Wirecard-Vorstand entbindet Wirtschaftsprüfer von Schweigepflicht

  • Vor dem Wirecard- Untersuchungsausschuss des Bundestags wollen bisher drei vorgeladene Mitarbeiter der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft EY nicht aussagen.
  • Jetzt wurden sie seitens des Pleitekonzerns von der Schweigepflicht entbunden.
  • Nach Ansicht der SPD müssen zwei von ihnen nun doch die Fragen der Abgeordneten beantworten.
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Berlin. Zwei Vorstände des insolventen Skandalunternehmens Wirecard haben mehrere der ehemaligen Wirtschaftsprüfer vor ihrem Auftritt im Untersuchungsausschuss des Bundestags von der Schweigepflicht entbunden. Das geht aus einem Brief an den Ausschuss hervor, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Drei vorgeladene Mitarbeiter der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft EY hatten sich zuvor auf diese Schweigepflicht berufen und angekündigt, am Donnerstag nicht im Ausschuss auszusagen.

Rechtlichen Unsicherheiten sind nicht ausgeräumt

Nach Ansicht der SPD müssen zwei von ihnen nun doch die Fragen der Abgeordneten beantworten. EY dagegen betonte, die rechtlichen Unsicherheiten seien nicht ausgeräumt. Die Rechtslage sei umstritten. Eine Aussage sei nur dann eindeutig rechtssicher möglich, wenn alle Aufsichtsrats- und Vorstandsmitglieder die Schweigepflicht aufhöben, die in den betreffenden Jahren Aufträge an den Abschlussprüfer erteilt hätten oder in diesen Jahren im Vorstand saßen. Angestrebt wird eine Klärung durch den Bundesgerichtshof.

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EY hatte als Wirtschaftsprüfungsgesellschaft die Jahresabschlüsse von Wirecard geprüft. Das Unternehmen steht in der Kritik, weil der Milliardenbetrug dabei nicht früher entdeckt wurde.

RND/dpa

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