Zalando verkauft jetzt Secondhand

  • Der Handel mit gebrauchter Markenkleidung hat sich zu einem Milliardengeschäft entwickelt, in das nun auch Europas größter Onlinemodehändler Zalando eingestiegen ist.
  • Doch die Konkurrenz ist groß: Denn Portale wie Kleiderkreisel, Ubup und Mädchenflohmarkt haben sich bereits eine große Community aufgebaut.
  • Ihnen gegenüber hat Zalando einen entscheidenden Nachteil: Es bezahlt die Verkäufer nur über Gutscheine.
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Stuttgart. Zalando hat den Secondhandhandel für sich entdeckt. Der Onlinemodehändler startet sein neues sogenanntes “Pre-owned”-Angebot in Deutschland und Spanien. Belgien, Frankreich, Polen und die Niederlande sollen im Oktober folgen. Ab sofort kann jeder bei Zalando sowohl gebrauchte Mode kaufen als auch eigene Kleidungsstücke verkaufen.

Zalando steigt in das Secondhandsegment ein

Zalando akzeptiert eigenen Angaben zufolge über 3000 Marken: Solche, die auf Zalando zu finden sind, aber auch andere bekannte Namen. Alles was der private Verkäufer machen muss, ist ein Foto vom neuwertigen Kleidungsstück und Informationen zu Kategorie und Marke per App auf die Plattform hochzuladen. Nach dem Upload wird dem Verkäufer der Betrag angezeigt, den er für sein Kleidungsstück erhält. Die Krux: Den Betrag können Kunden sich entweder in Form einer Gutschrift ausstellen lassen oder an die Hilfsorganisationen Deutsches Rotes Kreuz oder WeForest spenden. Eine Barauszahlung ist nicht möglich.

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Wer mit seinen Kleidungstücken echtes Geld verdienen will, muss sich nach anderen Plattformen umschauen. Eine kleine Auswahl:

Kleiderkreisel – eine Community mit mehr als 30 Millionen Nutzern

Eine der bekanntesten Secondhandplattformen im deutschsprachigen Raum ist Kleiderkreisel. Es handelt sich hierbei um eine kostenlose Plattform, die mittlerweile eine Community von mehr als 30 Millionen Nutzern in elf europäischen Ländern und den USA begeistert. Kaufen und Verkaufen von Frauen- und Männerkleidung ist auf Kleiderkreisel einfach. Das Unternehmen garantiert sicheres Einkaufen und – wenn es Probleme geben sollte – eine zuverlässige Rückerstattung.

Verkäufer müssen sich ein Profil erstellen, ihre Kleidungsstücke mit der Kleiderkreisel-App fotografieren, sie beschreiben, den Preis bestimmen und anschließend all diese Informationen hochladen. Wird der Artikel verkauft, bezahlt der Kunde den Versand. Versichert ist die Transaktion über Kleiderkreisel selbst, wenn der Käufer per Kreditkarte, Sofortüberweisung oder Paypal bezahlt. Mit Mamikreisel hat das Unternehmen außerdem eine zweite Plattform eingerichtet, die sich auf den Bereich Kinderkleidung und Schwangerschaftsmode spezialisiert hat.

Ubup – Deutschlands größter Secondhand-Onlineshop

Deutschlands größter Secondhand-Onlineshop ist eigenen Angaben zufolge Ubup. Wer Kleidungsstücke verkaufen möchte, macht dies über die angeschlossene Plattform momox-fashion. Der Verkäufer wird durch eine Fragerunde geleitet (Kleidungskategorie, Artikeltyp, etc.) und erhält im Anschluss einen Ankaufspreis. Da das Ganze ohne Fotos vonstatten geht, kann es sein, dass der Verkäufer hier weniger Geld angeboten bekommt als bei anderen Portalen – denn momox-fashion trägt das Wiederverkaufsrisiko.

Mädchenflohmarkt – der Name ist Programm

Wer es in Sachen Modelabels hochwertiger und vor allem hochpreisig mag, wird schnell auf das Angebot Mädchenflohmarkt stoßen. Die Plattform ist ein Marktplatz für hochwertige Secondhand-Designermode und Vintagefashion. Die Community ist vergleichsweise klein: Eine halbe Million Mitglieder kaufen und verkaufen nach Angaben der Plattform dort Kleidung, Schuhe, Taschen und Accessoires. Wer auf Louis Vuitton, Prada oder Gucci steht, ist hier genau richtig.

Rebelle – die Luxus-Secondhandplattform

Die komfortabelste Methode, seine Kleidungsstücke zu verkaufen, bietet derzeit Rebelle. Auch diese Plattform hat hauptsächlich hochwertige Markenware von zum Beispiel Louis Vuitton, Prada, Gucci, aber auch Hermes, Burberry oder Chanel im Programm. Das Besondere: Die Plattform übernimmt im Verkaufsprozess alle Schritte – von der Erstellung professioneller Fotos und Texten über die Lagerung und den Kundenservice bis zum endgültigen Versand. Hierfür nimmt das Unternehmen beim Verkauf der Ware am Ende eine Provision zwischen 17 und 33 Prozent. Sobald der Verkauf eines Artikels vollständig abgewickelt ist, bekommt der Verkäufer seinen Anteil automatisch auf seinem Bankkonto gutgeschrieben.

Die “Millennials” sind eine große Zielgruppe

Der Handel mit Mode aus dem Secondhandbereich boomt seit Jahren. Vor allem die sogenannten “Millennials” sind eine große Zielgruppe in diesem Segment. Die Generation, die im Zeitraum der frühen 1980er bis zu den späten 1990er Jahren geboren wurde, entscheidet sich immer öfter, gebrauchte Kleidung zu kaufen, um Ressourcen zu schonen.

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Laut einer Studie des Marktforschungsinstituts Global Data soll das globale Marktvolumen von Secondhand in zwei Jahren bei mehr als 50 Milliarden Euro liegen. Zum Vergleich: Das Marktvolumen der weltweiten Kleidungsindustrie soll bis 2024 ein Volumen von circa 570 Milliarden Euro erreichen.

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