Rückruf wegen Keimen in Wurst: Zwei Tote, Firma geschlossen

  • Eine Firma in Hessen hat offenbar Wurst in den Verkehr gebracht, die mit Listerien verseucht war.
  • Laut Forschern sind zwei Todesfälle auf den Verzehr von Produkten aus dem Hause Wilke Wurstwaren zurückzuführen.
  • Nun ist die Firma geschlossen, während fast alle Produkte zurückgerufen werden.
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Das Veterinäramt des hessischen Landkreises Waldeck-Frankenberg hat Medienberichten zufolge eine Firma geschlossen, die mit tödlichen Bakterien verunreinigte Wurstwaren in den Umlauf gebracht hat. Wie die Waldeckische Landeszeitung berichtet, führen Experten des Robert Koch-Instituts mittlerweile zwei Todesfälle mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit auf den Verzehr von Produkten aus dem Hause Wilke Waldecker Fleisch- und Wurstwaren zurück.

Pizzasalami und Brühwurst von Wilke weltweit verkauft

Demnach liegt laut den Experten die Wahrscheinlichkeit bei 99,6 Prozent, dass Listerien in Pizzasalami und Brühwurst von Wilke Wurstwaren für den Tod zweier älterer Menschen verantwortlich sind. Alle Produkte der Firma, die auch zahlreiche Länder außerhalb Europas beliefert, würden weltweit zurückgerufen. Lediglich Vollkonserven des Unternehmens seien davon ausgenommen.

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Der Rückruf gelte weltweit, sagte der Landrat der Region, Reinhard Kubat. Deshalb rechne er mit einer logistischen Herausforderung, die allerdings notwendig sei. Die Menge kann der Landkreis nicht abschätzen.

Es handele sich allerdings um einen sehr großen Betrieb, der in alle Bundesländer, aber auch weltweit geliefert habe. „Nach unseren Erkenntnisse haben Altenheime und Krankenhäuser über Großhändler auch Produkte von Wilke bezogen.“ Eine Liste der betroffenen Produkte soll es vorerst nicht geben, da alle Fleischwaren auch unter dem Firmennamen verkauft würden.

Nicht der erste Fall bei Wilke Wurstwaren

Listerien sind Keime, die bei gesunden Menschen lediglich grippeähnliche Symptome auslösen. Bei Risikogruppen wie Älteren, Schwangeren und Immungeschwächten könnten Listerien allerdings zum Tode führen, warnte Martin Rintelen, Leiter des zuständigen Gesundheitsamts.

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Bei Produkten von Wilke Wurstwaren wurden nach Medienberichten schon in der Vergangenheit Listerien festgestellt. Laut Kubat war deshalb eine häufigere Beprobung und Reinigung der Maschinen des Unternehmens beschlossen worden. Dennoch habe es weitere Fälle von Verunreinigungen gegeben. Eine Taskforce des Kasseler Regierungspräsidiums habe deshalb eine vorläufige Schließung des Betriebs empfohlen. Auch seien die Informationen an die Staatsanwaltschaft weitergeleitet worden.

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Betrieb in Twistetal-Berndorf geschlossen

Unterdessen wurde Wilke Wurstwaren der „Waldeckischen Landeszeitung“ zufolge nun auch offiziell geschlossen. Die zuständigen Mitarbeiter des Landkreises hätten der Geschäftsführung eine entsprechende Verfügung überreicht, berichtet die Zeitung. Demnach muss der Betrieb ab sofort geschlossen werden, die Agentur für Arbeit sei informiert. Bei Wurstwaren Wilke in Twistetal-Berndorf arbeiteten laut dem Bericht etwa 200 Beschäftigte.

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Hinweis: Der Artikel wurde um den letzten Absatz ergänzt.