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Rohstoffmangel und explodierende Preise gefährden Erholung der Wirtschaft

  • Rohstoffe wie Holz, Aluminium, Kupfer, Stahl und Kunststoffe sind knapp wie selten.
  • Den fehlenden Nachschub betrachten immer mehr Unternehmen als Risiko für ihre wirtschaftliche Entwicklung.
  • Jeder dritte Betrieb plant höhere Preise.
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Berlin. Knappe Rohstoffe und steigende Preise bedrohen die wirtschaftliche Erholung in Deutschland.

Laut einer Konjunkturumfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) sehen inzwischen zwei Drittel der Industriebetriebe die Energie- und Rohstoffpreise als Gefahr für ihre wirtschaftliche Entwicklung. Zu Jahresbeginn waren es nur 45 Prozent.

In der Umfrage, deren Ergebnisse dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) vorliegen, wird kein anderes Risiko häufiger genannt.

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Von der aktuellen Rohstoffknappheit sind insbesondere Metalle, Mineralien, Kunststoffe und Holz betroffen. Metallverarbeitende Betriebe etwa klagen darüber, dass Aluminium sowie höhere Güteklassen Stahl derzeit und auf mittlere Sicht nicht verfügbar seien.

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Auch Maschinenbauer melden längere Lieferzeiten. Steuerungskomponenten aus Stahl, Kupfer und Kunststoff hätten derzeit eine Lieferzeit von 100 Tagen, berichtet der DIHK. Normal sei eine Lieferzeit von zehn Tagen.

In der Holzindustrie sei es aus Mangel an Nachschub bereits zu Produktionsstopps gekommen.

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Die ehemals üppigen Lagerbestände in der kunststoffverarbeitenden Industrie sind vielerorts vollständig abgebaut. In der Branche ist von einem „Ausverkauf“ die Rede, Einschränkungen in der Produktion seien die Folge.

Jeder dritte Betrieb will die Preise erhöhen

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Gleichzeitig denken viele Unternehmen darüber nach, in nächster Zeit die Preise zu erhöhen. Das geht aus der aktuellen Konjunkturumfrage des Münchner Ifo-Instituts hervor.

Besonders im Großhandel planen viele Unternehmen Aufschläge. Auch im Einzelhandel wird heftig an der Preisschraube gedreht. Laut Ifo will dort unter dem Strich jeder Dritte Betrieb seine Produkte teurer anbieten.

„Viele Unternehmen geben Preiserhöhungen auf der Beschaffungsseite weiter“, sagte Klaus Wohlrabe, Leiter der Abteilung Umfragen beim Ifo-Institut. Es gebe nur wenige Branchen, wo keine Erhöhungen vorgesehen seien.

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Nachholeffekte durch Preissenkungen

„Die starken Preissteigerungen bei vielen Rohstoffen ziehen sich letztendlich quer durch die gesamte Wirtschaft“, erläutert Wohlrabe. „Zudem gibt es teilweise Nachholeffekte aufgrund früherer Preissenkungen während der Corona-Krise.“

Marktforscher gehen davon aus, dass mit den Lockerungen die Kaufbereitschaft von Konsumenten steigt und dass Anbieter dies nutzen wollen, um höhere Preise durchzusetzen.

Schließlich haben sich bei Millionen Konsumenten teilweise beträchtliche Liquiditätsreserven angesammelt, da Geld wegen der Lockdowns nicht ausgegeben werden konnte. Davon wollen die Firmen nun auch profitieren.

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