Zukunftspläne der Lufthansa: Mehr Rücksicht auf die Beschäftigten!

  • Der Winter wird für die Lufthansa angesichts der steigenden Infektionszahlen hart.
  • Die Hauptaufgabe für die Lufthansa besteht nun, sich passend – und umsichtig – auf diese neue Normalität einzustellen.
  • Doch genau das macht die Lufthansa nicht, kommentier Frank-Thomas Wenzel.
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Es müsste möglich sein, die Lufthansa und andere Fluggesellschaften in eine Art Winterschlaf zu versetzen. Besonders in der jetzigen dunklen Jahreszeit. Für die Airlines wird es immer finsterer. Hatten sie ohnehin schon ihre Kapazitäten im Vergleich zu den Vor-Covid-Zeiten gedrückt, so muss nun noch ein weiterer tiefer Einschnitt erfolgen. Denn die sprunghafte Ausbreitung der Pandemie in Europa zwingt die Regierungen zu immer härteren Restriktionen; damit wird auch der Luftverkehr noch weiter herunter gefahren.

Doch leider kann man Airlines nicht von heute auf morgen in einen Winterschlaf versetzen – und so die Kosten auf quasi Null senken. Mietverträge für Gebäude und Leasingverträge für Flugzeuge lassen sich nicht so einfach kündigen. Und so viele Beschäftigte wie nur möglich müssen an Bord bleiben. Das ist nicht nur eine Forderung von Betriebsräten, sondern entspricht auch den ökonomischen Interessen der Airlines: Wenn die Nachfrage wieder aufblüht, gilt es die Kapazitäten so schnell wie möglich hochzufahren, um sich Marktanteile in einer neuen Welt der Luftfahrt zu sichern.

Ohne neue staatliche Hilfen wird es nicht gehen

Vielfach wird es ohne zusätzliche staatliche Hilfen nicht gehen. Doch die Hauptaufgabe muss darin bestehen, die Unternehmen passend zur neuen Normalität umzubauen. Da muss an allen Ecken und Enden optimiert und umgesteuert werden. Zugegeben, das wird zäh und mühsam. Umso wichtiger ist es für das Management, an der sensibelsten Stelle mit Umsicht zu agieren: bei den Beschäftigten.

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Die Lufthansa macht genau dies nicht. Während sie in Kernbereichen Stellen streicht, will sie eine neue Reisesparte namens Ocean aufbauen, wo beispielsweise Flugbegleiter mit prekären Löhnen an der Armutsgrenze abgespeist werden sollen. Es ist doch völlig klar, dass Gewerkschafter da nicht mitmachen können. Wegen Ocean stocken die Verhandlungen mit Arbeitnehmervertretern. Dabei wäre es nötig, schnell Kompromisse zu finden. Den ersten Schritt dahin muss das Management gehen und das Projekt Ocean in einen Tiefschlaf versetzen.

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