Zum Wochenstart: Deutscher Aktienmarkt erholt sich leicht von Verlusten

  • Das Coronavirus hat ebenfalls den chinesischen Börsenmarkt im Griff: Nach den dortigen Feiertagen startet die Börse mit einem Kursrutsch.
  • Der Dax hat sich nach der letzten Verlustwoche wieder erholt und hielt sich bis zum Nachmittag knapp über der Marke von 13.000 Punkten.
  • Der Eurokurs wurde zuletzt bei 1,1063 US-Dollar gehandelt – die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs am Freitag auf 1,1052 Dollar festgesetzt.
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Frankfurt/Main. Im Schatten des Coronavirus hat sich der deutsche Aktienmarkt am Montag vom großen Verlust der Vorwoche geringfügig erholt. Der Dax hielt sich bis zum Nachmittag knapp über der Marke von 13.000 Punkten. Zuletzt notierte der Leitindex 0,18 Prozent höher bei 13.004,72 Punkten, nachdem er mit minus 4 Prozent die schwächste Börsenwoche seit August 2019 hinter sich gebracht hatte.

Coronavirus hat wirtschaftliche Auswirkungen

Für den MDax mit den mittelgroßen deutschen Werten ging es am Montagnachmittag um 0,05 Prozent auf 27.969,19 Zähler abwärts. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 gewann rund 0,3 Prozent.

In China scheint bei der Krise um das Coronavirus der Höhepunkt noch nicht erreicht zu sein: Die Infektionen und Todesfälle steigen weiter. An Chinas Festlandsbörsen wurde nach der virusbedingt verlängerten Feiertagspause wieder gehandelt – mit dem erwartet deutlichen Kursrutsch. Die chinesische Notenbank versuchte zu stützen, und griff dem Finanzsystem des Landes mit einer Geldspritze und einer Zinssenkung unter die Arme.

„Zwar scheint sich die Sterblichkeitsrate durch das Virus nach chinesischen und internationalen Daten einigermaßen in Grenzen zu halten. Die wirtschaftlichen Auswirkungen greifen jedoch – wenn auch wahrscheinlich nur vorübergehend – aufgrund von Produktionsrückgängen in China immer mehr um sich“, stellte Anlagestratege John Vail von Nikko Asset Management fest.

Thyssenkrupp-Aktien sacken ab, Bechtle profitiert

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Unter den Einzelwerten standen die Aktien von Siemens Healthineers mit einem Kursabschlag von 5,1 Prozent im Fokus. Der Medizintechnikkonzern startete mit einem Gewinnrückgang ins neue Geschäftsjahr und verfehlte die durchschnittlichen Markterwartungen.

Der IT-Dienstleister Bechtle profitierte vom Digitalisierungstrend in der Wirtschaft und steigerte den Umsatz 2019 aus eigener Kraft um rund 15 Prozent. Das Vorsteuerergebnis stieg um rund 22 Prozent. Beide Werte übertrafen die durchschnittlichen Analystenschätzungen. Die Papiere stiegen um 1,5 Prozent.

Die Thyssenkrupp-Aktien setzten ihre Talfahrt fort und sackten um 4,5 Prozent ab. Am Freitag zur Hauptversammlung des kriselnden Stahl- und Industriekonzerns hatten sie bereits 4,6 Prozent an Wert eingebüßt. Beim Aktionärstreffen hatte Konzernchefin Martina Merz den angekündigten Dividendenausfall damit begründet, dass Thyssenkrupp „finanziell in einer außerordentlich angespannten Lage“ sei.

Der Autozulieferer Stabilus bestätigte trotz eines schwachen ersten Quartals seine Ziele für das Geschäftsjahr 2019/20. Die rückläufige Profitabilität kam für Commerzbank-Analystin Yasmin Steilen überraschend. Auch das Umsatzplus blieb hinter ihren Erwartungen zurück. Die Stabilus-Papiere erholten sich von ihren anfänglichen Verlusten und notierten zuletzt 3,1 Prozent fester.

Die Bayer-Titel stiegen um 0,4 Prozent. In den USA wurde ein weiterer wichtiger Prozess gegen den Agrochemiekonzern wegen angeblicher Krebsrisiken glyphosathaltiger Unkrautvernichter verschoben. Die Streitparteien hätten sich auf eine Vertagung der Gerichtsverhandlung geeinigt, um mehr Zeit für Vergleichsgespräche zu gewinnen, hieß es.

Kurse deutscher Bundesanleihen steigen

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Der Eurokurs wurde zuletzt bei 1,1063 US-Dollar gehandelt. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Freitag auf 1,1052 Dollar festgesetzt. Die Kurse deutscher Bundesanleihen stiegen tendenziell. Die Umlaufrendite fiel im Gegenzug von minus 0,42 Prozent am Freitag auf minus 0,44 Prozent. Der Rentenindex Rex kletterte um 0,10 Prozent auf 145,02 Punkte. Der Bund-Future sank um 0,23 Prozent auf 174,81 Zähler.

RND/dpa

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