Yelp im Recht: BGH entscheidet gegen Fitness-Unternehmerin

  • Der Streit einer Fitnesscenter-Betreiberin mit der Plattform Yelp ging heute in die letzte Runde.
  • Der BGH hatte heute darüber zu entscheiden, ob Yelp gute Bewertungen von Unternehmen für die Gesamtbewertung einfach ignorieren darf.
  • Der Bundesgerichtshof entscheidet, dass Gewerbetreibende öffentliche Kritik grundsätzlich hinnehmen müssen.
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Karlsruhe. Das Onlinebewertungsportal Yelp darf seine in Sternen ausgedrückte Gesamtbewertung von Unternehmen auf eine automatisierte Auswahl stützen. Das entschied der Bundesgerichtshof (BGH) am Dienstag im Streit zwischen einer Betreiberin mehrerer Fitnessstudios im Raum München und dem Internet-Unternehmen. Die Sport-Unternehmerin fühlte sich zu schlecht bewertet. Der VI. Zivilsenat hob ein anderslautendes Urteil des Oberlandesgerichts (OLG) München auf.

Gewerbetreibende müssen Kritik hinnehmen

Die rechtlich geschützten Interessen der Klägerin überwiegen nach Überzeugung des BGH-Senats nicht die schutzwürdigen Belange von Yelp. Die Einstufung von Bewertung in "empfohlen" und "nicht empfohlen" sei durch die Berufs- und Meinungsfreiheit geschützt. "Ein Gewerbetreibender muss Kritik an seinen Leistungen und die öffentliche Erörterung geäußerter Kritik grundsätzlich hinnehmen", sagte der Vorsitzende Richter Stephan Seiters. (Az. VI ZR 495/18 u.a.).

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RND/dpa