Wo selbst Fachkräfte nur Mini-Löhne bekommen

  • Von unter 2000 bis mehr als 4000 Euro: Fachkräfte werden in Deutschland sehr unterschiedlich bezahlt.
  • Nicht selten geht Fachkräftemangel mit niedrigen Löhnen einher.
  • Das zeigt zumindest eine Anfrage der Linken im Bundestag an die Bundesagentur für Arbeit.
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Berlin. Das Einkommen von Fachkräften in Deutschland ist sehr unterschiedlich - und in Berufen mit Fachkräftemangel verdienen die Beschäftigten oft nur unterdurchschnittlich. So liegt das Einkommen in mehreren Mangelberufen einige Hundert Euro unter dem mittleren Lohn aller Fachkräfte, wie aus einer Antwort der Bundesagentur für Arbeit auf eine Anfrage der Linken im Bundestag hervorgeht.

74,7 Prozent der Fußpfleger erhalten Niedriglohn

Das mittlere Einkommen für sozialversicherungspflichtig vollzeitbeschäftigte Fachkräfte betrug demnach zuletzt 3052 Euro brutto im Monat. Von den 52 Berufsgattungen, die laut einer BA-Analyse Engpässe bei Fachkräften haben, liegt das mittlere Entgelt bei 26 darunter. Am wenigsten erhalten monatlich demnach Podologen (Fußpfleger) mit 1826 Euro brutto. 74,7 Prozent verdienen nur einen Niedriglohn, wobei der unter einer Schwelle von 2203 Euro (2018) liegt. Besonders niedrig ist der Lohn auch bei Berufen in der Fleischverarbeitung mit 2123 Euro brutto und 54,4 Prozent Niedriglohnanteil.

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Fachkräfte fehlen auch im Gesundheitsbereich - Ärzte sind Spitzenverdiener

Unterdurchschnittlich vergütet sind unter anderem Berufe in der Hörgeräteakustik mit 2346 Euro, in der Bodenverlegung mit 2410 Euro sowie Fachkräfte in der Überwachung und Wartung der Eisenbahninfrastruktur mit 2465 Euro. Bei Berufen in der Physiotherapie sind es 2376 Euro. Laut der jüngsten Fachkräfteengpassanlyse der BA zeigt sich Fachkräftemangel vor allem in Bauberufen, im Gesundheits- und Pflegebereich und in einigen technischen Berufsfeldern. In technischen Berufen liegt der mittlere Lohn allerdings oft bei mehr als 4000 Euro. Bei Ärzten sind es mehr als 5000 Euro.

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Linken-Politikerin fordert Umdenken bei den Arbeitgebern

Die Linken-Abgeordnete Sabine Zimmermann, die die Anfrage gestellt hatte, zog aus den Zahlen den Schluss, dass der Fachkräftemangel in vielen Berufen hausgemacht sei. “In Berufen mit niedrigen Löhnen möchten offensichtlich zunehmend mehr Menschen nicht arbeiten”. “Bei den Arbeitgebern muss endlich ein Umdenken stattfinden.” Nur gute Löhne und gute Arbeitsbedingungen sicherten Arbeits- und Fachkräfte. Die Bundesregierung sei unter anderem gefordert, die Tarifbindung zu stärken.

RND/dpa

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