behinderungen oder kämen um, weil die betroffenen Länder es nicht schafften, Schutzmaßnahmen umzusetzen. 2017 seien nach Schätzungen 40.000 Minderjährige getötet worden.

Corona-Krise könnte Lage noch schlimmer machen

“Es gibt niemals eine Entschuldigung für Gewalt gegen Kinder”, sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus. Für viele gefährdete Kinder dürfte die Lage durch die Corona-Krise noch schlimmer geworden sein, sagte Unicef-Chefin Henrietta Fore. “Wegen der Ausgangssperren, Schulschließungen und Bewegungseinschränkungen saßen zu viele Kinder mit denen zusammen fest, die sie missbrauchen, und sie hatten keinen Zugang zu sicheren Räumen, etwa der Schule”, sagte Fore.

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Nur die Hälfte der Länder setzt Gesetze zum Schutz um

Fast 90 Prozent der Länder hätten zwar Kinderschutzgesetze, aber aus Umfragen unter Entscheidungsträgern gehe hervor, dass nur knapp die Hälfte diese Gesetze systematisch umsetze, heißt es in dem Bericht. Nur rund ein Drittel der Länder biete minderjährigen Gewaltopfern behördliche Unterstützung, und nur ein Viertel habe Programme zur Unterstützung von Eltern und anderen Erziehungsberechtigten.

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Andere Maßnahmen – etwa Programme, um Normen und Werte zu ändern, die Gewalt beinhalten – wurden in noch weniger Ländern umgesetzt. Das liege vor allem an fehlenden Mitteln, so der Bericht. Die Umfragen liefen 2018 und 2019. Mehr als 1000 Entscheidungsträger aus 155 Ländern hätten daran teilgenommen, hieß es.

RND/dpa

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