Wirtschaftsweisen schätzen deutsche Konjunktur besser ein

  • Der wirtschaftliche Schaden für Deutschland durch die Corona-Pandemie wird nach Ansicht der fünf Wirtschaftsweisen geringer ausfallen als bislang erwartet.
  • Dies berichtet die „Süddeutsche Zeitung“ und verweist auf das neue Jahresgutachten des Sachverständigenrats.
  • Nach Ansicht der Experten schrumpft die Wirtschaftsleistung in diesem Jahr um 5,1 Prozent.
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Die fünf Wirtschaftsweisen gehen laut einem Bericht der „Süddeutschen Zeitung“ (SZ) davon aus, dass sich die deutsche Konjunktur in diesem Jahr besser entwickelt als bislang angenommen. Demnach schrumpft Deutschlands Wirtschaft 2020 lediglich um 5,1 Prozent, berichtet die Zeitung und verweist auf das neue Jahresgutachten des Sachverständigenrats.

Mit einem Minus von 5,1 Prozent würde der wirtschaftliche Schaden für Deutschland im Corona-Jahr geringer ausfallen als im Jahr der Finanzkrise 2008. Zu Beginn der Corona-Pandemie hatten Experten im Frühjahr noch Schätzungen veröffentlicht, die von einem bis zu doppelt so starken Einbruch der deutschen Wirtschaft ausgegangen waren. Mit ihrer Schätzung zeigen sich die Wirtschaftsweisen optimistischer als Forschungsinstitute und auch die Bundesregierung.

Wirtschaftsweisen optimistischer als Bundesregierung

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Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) erwartet bisher, in der Ende Oktober vorgelegten Herbstprognose, ein Minus des Bruttoinlandsprodukts von 5,5 Prozent. Für das kommende Jahr rechnet Altmaier mit einem Anstieg des Bruttoinlandsprodukts um 4,4 Prozent. Die Wirtschaftsweisen prognostizieren dagegen ein etwas schwächeres Wachstum von 3,7 Prozent.

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Weniger Kritik an Berlin als in den Vorjahren

Die „SZ“ berichtet zudem weiter, dass der Sachverständigenrat in seinem Jahresgutachten die Bundesregierung weniger als in den Jahren zuvor kritisiere, und zitiert in diesem Zusammenhang aus dem Bericht: „Die Politik hat in der Krise rasch und entschlossen gehandelt.“

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Zugleich heißt es im Gutachten auch: „Für die weitere Entwicklung bleiben das Infektionsgeschehen und die daraufhin getroffenen Einschränkungen entscheidend.“ Da die Infektionszahlen weiter steigen, sähe der Rat weiterhin aber überall Risiken und gehe davon aus, dass die Erholung pausiere und die Wirtschaftsleistung im Winter nicht zulegen dürfte.

Das Vorkrisenniveau des vierten Quartals dürfte aus Sicht der Wirtschaftsweisen daher nicht vor Anfang 2022 erreicht werden. Der Sachverständigenrat geht in seiner Prognose davon aus, dass das Infektionsgeschehen mit begrenzten Eingriffen unter Kontrolle gehalten werden könne, dafür kein umfangreicher Shutdown wie im Frühjahr notwendig ist und internationale Lieferketten nicht wesentlich gestört werden.

Der flächendeckende Lockdown im Frühjahr hatte zu einem Einbruch der Wirtschaft geführt. Von Juli bis September war das Bruttoinlandsprodukt aber stark gestiegen.

Das Jahresgutachten des Sachverständigenrats wird am Mittwoch offiziell veröffentlicht. Der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung berät die Politik.

RND/casc/dpa

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